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In Disteln

Sattelschlepper in der Siedlung

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HERTEN - Viele Bürger in Disteln klagen seit Jahren über die hohe Verkehrsbelastung auf der Tiergartenstraße, der Bachstraße oder der Magdeburger Straße. Wegen der Bauarbeiten auf dem Zechengelände und in der Josefstraße ist das sprichwörtliche Fass nun übergelaufen. Jetzt schieben sich auch noch Lkw mit bis zu 40 Tonnen durch die Siedlung

Die Lkw kommen nur haarscharf an den Hausfassaden vorbei, bleiben in engen Kreuzungsbereichen stecken, rollen über Gehwege. Enttäuscht von der Stadt Herten, schalteten Anwohner die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde ein.

In diesem zum Teil 60 Jahre alten Siedlungsbereich kommen mehrere Problemlagen zusammen. Es gibt heutzutage mehr Autos als Parkplätze, die Straßen sind zugeparkt. Trotzdem rauscht pausenlos Durchgangsverkehr über die Tiergarten- und die Bachstraße – oft deutlich schneller als mit den erlaubten 30 km/h. Darunter sind Langenbochumer und Scherlebecker, die nach Disteln wollen, aber auch andere Auto- und Lkw-Fahrer, die die überlastete Kaiserstraße meiden.

„Seit Jahren beklagen wir die Belästigung durch Lärm und Verkehr“, sagt Kersten Waterkotte, Anwohner der Tiergartenstraße und Wortführer von etwa 15 Nachbarn, die jetzt zu einem Ortstermin mit Behördenvertretern kamen. Das Ordnungsamt habe auf Beschwerden nicht reagiert, der Radarwagen komme auch nicht. Der Bau des Fachmarktzentrums auf dem Zechengelände habe die Situation jetzt weiter verschärft – zumal sich dieses Projekt um Monate verzögert hat und nun mit einer Stadtwerke-Baustelle in der Josefstraße kollidiert. Somit donnern nun auch Sattelschlepper durch die Tempo-30-Wohnstraßen. Sie verkeilen sich in den Kreuzungen, bei Begegnungen mit Bussen geht mitunter gar nichts mehr.

Ortstermin

Am Mittwoch gab es einen Ortstermin mit Fachleuten von Stadt Herten, Kreis Recklinghausen und Bezirksregierung Münster. Letztere war durch Hartmut Schrell vertreten, der klar machte, dass ein solches Maß an Durchgangsverkehr mit Tempo-30-Straßen nicht in Einklang zu bringen sei – und mit Lkw-Umleitungen erst recht nicht.

Schrell sowie Anja Thomas (Stadtplanung Herten) und Marc Bouten (Ordnungsamt Herten) brachten Varianten ins Gespräch, die die Situation verbessern können. Parkflächen, die abwechselnd an den Straßenrändern auf dem Asphalt markiert werden und den Durchgangsverkehr ausbremsen, seien denkbar. Ein anderer Vorschlag war die Aufteilung des Distelner Nordens in Quartiere mithilfe von „Anlieger-frei“-Straßen und Einbahnstraßen. Auch Verkehrsschilder, die die Durchfahrt für Lkw verbieten, oder der Einsatz des Radarwagens sind möglich.

Fachleute prüfen Lösungen

Anja Thomas merkte an, dass jeder Eingriff in den Verkehr Folgen habe: „Wir werden das Problem immer nur auf andere Straßen verlagern. Eine Lösung, die alle zufriedenstellt, gibt es nicht.“ SPD-Ratsherr Wolfgang Kumpf kündigte an, er werde das Thema mitnehmen in den Ratsausschuss für Ordnungswesen, dessen Vorsitzender er ist. Er gab zu bedenken, dass die Probleme in den nächsten Jahren noch gravierender werden, da auf der Kaiserstraße zwei Großbaustellen anstehen.

Die Fachleute im Rathaus wollen nun prüfen, welche Lösungen für die Tiergarten- und die Bachstraße möglich sind. Das brauche Zeit, sagte Stadtplanerin Anja Thomas: „Wir sind ganz schmal besetzt.“ Auch mit dem Radarwagen ist – mangels Personal – vorerst nicht zu rechnen.

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