Fackelbetrieb in der BP-Raffinerie Scholven.

Raffinerie in Scholven

Himmel über dem Ruhrgebiet könnte nachts wieder hell erleuchten

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Über der BP-Raffinerie Gelsenkirchen-Scholven hatte es im Januar einen aufsehenerregenden Feuerschein gegeben. Jetzt kann es erneut zum Fackelbetrieb kommen.

  • Die BP-Fackel in Gelsenkirchen-Scholven sorgt immer wieder für Aufsehen. 
  • Im Januar leuchtete sie nachts so hell, dass man sie fast im gesamten Ruhrgebiet sah.
  • In dieser Woche ist wieder mit Fackelschein zu rechnen.

Update 4. Mai, 12.45 Uhr:

Nach dem Abschluss von Instandhaltungsarbeiten wird eine Anlage in der BP-Raffinerie wieder in Betrieb genommen. Das teilt das Unternehmen BP/Ruhr Oel mit.

Im Zuge dessen kann es in dieser Woche (ab 4. Mai) zeitweise zu sichtbarer Fackelaktivität kommen. Die zuständigen Behörden seien informiert, betont BP. Das Unternehmen bittet die Anwohner um Verständnis. Nicht nur in Gelsenkirchen, sondern auch in Teilen von Herten ist der Feuerschein und das damit verbundene Rauschen regelmäßig deutlich wahrnehmbar. Immer wieder kommt es auch vor, dass Bürger einen Großbrand vermuten und die Feuerwehr alarmieren.

So sah es das letzte Mal aus: 

Bildergalerie: Leser-Fotos vom Feuerschein der BP-Fackel am Himmel

 © Andreas Mix (Alt-Marl)
 © M aggie Ber (Herne)
 © Christian Stasch (Bochum)
 © Johanna Ries (Marl)
 © Matthias Ehle (Herten)
 © Florian Krüger (Borken)
 © Spa Ma (Datteln)
 © Fabian Happe
 © Ela Weberkirch (Recklinghausen)
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 © Eileen Laß (Marl)
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 © Tanja Krusekamp (Recklinghausen)
 © Christian Haribo (Recklinghausen)
 © Michael McGill (Marl)
 © Kevin Zciwognal (Recklinghausen)
 © Sarah Hollender
 © Thomas Thiele

Kontrolliertes Abbrennen von Gasen

Das kontrollierte Abbrennen von Gas nach einer Revision oder einer Betriebsstörung dient nach Angaben der Bezirksregierung Münster der Sicherheit der Anlagen und soll Störfälle verhindern. Die Bezirksregierung ist für die Überwachung und Genehmigung der Anlagen zuständig.

Das Werk Scholven verfügt laut BP über elf Hochfackeln und zwei Bodenfackeln. Im Werk Gelsenkirchen-Horst sind sechs Hochfackeln in Betrieb.

Im Normalbetrieb bei der Verarbeitung von Rohöl zu verschiedenen Produkten wie Kraftstoff oder petrochemischen Grundstoffen kommen die Fackeln nicht zum Einsatz. Die sogenannten Prozessgase werden in den Anlagen weiterverarbeitet bzw. aufgearbeitet.

Anders ist das bei An- und Abfahrvorgängen (z.B. im Zuge von TÜV-Revisionen) und Betriebsstörungen. Hier fallen beim An- bzw. Herunterfahren von Anlagenteilen große Mengen Überschussgase an, die nicht verarbeitet werden können. Diese Gase werden direkt den Raffineriefackeln zur sicheren und kontrollierten Verbrennung zugeführt.

Sollten Bürger Fragen zu Fackelaktivität und möglichen Geruchs- oder Geräuschbelästigungen haben, steht das Raffinerie-Umwelttelefons rund um die Uhr zur Verfügung. Die Telefonnummer lautet: 0209/3663588.

Update 23. Januar, 22 Uhr: Die Anlage in der BP-Raffinerie soll wieder in Betrieb gehen. Der große erwartete Feuerschein am Himmel blieb bislang aus. Das könnte sich in der Nacht zu Freitag aber noch ändern.

Eine sogenannte Erdfackel leuchtet auf dem BP-Gelände in Scholven.

Update 23. Januar, 19 Uhr: Die defekte Anlage auf dem BP-Gelände wurde repariert. Wenn alles nach Plan verläuft, soll sie am Abend wieder laufen.

Die defekte Anlage auf dem BP-Gelände wurde repariert und ist seit Donnerstag wieder in Betrieb.

Update 22. Januar: BP wird die am 13. Januar ausgefallene Anlage in der Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven jetzt wieder in Betrieb nehmen. Wie das Unternehmen am Mittwoch (22. Januar) mitteilte, sei die Anlage erfolgreich repariert worden. BP kündigte in diesem Zusammenhang an, dass es in den nächsten Tagen erneut zu Fackelaktivitäten kommen kann. Bis zum Wochenende soll die Anlage wieder im Normalbetrieb laufen, erklärte Unternehmenssprecher Peter Alexewicz.

Kontrolliertes Abbrennen in Gelsenkirchen

Das kontrollierte Abbrennen von Gas nach einer Betriebsstörung dient nach Angaben der Bezirksregierung Münster der Sicherheit der Anlagen und soll Störfälle verhindern. Die Bezirksregierung ist für die Überwachung und Genehmigung der Anlagen zuständig.

Update 15. Januar, 11 Uhr: Am Mittwochmorgen steht fest: Ein technischer Defekt am Verdichter hat die erhöhte Fackelaktivität am Montagabend ausgelöst. Dieser sei aber nicht am Herzstück der Anlage gewesen, deshalb sei nur ein kleiner Schaden entstanden.

Kleinbrand in BP-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven

Nach Angaben des BP-Raffinerie-Pressesprechers hat es einen Kleinbrand beziehungsweise Schwelbrand im Werk gegeben. Dieser sei aber innerhalb weniger Minuten gelöscht gewesen.

Die Abschaltung der Anlage und die daraus resultierende Fackelaktivität sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. "Wir hoffen, dass die Anlage wieder zeitnah in Betrieb gehen kann", so Pressesprecher Peter Alexewicz.

130 Bürger melden Fackelbetrieb in Gelsenkirchen-Scholven

Update 14. Januar, 15 Uhr: 130 Bürger haben am Montagabend bei der Kreisleitstelle Recklinghausen angerufen und den Feuerschein am Himmel gemeldet beziehungsweise ihren Verdacht eines Brandes geäußert. Anders als die Kreisleitstelle in Herne, hat die Warn-App-NINA im Kreis Recklinghausen nicht Alarm geschlagen.

Der Grund: "Für die Kollegen war die Lage schnell eindeutig, dass es sich um den Fackelbetrieb handelt. Es lag keine Gefährdung vor und der Betrieb ist nicht in unserem Kreis", erklärt eine Sprecherin der Kreisleitstelle auf Nachfrage. Demnach habe man die Bürger vor ein paar Monaten bei einem ähnlichen Vorfall der BP-Raffinerie tatsächlich per Warn-App NINA informiert, da in dem Fall eine starke Geruchsbelästigung vorlag.

Technischer Defekt bei BP Raffinerie Scholven sorgt für Unsicherheit | cityInfo.TV

Technischer Defekt bei BP Raffinerie Scholven sorgt für Unsicherheit | cityInfo.TV

Ursachenforschung für Defekt in Gelsenkirchen läuft noch

Update 14. Januar, 11 Uhr: Die Ursachensuche für den technischen Defekt in einer der Produktionsanlagen im Werk Scholven läuft noch. Ob es einen Brand auf dem Gelände gab, hat Peter Alexewicz, Sprecher des Unternehmens, weder bestätigt noch dementiert.

Es sei aber ein üblicher Vorgang, dass es im Fall eines Produktionsausfalls zu erhöhter Fackelaktivität komme, denn überschüssige Gase müssten abgefackelt werden. Das sei eine Sicherheitsmaßnahme der Raffinerie. Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Anwohner bestanden. Die Anlage ist noch abgeschaltet. Durch den Ausfall der Anlage und das starke Abfackeln sei wirtschaftlicher Schaden entstanden. Zur Höhe des Sachschadens konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Update 13. Januar, 23 Uhr: Nach bisher nicht bestätigten Informationen soll es in der BP-Raffinerie einen t echnischen Defekt und im Zuge dessen einen Brand an einem Rohgasverdichter gegeben haben. In einer solchen Anlage werden Prozessgase komprimiert. Um das System zu entlasten und eine Explosion zu verhindern, sollen Gase in die Fackel umgeleitet worden sein.

Update 22.30 Uhr: Mittlerweile hat BP auf seiner Homepage eine offizielle Mitteilung zu dem Fackelschein über dem Großteil des Ruhrgebietes veröffentlicht.

Das Unternehmen spricht einerseits von einem technischen Defekt in einer Produktionsanlage. Dieser sei  andererseits aber durch die Sicherheitseinrichtungen - in diesem Fall die weithin sichtbaren Fackeln - unter Kontrolle.

Hier das komplette Statement von BP:

"Im Norden vom Werk Scholven kommt es nach einem Anlagenausfall aktuell zu starken Fackelaktivitäten.
Nach einem technischen Defekt ist eine Produktionsanlage im Werk Scholven in den späten Abendstunden ausgefallen. Um die Anlage zu entlasten, werden die überschüssigen Gase über die Fackeln auf dem Werksgelände verbrannt. Dies führt zu den derzeit sichtbaren Fackelaktivitäten und Geräuschentwicklungen. Wir bemühen uns, die Anlagen schnellstmöglich wieder in den Normalbetrieb zu nehmen und entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Fackeln sind notwendige Sicherheitseinrichtungen einer Raffinerie: Überschüssige Gase, die nicht normal in den Anlagen verarbeitet werden können, werden zu mehr als 99 Prozent durch das Zuführen von Dampf verbrannt. Dies kann für eine entsprechende Geräuschentwicklung sorgen."

So sah der Himmel über der Raffinerie von Herten aus betrachtet aus.

Selbst in Sprockhövel rückt die Feuerwehr aus

Update 22.03 Uhr:

Aktuelle Informationen der Feuerwehr Gelsenkirchen liegen vor. Demnach spricht man bei BP offiziell nicht von einem "Störfall". Die besondere Intensität des Feuerscheins sei darin begründet, dass eine tief hängende Wolkendecke das Flackern der Flammen sehr stark reflektiert, sogar bis nach Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund. Selbst im 30 Kilometer Luftlinie entfernten Sprockhövel rückte noch die Feuerwehr wegen eines vermeintlichen Großbrandes aus.

Update, 21.40 Uhr:

Hier einige Hintergründe zum Fackelsystem der BP-Raffinerie an den Standorten Scholven und Gelsenkirchen-Horst (Quelle: BP):

"Das Werk Scholven verfügt über elf Hochfackeln und zwei Bodenfackeln. Im Werk Horst sind sechs Hochfackeln in Betrieb.

Im Normalbetrieb bei der Verarbeitung von Rohöl zu verschiedenen Produkten wie Kraftstoff oder petrochemischen Grundstoffen kommen diese nicht zum Einsatz. Die sogenannten Prozessgase werden in den Anlagen weiterverarbeitet bzw. aufgearbeitet.

Anders ist das bei An- und Abfahrvorgängen (z.B. im Zuge von TüV-Revisionen) und Betriebsstörungen. Hier fallen beim An- bzw. Herunterfahren von Anlagenteilen große Mengen Überschussgase an, die nicht verarbeitet werden können. Diese Gase werden direkt den Raffineriefackeln zur sicheren und kontrollierten Verbrennung zugeführt.

Dies entspricht den Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft). Die TA Luft ist die Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und enthält Festlegungen zum Stand der Technik, welche von den Anlagenbetreibern einzuhalten sind.

Der Fackelbetrieb dauert so lange, bis die betroffenen Anlagen wieder in Normalbetrieb genommen werden."

Das Flackern der Flammen war in weiten Teilen des Ruhrgebiets am Himmel zu sehen.

Update: 21.26 Uhr:

Der aktuelle Vorfall weckt Erinnerungen an den Fackelbetrieb, der am Nachmittag des 9. März 2019 durch einen Stromausfall in der Raffinerie Scholven ausgelöst wurde. Der Stromausfall wiederum war durch ein Gewitter verursacht worden. Die Fackeln sorgten damals für eine gewaltige Rauch- und Rußwolke, die ebenfalls in weiten Teilen des nördlichen Ruhrgebietes sichtbar war.

Update: 21.18 Uhr:

Die Feuerwehr Herne teilt in diesem Moment mit: Es bestehe "keine Gefahr für die Bevölkerung". Der Fackelbetrieb sei aktuell "aus technischen Gründen" nötig. Bürger sollen wegen der Lärm- oder Geruchsbelästigung nicht die Notrufnummern 112 und 110 blockieren - sondern nur dann, wenn wirklich ein Notfall vorliegt.

Unser bisheriger Bericht von 20.59 Uhr:

In der BP-Raffinerie Gelsenkirchen-Scholven ist die Gas-Fackel angesprungen. Das Rauschen und der Feuerschein sind so intensiv wahrnehmbar wie seit Jahren nicht mehr. Die Hertener Feuerwehr ist bereits ausgerückt, weil Bürger einen Großbrand im Bereich des Hertener Schlossparks befürchteten.
Auch aus anderen Städten gingen in der Kreisleitstelle Recklinghausen Notrufe ein, in denen von angeblichen Großbränden berichtet wurde. In Recklinghausen, Marl und Castrop-Rauxel rückte ebenfalls die Feuerwehr aus - doch alle Einsätze erwiesen sich als Fehlalarme.

Meldungen auch aus Dortmund, Essen, Oberhausen

Nicht nur in der Feuerwehr-Kreisleitstelle Recklinghausen gehen aktuell zahlreiche Anrufe ein. Auch bei den Feuerwehren in Gelsenkirchen und Herne klingelt permanent das Telefon. Selbst aus Dortmund kommen Meldungen.

Zum Hintergrund:

Der Lärm und der Feuerschein sind seit vielen Jahren immer wieder mal wahrnehmbar - manchmal mit Ankündigung, manchmal wegen eines plötzlichen Störfalls. Immer wieder kommt es dann vor, dass Menschen in Herten, Gelsenkirchen und sogar auch in Marl die Feuerwehr alarmieren, weil sie einen Großbrand befürchten.

Fackeln verbrennen Gase und Produktreste

Ganz aktuell handelt es sich dem Anschein nach um einen Störfall. Die Fackeln springen dann automatisch an, damit Gas und Produktreste verbrannt werden.

In der Teilen der Bevölkerung besteht seit jeher die Sorge vor einer Gesundheitsgefahr. BP betont jedoch stets, dass insbesondere durch die Fackel eine Gesundheitsgefahr ausgeschlossen werde, da Gase und Produktreste dadurch quasi vollständig verbrannt werden und eben nicht in die Umgebungsluft gelangen.

Zuletzt gab es im Herbst 2019 größere Fackel-Aktivitäten in Scholven. Diese waren allerdings geplant.

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