Gericht

Bewährung nach Macheten-Attacke

RECKLINGHAUSEN - Sechs Monate nach einer Macheten-Attacke in einem Hochhaus in Herten sind ein 25-jähriger Recklinghäuser und ein Freund (27) aus Herne gestern zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Duo hatte im März einen Streit mit einem Anwohner angezettelt – der Mann wurde dabei am Hals verletzt.

Das Bochumer Schwurgericht hatte beide Angeklagte vor einer Woche unter lautem Applaus ihrer Angehörigen aus der U-Haft entlassen. Und damit bereits einen klaren Fingerzeig geliefert, dass sie nicht mehr wegen versuchten Totschlags bestraft werden würden. Die Urteile lauteten jeweils auf gefährliche Körperverletzung.

Dass das Duo den Hochhaus-Anwohner töten wollte, hält das Schwurgericht für ausgeschlossen. „Einen Tötungsvorsatz hat die Kammer nicht feststellen können“, sagte Richter Josef Große Feldhaus. Die Richter glaubten dem Recklinghäuser und dem Mitangeklagten, dass der Macheten-Schlag letztlich verunglückt sei und eigentlich wohl nur der Oberarm des späteren Opfers getroffen werden sollte. Ebenso nahmen sie den Angeklagten ab, dass die Bewaffnung bis an die Zähne (mit Machete und Schlagstock) allein als Vorsichtsmaßnahme vor dem Kampfhund in der Wohnung des späteren Opfers galt.

Die Angeklagten waren am 3. März nach Herten gefahren und wollten dem späteren Opfer eine Entschuldigung abringen. Die dort lebende Verlobte des Recklinghäusers war laut Urteil zuvor von einem Hochhaus-Nachbarn beleidigt worden. Es war dann zu einem tumultartigen Gerangel in der 7. Etage gekommen, bei dem der Anwohner durch einen Macheten-Treffer eine Schnittwunde am Hals erlitten hatte.

Die Verhängung von Bewährungshaftstrafen begründeten die Richter mit einwandfreiem Prozessverhalten. Beide Angeklagte hatten von Anfang an Geständnisse abgelegt, Reue gezeigt, sich entschuldigt und außerdem jeweils 1500 Euro zur Wiedergutmachung des Schadens an das Opfer überreicht.

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