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Im Theaterfieber: Die jungen Akteure der Rosa-Parks-Schule überzeugen bei der Matinee.

RPS-Matinee

Ernste und lustige Darbietungen

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HERTEN - Alara beschreibt ihre Aufregung kurz vor ihrem Auftritt: „Ich hatte ganz weiche Knie und dann auch noch den Text vergessen.“ Wie der Siebtklässlerin ging es fast allen Darstellern der Jahrgangsstufen sieben und acht der Rosa-Parks-Schule (RPS). Sie alle waren ein wenig nervös. Schließlich war das Forum ihrer Schule rappelvoll. Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde wollten erste Ergebnisse der intensiven Proben des Fachbereichs „Darstellen und Gestalten“ sehen.

Zweimal je Woche und weitere Male vor Aufführungen bereiten sich die rund 70 Jungen und Mädchen auf das Rampenlicht vor. Sie feilen an den Texten und bringen eigene Ideen ein. Am Ende steht ein Stück, das es so nur einmal gibt und das viel mit dem Leben und Erleben der jungen Darsteller zu tun hat. Die „Siebener“ hatten sich als Vorlage den preisgekrönten Jugendroman „Mein Sommer mit Mucks“ von Stefanie Höfler ausgesucht. Sie ergänzten die herzerwärmende Freundschaftsgeschichte mit eigenen Einfällen und machten den Roman mithilfe ihrer „Lehrer-Regisseure“ Ludger Haumann und Patricia Kreiche bühnenreif.

Es geht um Mobbing und körperliche Gewalt

Der achte Jahrgang hat in diesem Jahr ein sehr ernstes Thema gewählt. Es geht um den gewaltsamen Tod einer 15-Jährigen in einem Dortmunder Parkhaus vor einem Jahr. Wie konnte es zu der schrecklichen Tat kommen? Wie halten es Jugendliche mit Mobbing und körperlicher Gewalt und welche Mitschuld trifft die, die tatenlos zusahen, als das Mädchen von ihrer 16-jährigen Freundin erstochen wurde? Und wie echt ist schließlich die Trauer? Die Szene, in der die jungen Schauspieler gleichgültig und empathielos Betroffenheit heuchelnd die Grablichter entzünden, wirkt noch lange nach.

Ob ernsthaft wie hier oder eher fröhlich beim „Sommer mit Mucks“, die Szenen beider Projekte regen zum Nachdenken an. Die jungen Akteure jedenfalls vergießen viel Herzblut. So schlüpft Josefina, 14 Jahre, gerne in die Haut anderer Menschen, um die Welt mit deren Augen zu sehen und sagt: „Ich möchte schon lange Schauspielerin werden, weil es mir Spaß macht, mich in andere Rollen hineinzuversetzen.“

Auch die Musik kommt nicht ganz zu kurz

„Als ich klein war, wollte ich auch immer Schauspieler werden, inzwischen aber lieber Ingenieur“, sagt der 13-jährige Semih, der dennoch zufrieden zehn Euro „Gage“ von seinem Vater einstreicht und dann strahlt: „Meine Eltern sind stolz auf mich.“

Bei der Aufführung gab es von beiden Projekten nur ein paar erste Szenen. Der „Sommer mit Mucks“ wird bei der nächsten Sonntagsmatinee am 16. Juni uraufgeführt und danach bei den Theatertagen in Marl. Wann die Geschichte um Linda weitergeht, steht noch nicht ganz fest.

Obwohl der Schwerpunkt dieser Sonntagsmatinee beim Theater lag, kam die Musik nicht ganz zu kurz. Die Band-AG der Jahrgangsstufe sieben, der Chor der Jahrgangsstufe sechs und nicht zuletzt die Sängerinnen Michelle Pordzik, Nasra Nirakoze, Jil Geisler und Lea Putina stellten ihrer Kulturschule auch in dieser Hinsicht ein tolles Zeugnis aus.

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