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Das Gewerbegebiet Hoppenwall in Herten-Bertlich mit dem Real-Markt (das große Gebäude und das weiße darunter) aus der Luft.

Entscheidung in dieser Woche?

Real-Verkauf ist besiegelt: 85 Beschäftigte in Herten fürchten um ihre Arbeitplätze

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  • Carola Wagner
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  • Danijela Budschun
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Der Verkauf von "Real" ist besiegelt. Etwa 30 Supermärkte sollen geschlossen werden. Die Entscheidung, was aus dem Standort Herten-Bertlich wird, steht aber noch aus.

Update 14. Februar, 11.35 Uhr:

Jetzt ist es amtlich. Am späten Donnerstagabend (13.02.) hat der Metro-Konzern die Supermarktkette Real offiziell verkauft. Der Vertrag ist jetzt unterschrieben. Die aktuell noch 276 Real-Märkte, darunter jener am Hoppenwall in Herten-Bertlich, werden von dem deutsch-russischen Konsortium aus den Unternehmen "SCP Group" und "X+Bricks" übernommen. Bis in die Nacht hinein hatten die Aufsichtsräte der beteiligten Unternehmen getagt.

Heute findet in Düsseldorf die Hauptversammlung des Metro-Konzerns statt. Real-Mitarbeiter wollen dort demonstrieren. Ob im Zuge der Versammlung auch bekanntgegeben wird, was aus deinen einzelnen Supermärkten wird, ist noch unklar.


Update 11. Februar, 13.05 Uhr:

Der Verkauf der Supermarktkette Real ist offenbar in trockenen Tüchern, auch wenn der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist. Der Mutterkonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf der angeschlagenen Supermarktkette Real, die auch einen Standort in Herten-Bertlich hat, geeinigt. Das teilte Metro am Dienstagmorgen. Es werde jedoch noch über einzelne offene Punkte verhandelt.

Viele der 85 Mitarbeiter des Bertlicher Marktes fürchten, dass ihr Standort geschlossen wird. Der auf zwei Gebäude verteilte Komplex am Hoppenwall ist stark sanierungsbedürftig, stellenweise tropft Wasser durchs Dach. Auch das Umfeld des Marktes ist nicht ansprechend. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld für eine Sanierung in die Hand nehmen.

Bei den Beschäftigten ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes groß, denn die beruflichen Perspektiven im Einzelhandel sind nicht gut.

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV


Update 30. Januar:

Der „Real“-Verkauf steht offenbar kurz bevor. Viele der 85 Mitarbeiter des Marktes in Herten-Bertlich fürchten das Schlimmste.

In Branchenkreisen kursiert der Zeitplan, dass noch in dieser Woche der Vertrag über den Verkauf der Supermarkt-Kette „Real“ unterschrieben werden soll

Herten: Öffentliche Bekanntgabe am 14. Februar?

Die öffentliche Bekanntgabe soll, so heißt es, während der ordentlichen Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro AG am 14. Februar in Düsseldorf erfolgen. 

Eine offizielle Bestätigung durch Real oder Metro gibt es nicht. Metro hatte allerdings wiederholt angekündigt, der Verkauf an das deutsch-russische Konsortium aus den Unternehmen „X+Bricks“ und „SCP Group“ solle bis Ende Januar unter Dach und Fach sein.

Markt in Herten ist sanierungsbedürftig

Die neuen Eigentümer wollen nach derzeitigem Stand etwa 50 Filialen schließen und die übrigen 227 an Konkurrenten weiterverkaufen. Konkret im Gespräch sind Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto sowie die Baumärkte Toom und Obi. 

In der Bertlicher Filiale geht ein großer Teil der Mitarbeiter davon aus, dass es auf eine Schließung hinausläuft. Der auf zwei Gebäude verteilte Komplex ist stark sanierungsbedürftig, stellenweise tropft Wasser durchs Dach.

In Herten arbeiten 85 Menschen 

Auch das Umfeld ist optisch nicht ansprechend. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld in die Hand nehmen. Nach Informationen der Hertener Allgemeinen Zeitung arbeiten 85 Menschen im Bertlicher Real-Markt, darunter 25 Vollzeitkräfte, die übrigen in Teilzeit beziehungsweise auf Mini-Job-Basis. 

Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist groß, denn die beruflichen Perspektiven im Einzelhandel sind nicht gut. Diese Angst führt offenbar auch dazu, dass Mitarbeiter und Betriebsrat den Gang in die Öffentlichkeit bisher scheuen. 


Update 16. Januar:

Der Mutterkonzern Metro will sich künftig auf den Großhandel konzentrieren und seine Einzelhandelstochter Real veräußern, voraussichtlich schon bis Ende Januar. 

Der wahrscheinliche Käufer, ein deutsch-russisches Konsortium aus den Unternehmen „X+Bricks“ und „SCP Group“, will Real inklusive des Online-Shops übernehmen.

227 Filialen sollen an Konkurrenten verkauft werden 

Die bisherigen Überlegungen, eine kleine Anzahl von Filialen unter der Marke „Real“ weiterzuführen, ist offenbar vom Tisch.

Stattdessen deutet alles darauf hin, dass die neuen Eigentümer 50 Filialen schließen und die übrigen 227 an Konkurrenten verkaufen. Konkret im Gespräch sind Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto sowie die Baumärkte Toom und Obi.

Wie Real auf das Gerücht reagiert

Wie die Zukunft des Standortes in Bertlich (Foto) aussieht, ist schwer zu klären. Es steht das Gerücht im Raum, der Verkauf an einen chinesischen Investor sei bereits unter Dach und Fach und das Geschäft werde geschlossen. 

Der Real-Markt in Bertlich.

Auf Nachfrage der Hertener Allgemeienn Zeitung teilte das Unternehmen Real jetzt mit, man äußere sich gar nicht zu der aktuellen Entwicklung.

Anfragen bei der Stadt? 

Auskünfte erteile der Mutterkonzern Metro. Dieser wiederum machte keine Angaben zu konkreten Real-Standorten. 

Die Hertener Allgemeine Zeitung fragte daraufhin bei der Hertener Stadtverwaltung nach, ob dort Anfragen von möglichen neuen Eigentümern eingegangen sind. 

Doch sowohl bei Stadtbaurat Christoph Heidenreich als auch bei der Wirtschaftsförderung hat noch kein Investor angeklopft.

Update 14. Januar:

Bis Ende Januar will der Mutterkonzern Metro die Supermarkt-Kette Real an das deutsch-russische Konsortium "X+Bricks" verkaufen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung schlägt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus jetzt Alarm:Bis zu 10.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Betriebsrat: "Es wird ein Drama"

Klockhaus warnt vor einem Kahlschlag beim Personal. "Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen", sagte er in dem Interview. "Das heißt, fast jede dritte Stelle ist in akuter Gefahr. Es wird ein Drama."

Die meisten Mitarbeiter würden durch die Schließung von Filialen ihre Stelle verlieren. Nach Schätzungen sollen rund 50 der über 270 Märkte komplett geschlossen werden. Bei durchschnittlich 120 Mitarbeitern pro Filiale würden allein dadurch etwa 6000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Das Konsortium "X+Bricks" hat das Ziel, Real vom Grundsatz her mit einer überschaubaren Anzahl von Filialen weiterzuführen. Zahlreiche weitere Märkte sollen an Konkurrenten verkauft oder geschlossen werden.

Zwiespältige Situation für Real in Bertlich

Zur Zukunft des Bertlicher Real-Marktes gibt es aktuell keine offiziellen Auskünfte. Die Situation des Standortes ist zweischneidig.
Für ihn spricht, dass Real in Bertlich einen besonders hohen Stellenwert hat. Der Markt am Hoppenwall ist der einzige Nahversorger im Stadtteil. Das könnte für einen Käufer wie Edeka durchaus von Interesse sein.

Gegen die Filiale spricht allerdings, dass die bauliche Substanz schlecht und der Standort insgesamt nicht besonders attraktiv ist. Es wären für einen Fortbestand erhebliche Investitionen nötig.

Update 16. Dezember: 

Der Handelsriese Metro geht davon aus, sich Anfang 2020 von der Supermarktkette Real zu trennen. Ende Januar soll der Kaufvertrag mit dem Bieter-Konsortium aus "X+Bricks" und der "SCP Group" besiegelt werden, erklärte jetzt Metro-Chef Olaf Koch in Düsseldorf. 

Das Konsortium werde Real komplett übernehmen, heißt es weiter. Koch geht davon aus, dass es vom Bundeskartellamt aus keine Probleme geben werde. 

Herten: Verhandlungen mit Redos beendet

Das Konsortium hat das Ziel, Real vom Grundsatz her weiterzuführen. Es werde aber auch Filialen der Kette geben, die an Konkurrenten verkauft oder geschlossen werden. 

Bislang sollte Real eigentlich an ein Konsortium um den Investor Redos veräußert werden. Die Verhandlungen mit Redos seien aber beendet wurden, heißt es von Metro-Seite.

Herten: "X+Bricks" arbeitet eng mit Kaufland zusammen

X+Bricks hatte zusammen mit der SCP Group im Juli ein vorher schon unterbreitetes Angebot noch einmal aufgstestockt, um Redos aus dem Rennen zu werfen. 

Metro-Chef Koch hatte sich aber lange geweigert, mit X+Bricks zu verhandeln. Als Grund nannte er mögliche kartellrechtliche Probleme. Der Immobilieninvestor X+Bricks mit Sitz in Frankfurt arbeitet eng mit Kaufland zusammen.

Herten: Unsicherheit für Real-Beschäftigte

Klaus Gehrig (71), Chef des Kaufland-Eigentümers Schwarz Gruppe, zu der auch Lidl gehört, wollte rund 100 Real-Standorte übernehmen, hieß es damals.

Arbeitnehmervertreter bei Real beklagen die seit langem andauernde Unsicherheit für die Beschäftigten,

Update 30. Oktober: 

Laut neuesten Informationen aus Insider-Kreisen will Eigentümer Metro die Supermarkt-Kette an den Immobilieninvestor Redos verkaufen. Der wiederum möchte einen Teil an Edeka weitergeben. 

Der Handelsriese greift somit nach Märkten eines direkten Konkurrenten. 

Herten: 50 Märkte sollen den Namen "Real" behalten

Edeka hat bereits beim Kartellamt Pläne für eine Übernahme von Real-Märkten angemeldet. Kartellamtschef Andreas Mundt: "Es geht um eine hohe zweistellige Anzahl dieser Standorte". 

Es heißt, Redos möchte mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. 

Herten: Kartellamt wird genau hinsehen

Auch die Supermarkt-Kette Kaufland steht der Redos-Gruppe nah.

Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden. Die Kartellwächter prüfen Übernahmen im deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau. 

Inwiefern die neuesen Entwicklungen den Markt in Herten-Bertlich am Hoppenwall betreffen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt gesagt werden,

Für Markt in Herten gibt es mutmaßlich drei Varianten 

Möglich wären demnach, dass der Markt in Bertlich unter dem bisherigen Namen "Real" weitergeführt wird, er zu einem Edeka-Markt umgewandelt wird oder zu einer Kaufland-Filiale. 


Unsere bisherige Berichterstattung:

Gerüchte um einen Verkauf der Real-Kette gab es schon länger. Jetzt wurde bekannt: Das Bundeskartellamt hat den Verkauf der Kette vom Metro an den Investor Redos gebilligt. Auf unsere Anfrage, welche Konsequenzen das für die Bertlicher Filiale und ihre 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, erhalten wir von der Sprecherin der Metro AG keine erhellende Antwort. Sie sagt: „Zu einzelnen Märkten können wir uns aufgrund des laufenden Verkaufsprozesses nicht äußern.“ 

Metro-Chef Olaf Koch erklärte kürzlich in einem Interview, dass ein Großteil der Märkte an die Konkurrenz aus dem Lebensmittel-Einzelhandel übergeht. Auch er will keine Zahlen nennen, solange Verhandlungen laufen. „Wichtig ist das Signal, dass die Marke Real mit einem gesunden Kern erhalten bleibt“, sagt Koch. 

Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter in Herten

Real in Bertlich bietet auf 6500 Quadratmetern neben einem breiten Lebensmittelangebot auch Spielwaren, Heimwerkerbedarf, Sport-, Fahrrad- und Autoartikel etc. Vor Ort ist vom Personal niemand bereit, mit uns über die Hiobsbotschaft zu sprechen. Die Stimmung sei mehr als gedrückt, die Mitarbeiter seien verunsichert, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Auf dem Real-Parkplatz schiebt Herbert Dolega den Einkaufswagen in Richtung seines Autos. „Ich finde es nicht gut, dass Real verkauft wird“, sagt der Polsumer. Den Supermarkt am Hoppenwall in Bertlich steuert er mindestens einmal in der Woche an. „Ich komme relativ schnell hier hin, sei es mit dem Auto oder mit dem Fahrrad.“ Die Parkmöglichkeiten seien gut, findet der Marler. 

Auf dem Parkplatz des Getränkemarktes hat Petra Vukan gerade ihre Einkäufe in den Kofferraum ihres Wagens geladen. Auch sie kommt etwa einmal wöchentlich zum Real-Markt: „Hier bekommt man wirklich alles, von Getränken bis zu Tiernahrung, es gibt einen Metzger, eine Frischetheke.“ Die Langenbochumerin findet es wichtig, dass ein Supermarkt am Hoppenwall bleibt: „Wenn es hier keinen mehr gäbe, wäre das schade.“ Vor allem für die umliegenden Anwohner. 

Für die Anwohner in Herten wäre der Verlust bitter

Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist der Penny-Markt in Marl bzw. die Lidl-Filiale in Westerholt – und die steht derzeit nicht zur Verfügung. Der alte Lidl-Markt an der Bahnhofstraße wurde abgerissen und wird derzeit neu gebaut. Vorerst ist also unklar, was aus dem Bertlicher Real wird. Für die Menschen vor Ort wäre ein Verlust bitter, handelt es sich doch um das einzige relevante Nahversorgungsangebot dort oben im Nordwesten der Stadt. 

Es heißt, dass die Redos-Gruppe, an die Metro verkauft hat, der Supermarkt-Kette Kaufland nahe steht. Gut möglich also, dass Kaufland den Laden am Hoppenwall übernimmt. Dann wäre da noch Edeka – ebenfalls seit langem daran interessiert, in Herten Fuß zu fassen.

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Bei der Wurstwaren-Fabrik Herta ist ein Käufer bereits gefunden. 

In Langenbochum wiederum wird demnächst ein Traditionsgeschäft schließen. 

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