So sieht die App Chekko aus dem Kreis Recklinghausen aus.
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So sieht die App Chekko aus dem Kreis Recklinghausen aus.

Chekko statt Luca

Eine „Corona-App“ aus dem Kreis Recklinghausen für alle

  • Randolf Leyk
    vonRandolf Leyk
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„Chekko“ statt „Luca“? Der Unternehmer Andreas Weidner bietet ein Programm für die Kontaktnachverfolgung – anonym und kostenlos.

SafeVac, Wanrn-App, Luca - aber warum nicht Chekko? Der Hertener Unternehmer Andreas Weidner hat bereits im März des vergangenen Jahres für seine Event-Location „Schwarzkaue“ auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Schlägel & Eisen eine eigene App programmieren lassen.

Bei „Chekko“, die unter anderem von zahlreichen Sportvereinen oder auch dem Aquapark in Oberhausen samt angeschlossenem Biergarten genutzt wird, lag dem 52-Jährigen vor allem der Datenschutz am Herzen: „Unserer Meinung nach darf eine Verknüpfung verschiedener Bewegungsdaten ausschließlich durch die Gesundheitsämter erfolgen. Eine Verknüpfung innerhalb der App-Datenbank ist nicht zwingend.“

Über die App werden QR-Codes generiert

Neben dem eigenen QR-Code gibt es die Möglichkeit, Chekko-Nummern bei Business Partnern anzufordern. Dies gilt für Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl. So wird wird aus der Chekko-Nummer ebenfalls ein QR-Code generiert. Es gibt aber auch Nummern, die einmalig und zu einem bestimmten Zeitpunkt gelten. Wie zum Beispiel ein Termin im Krankenhaus.
Alternativ können Nummern auch mehrmalig und an verschiedenen Tagen gelten, ähnlich wie eine Dauerkarte im Sportverein.

Chekko soll komplett kostlos nutzbar sein - für alle

Der Aquapark in Oberhausen oder das Freizeitbad Dülmen nutzen die App aus dem Vest Recklinghausen bereits. „Es muss also nicht unbedingt teure Software à la Luca sein“, sagt Andreas Weidner. Der Hertener verspricht, dass die App kostenfrei ist - für Betreiber genauso wie für Nutzer. Aber wie funktioniert die App beispielsweise in der Gastronomie? Chekko basiert da auf dem Scannen von QR-Codes. Als Business Partner werden auf einem Portal die Anzahl deiner Tische verwaltet und individuelle QR-Codes generiert, die ausgedruckt auf jedem Tisch platziert werden können. Mithilfe der Chekko-App können die Gäste den QR-Code ihres Tisches scannen und ihre Kontaktdaten hinterlegen. Bei Gästen, die Chekko bereits nutzen, funktioniert der Datenaustausch innerhalb von Sekunden.

Nachverfolgung und Terminvergabe fürs Krankenhaus könnte ganz einfach laufen

Insbesondere im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung ist die Datenerfassung wichtig, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Wenn Patienten ihren Termin im Krankenhaus planen, erhalten sie Nummer via Mail. „Die App generiert aus dieser Nummer einen QR-Code, mit dem Patienten einmalig und zu einem bestimmten Zeitpunkt das Krankenhaus oder die Pflegeeinrichtung betreten dürfen“, erklärt Weidner. Besucher können das Krankenhaus oder die Pflegeeinrichtung mit der Chekko-Nummer des Patienten, den sie besuchen, betreten. 

Im Eingangsbereich erwartet Kunden eine App-Säule. Dort scannen Patienten und Besucher ihren QR-Code und sind automatisch mit ihren Kontaktdaten registriert. Bevor sie das Krankenhaus oder die Pflegeeinrichtung verlassen, scannen sie an der “Check Out”-Säule ihren QR-Code erneut und sind so wieder ausgecheckt. Hört einfach an. Bleibt die Frage, warum nicht alle die App nutzen. „Wir sind puncto Marketing und Lobby natürlich nicht so aufgestellt wie ein Smudo“, sagt der Hertener Unternehmer.

Datenschutz liegt Andreas Weidner am Herzen

Vor allem der Datenschutz liegt Dem Erfinder am Herzen, der in seiner Firma rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. „Es geht weniger um dei Erfassung der Daten der einzelnen Personen. Hier gibt es ausreichende Verschlüsselungstechnologien. Vielmehr geht es um den Umgang und dei Verknüpfung der Daten, Bewegungsprofile und Aufenthaltsorte“, sagt Weidner. Beim Thema Corona dürften seiner Meinung nach ausschließlich die Gesundheitsämter verschiedene Daten miteinander verknüpfen. Ansonsten würde es ihn doch arg George Orwells Roman 1984 erinnern. Vor allem dann, wenn Bewegungsprofile für beinahe jedermann in der App erkennbar wären, müsse von einem absoluten „NoGo“ gesprochen werden. „Dies wäre meiner Ansicht nach viel zu gefährlich“, so Weidner.

Selbsttests sollen in die App integriert werden

Aktuell arbeitet er mit seinem Team an der Integration von Schnell-Selbsttests. Für Weidner wäre es beispielsweise vorstellbar und wichtig, die Selbsttest glaubwürdig und anonym durchfüjhren zu lassen. So könnten die Testergebnisse vertraúenswürdig gemacht werden. Dazu könnten die Testenden zu einer Teststelle fahren, wo wieder Chekko ins Spiel kommt. Denn über vorher generierte QR-Codes könnten die jeweiligen Tests ausgewertet und einem Code zugeordnet werden. Würde dies beispielsweise beim DRK oder THW gemacht, könnte anschließend in der App dargestellt werden, dass der aktuelle Test zu einem bestimmten Zeitpunkt negativ ausgefallen ist. Dies würde man am Eingang eines Museums oder im Restaurant vorzeigen und hätte seine „Eintrittserlaubnis“, ohne am Eingang einen Test durchzuführen.

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