Fastenzeit

Zeit für Verzicht - oder nicht?

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HERTEN - Die Einen verzichten auf Alkohol, Zigaretten, Fleisch oder Süßigkeiten. Andere reduzieren den Einsatz des Smartphones, konsumieren insgesamt weniger Medien oder fahren Rad statt mit dem Auto. Und dann gibt es jene, die sich fürs Heilfasten entscheiden.

Bereits seit 30 Jahren fastet die Heilpraktikerin Beatrix Neumann aus Herten-Disteln. Sie tut dies regelmäßig – einmal vor Ostern, einmal im Herbst – im Kreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Heilfasten-Kurse. „Ich freue mich schon darauf“, berichtet sie. „Es tut gut, die Uhren wieder mal auf den Anfang zu stellen.“ Bevor die Kur losgeht, stehen zwei bis drei sogenannte Entlastungstage an. „Dann sollte man auf Fleisch verzichten und Salz nur sparsam einsetzen“, sagt die Expertin. Sie empfiehlt im Anschluss sieben bis zehn Fastentage. Dabei wird feste Nahrung komplett vom Speiseplan gestrichen und durch Wasser, Gemüsesud, Brühe und Saft ersetzt. Rund drei Liter Flüssigkeit sollte man so pro Tag zu sich nehmen. Erstaunlich: „Man kann es sich kaum vorstellen, aber man hat keinen Hunger, höchstens Appetit“, erklärt Neumann.

Stoffwechsel wird angeregt

Durch das Fasten wird der Stoffwechsel des Körpers angeregt. Man gewinnt dabei an Energie und Abwehrkraft. Zudem purzeln die Pfunde. „Das ist aber nur ein Nebeneffekt und keinesfalls der Sinn des Heilfastens“, betont Beatrix Neumann. Und ergänzt: „Männer nehmen schneller ab.“ Nämlich bis zu fünf Kilo, während Frauen „nur“ rund drei Kilogramm einbüßen. Es können aber in Ausnahmefällen auch mehr sein. Die Fastenkur ist durchaus ein guter Start in eine ernsthafte Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion. Viel mehr als ums Abnehmen geht es aber darum, schlechte Gewohnheiten abzulegen und in puncto Lebens- und Ernährungsstil einen Neustart zu meistern. „Man überdenkt sein Leben und geht viele Dinge bewusster an“, sagt Neumann.

Ein positiver Nebeneffekt: Weil man nicht groß einkaufen und kochen muss, hat man viel mehr Freizeit. Die kann man zum Beispiel mit schönen, neuen Dingen füllen, etwas Neues ausprobieren oder eben einfach mal in sich gehen.

Wie halten Sie es in der Fastenzeit? Verzichten Sie auf irgendetwas? Machen Sie eine Diät oder versuchen Sie, beispielsweise von Zigaretten loszukommen? Und falls Sie das tun: Was bedeutet es Ihnen? Ist der Verzicht religiös motiviert oder Selbstzweck? Und was ist mit dem Partner, den Kindern? Beziehen Sie die Familie ein? Oder aber finden Sie das alles müßig und machen weiter wie gewohnt? Sagen Sie uns ihre Meinung per Mail an: haredaktion@medienhaus-bauer.de oder telefonisch unter Tel. 0 23 66 / 1000 34 16.

Nicht fasten dürfen übrigens schwangere Frauen, Mütter, die stillen, oder kranke Menschen. „Es gibt viele Dinge, die man wissen muss“, betont die Fachfrau. Daher sei es ratsam, sich einer Gruppe anzuschließen oder einen kompetenten Ansprechpartner zu suchen. Die Heilpraktikerin warnt: „Auf keinen Fall einfach losfasten!“

Rubriklistenbild: © Felix Kästle (dpa)

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