Tat in einer Kleingartenanlage

Hertener wegen mutmaßlicher Vergewaltigung angeklagt

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BOCHUM/HERTEN - Vor dem Bochumer Landgericht hat am Freitag, 3. Mai, ein Prozess um ein mutmaßliches Vergewaltigungsdrama in einer Schrebergartenhütte im Norden von Herten begonnen. Angeklagt ist ein 25-jähriger Recklinghäuser. Zum Prozessauftakt berief er sich auf sein Schweigerecht.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft haben sich an einem nicht mehr näher bestimmbaren Tag im November oder Dezember 2017 in einem beschaulichen Laubenhäuschen unfassbar brutale und dramatische Szenen abgespielt.

Der Angeklagte soll das mutmaßliche Opfer, offenbar eine junge Bekannte, erst unter dem Vorwand, ihr eine Überraschung als Geschenk geben zu wollen, gebeten haben, die Augen zu schließen. Anschließend soll der 25-Jährige der Frau mit einem Tuch die Augen verbunden, ihr mit Panzerklebeband den Mund zugeklebt, damit auch die Hände gefesselt und sie dann auf die Couch gehoben haben. Dort soll er die sich windende Frau, die vergeblich versuchte, sich zu befreien, entkleidet und immer wieder mit einem Gürtel geschlagen haben. „Als die Kraft zur Gegenwehr nachließ“, so die Anklageschrift, soll der 25-Jährige über die junge Frau hergefallen sein und sie schließlich vergewaltigt haben. Danach soll er die Fesseln gelöst und der Frau die Flucht ermöglicht haben.

Zum Auftakt vor der 13. Strafkammer hüllte sich der Angeklagte (vorbestraft wegen Drogenbesitzes) in Schweigen. Sein Verteidiger Malte Englert (Herten) erklärte: „Wir werden zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen.“ Im weiteren Verlauf des Prozesses könne sich das aber noch ändern, so der Anwalt weiter. Bemerkenswert ist: Der Angeklagte befindet sich trotz der schweren Vergewaltigungs-Vorwürfe nach wie vor auf freiem Fuß.

Die Bochumer Richter werden nun an den kommenden sieben Verhandlungstagen bis Ende Mai zahlreiche Zeugen befragen. In der nächsten Woche soll das mutmaßliche Opfer aussagen. Üblicherweise wird für eine solche Vernehmung zum Schutz der Privatsphäre die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Belastungszeugin war bereits am Freitag ins Bochumer Justizzentrum gekommen und saß bis zur Anklageverlesung – am gesamten Körper heftig zitternd – im Zuschauerbereich. Um den Wert ihrer Zeugenaussage nicht zu schmälern, verließ die Frau noch vor dem Prozessbeginn den Gerichtssaal.

Rubriklistenbild: © Archiv

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