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Das Theaterensemble "Brachland" führt das Stück "Revolution: Alles wird gut" im Forum der Rosa-Parks-Schule auf.

Theaterstück für Schüler

Warum die Welt besser ist als ihr Ruf

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HERTEN - Das Theaterensemble „Brachland“ zeigt Oberstufenschülern in der Rosa-Parks-Schule, dass die Welt besser ist als ihr Ruf und dass das vor allem von Menschen liegt, die Beispielhaftes tun.

Die vier Schauspieler wollen sich gegen die scheinbar zunehmende Hysterie in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen stellen, statt von schlechten Nachrichten über Gutes sprechen – und beginnen mit einer atemlosen Aneinanderreihung von Reizworten. Zum Beispiel Überwachungsstaat, abschmelzende Polkappen, Altersarmut, Kriegswirren, Lebensmittelverschwendung, Sexismus, atomares Aufrüsten, Umweltverschmutzung – und, und, und. Ihr jugendliches Publikum wirkt zunächst schier erschlagen von der so unangenehm realitätsnahen Persiflage auf das Überhitzte und Schnelllebige in der öffentlichen Debatte und Wahrnehmung.

Und dann halten Annemie Twardawa, Dominik Breuer, Gunnar Seidel und Simon Rußig dagegen. Mit Fakten: Zum Beispiel damit, dass im Jahr 1820 nur einer von 100 Menschen in einer Demokratie lebte, heute bereits 56 von 100. Oder damit, dass bis 1940 niemand gegen Diphterie, Keuchhusten oder Tetanus geimpft war – heute 86 von 100 Menschen. Oder damit, dass die Weltbevölkerung nicht wächst, weil immer mehr Babys geboren werden – die Zahl stagniert seit Jahren bei etwa zwei Milliarden – sondern weil wir alle immer älter werden.

Eine nachdenklich stimmende Weltreise

Sie halten dagegen mit Geschichten von Menschen, die ihnen auf Recherchereisen begegnet sind, und mit den Dingen, die diese Menschen tun:

Etwa die Theatermacherin aus Ghana, die Stücke mit starken Frauenrollen schreibt und Afrika überhaupt nicht als schwachen Kontinent sieht, sondern an seine Stärke und Zukunft glaubt.

Oder der Vater aus Jerusalem, der durch ein Selbstmordattentat sein Kind verloren hat, aber an Versöhnung glaubt und in Schulen vor israelischen und palästinensischen Kindern spricht, „damit die Mauer aus Hass Risse bekommt, denn durch diese Risse kommt Licht“.

Oder der Mann aus Dortmund, der erst den Job und dann die Wohnung verlor und nun im griechischen Thessaloniki in der „Soul food kitchen“ mithilft, für 350 Obdachlose zu kochen.

Das 90-minütige Stück ist eine interaktive, unterhaltsame, informative und nachdenklich stimmende Weltreise. Die zeigt, dass die Welt besser ist als ihr Ruf. Und die Hoffnung weckt: Darauf, dass alles gut wird.

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