Landgericht Bochum

Von wahnhaften Gedanken getrieben

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HERTEN/BOCHUM - Vor dem Bochumer Landgericht ist am Dienstag der Prozess um den Messerangriff auf den bekannten Künstler Iskender Gider fortgesetzt worden. Mehrere Zeugen gaben an, dass der beschuldigte Straßenmusiker schon vor der Attacke Todesdrohungen ausgestoßen haben soll.

Dahinter steckte wohl geisteskranker Irrglaube an eine Millionen-Story. Der Messerangriff auf den Kinderbuchautor passierte am Sonntag, 22. April. „Ich habe bereits am Freitag eine Anzeige gegen den Akkordeonspieler gemacht“, sagte eine Recklinghäuser Gastronomin vor dem Schwurgericht. „Er kam fast täglich bei mir vorbei und faselte etwas von Geld“, so die Zeugin. Nicht nur einmal sei der 40-Jährige auch „wie eine Klette“ hinter ihr hergerannt. Nachdem sie dann auch noch mit dem Tod bedroht worden sei, sei sie zur Polizei gegangen.

Wie sehr der Straßenmusiker in wahnhaften Gedanken gefangen gewesen ist, berichtete auch einer seiner Nachbarn. Dem Rentner hatte der Akkordeonspieler offenbar kurz vor dem Angriff eine wirre Geschichte von einem Finanzminister aus Bengasien und einem Millionen-Konto berichtet. Vor allem aber, dass er sich von Leuten aus Recklinghausen übers Ohr gehauen fühlt. Der Zeuge: „Dann sagte er mir, dass er die alle abstechen wird: einen Pfarrer, Iskender Gider, die Gastronomin und einen Frank.“ Der Zeuge will daraufhin mehrmals bei der Polizei“ angerufen haben.

Weil der Akkordeonspieler wegen einer psychischen Störung als schuldunfähig eingestuft worden ist, geht es in dem Sicherungsverfahren allein um eine mögliche Zwangseinweisung in die geschlossene Psychiatrie. Der Prozess wird am 8. November fortgesetzt.

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