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Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk

Landgericht

Freispruch für Hertener Rechtsanwalt

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HERTEN - Nach einem monatelangen Indizienprozess ist ein Hertener Rechtsanwalt am Bochumer Landgericht vom Vorwurf der Beihilfe zum Drogenhandel freigesprochen worden. Die Richter konnten am Ende keine Vermittlung von Kokaingeschäften nachweisen.

Der Jurist und zwei Mitangeklagte aus Recklinghausen hatten sich seit Anfang September 2018 vor Gericht verantworten müssen. Die Vorwürfe gegen den Rechtsanwalt waren von einem ehemaligen Mandanten (58) erhoben worden.

Der Kronzeuge hatte zwei eigene Drogengeschäfte über einmal 100 Gramm und einmal 150 Gramm Kokain geschildert, bei denen der jetzt freigesprochene Rechtsanwalt im Vorfeld vermeintlich als Vermittler involviert gewesen sein soll. Einmal sollte der Jurist angeblich sogar den ausgehandelten Kaufpreis von 4000 Euro auf dem Parkplatz vor seiner Kanzlei selbst übergeben haben.

Auf die Aussage des Belastungszeugen, der sich in seiner Vernehmung vor der 1. Strafkammer jedoch teils massiv selbst widersprochen hatte, konnten die Bochumer Richter am Ende allerdings bei weitem keine Verurteilung stützen. „Wir haben dem Zeugen nicht geglaubt“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Auch ein mitangeklagter Kleinunternehmer (46) wurde daher am Ende vom Vorwurf des illegalen Drogenhandels freigesprochen. Einzig beim dritten Angeklagte, einem „Künstler“ aus Recklinghausen, blieben bis zuletzt nachweislich zwei Drogeneinkäufe von jeweils einem Gramm Kokain hängen. Das Urteil in seinem Fall lautete: 2000 Euro Geldstrafe (80 Tagessätze zu je 25 Euro).

„Nervenaufreibend und extrem belastend“

Der Hertener Rechtsanwalt hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von Anfang an als „hanebüchen“ und „erlogen“ bezeichnet. „Ich will Rehabilitation und möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, hatte er zum Prozessauftakt erklärt.

Nach dem Freispruch zeigte sich der Anwalt erleichtert. „Ich bin wirklich froh, dass die Angelegenheit jetzt beendet ist“, sagte er am Rande des Prozesses. Das Verfahren sei nervenaufreibend und extrem belastend gewesen.

Am Ende hatte auch die Staatsanwaltschaft in seinem Fall Freispruch beantragt.

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