Nach den nächtlichen Auto-Treffen bleibt am früheren Real-Markt viel Müll zurück.
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Nach den nächtlichen Auto-Treffen bleibt am früheren Real-Markt viel Müll zurück.

Neue Treffpunkte

22 Verwarngelder: Polizei hat die Raser- und Tuning-Szene in Herten im Blick

  • Frank Bergmannshoff
    vonFrank Bergmannshoff
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Auf den Zechengeländen Schlägel & Eisen und Ewald geht die Polizei konsequent gegen die Raser- und Tuning-Szene vor. Jetzt wurden 22 Verwarngelder verhängt.

Update 24. März: Auf die Zersplitterung und Verlagerung der Raser- und Tuning-Szene in Herten will die Polizei mit einer Ausweitung ihrer Kontrollen reagieren. Die Auto-Fans müssen künftig sowohl auf den Zechengeländen Ewald und Schlägel & Eisen sowie auf den Parkplätzen am Copa Ca Backum und am früheren Real-Markt mit Überprüfungen und Strafen rechnen.

Wie berichtet, war es am vergangenen Wochenende an den genannten Orten zu Treffen der Tuning-Szene gekommen. Viele Teilnehmer hielten sich an die Regeln, andere aber nicht. So klagten Anwohner des Copa über nächtliche Beschleunigungsrennen, laute Musik und reichlich Müll.

Die Polizei war am Freitag (19.3.) und Samstag (20.3.) im Einsatz. Auf Nachfrage von 24vest.de zieht ein Behördensprecher Bilanz:

  • Ewald-Gelände: Am Freitagabend (19.3.) fand die Polizei dort zahlreiche Fahrzeuge vor, die optisch der Tuning-Szene zuzuordnen waren. Die Fahrer und Beifahrer, überwiegend junge Leute, hielten zum Teil die Corona-Abstände nicht ein. Die Polizei forderte sie auf, die Regeln zu befolgen oder das Gelände zu verlassen. Die meisten taten Letzteres. Am Samstag (20.3) kamen laut Polizei nur wenige Fahrzeuge. An beiden Tagen mussten insgesamt 22 Autofahrer ein Verwarngeld zahlen. Sie hatten an der Ewald-Zufahrt am Café das Zeichen „Durchfahrt verboten – Anlieger frei“ missachtet.
  • Schlägel & Eisen: Die Polizei sprach vor 21 Uhr, also vor dem Nachtfahrverbot, Autofahrer an und wies sie auf die Regelung hin. Diese wurde eingehalten, die Polizei musste nicht eingreifen.

Was die Situation am Copa betrifft, so ermutigt der Sprecher die Anwohner, bei Verstößen wie Beschleunigungsrennen oder Lärm die Polizei zu rufen: „Wir werden die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen: von Platzverweisen über Verwarngelder und Strafanzeigen bis hin zur Sicherstellung von Fahrzeugen und Führerscheinen.“

Unsere bisherige Berichterstattung:

Seit einigen Wochen greifen Polizei und Ordnungsamt in Herten härter durch, um Raserei, Lärm und Vermüllung auf den Zechengeländen in Langenbochum und Herten-Süd in den Griff zu kriegen. Auf Ewald führte die Polizei am Samstagabend (20.03.) Kontrollen durch und kassierte Geldstrafen. Zuletzt war am 17. März auch ein Auto sichergestellt worden.

Es war absehbar, dass sich die Szene durch diese Maßnahmen nicht auflösen, sondern nur verlagern wird. Sowohl die Tuning-Fans, die sich an die Regeln halten, als auch die schwarzen Schafe haben sich neue Treffpunkte gesucht – und neue Rennstrecken.

Müll und Scherben auf dem Real-Parkplatz

Ein Teil der Szene hat sich zum Parkplatz des seit Ende Januar geschlossenen Real-Marktes am Hoppenwall in Bertlich verlagert. Es gibt dort verschiedene Gruppen. Manche halten sich an Recht und Gesetz, andere nicht. Die vernünftigen Teilnehmer appellieren zum Beispiel in Online-Communitys an die anderen, keinen Lärm und Müll zu verursachen. Doch nicht wenige Autofahrer ignorieren das. Und so sieht es am Real-Markt- inzwischen auch aus: Die asphaltierten Flächen und Grünanlagen sind voller Müll und Scherben. Beton-Poller und Verkehrszeichen wurden umgerissen.

Beschleunigungsfahrten und laute Musik am Copa Ca Backum

Ortswechsel. An der Friedrichstraße zwischen Feldstraße und Backumer Tal kamen in der Nacht von Samstag auf Sonntag einige Anwohner nicht in den Schlaf. In Sicht- und Hörweite ihrer Häuser befindet sich nämlich der Parkplatz des Copa Ca Backum. Dort ging die Post ab: Beschleunigungsfahrten, aufheulende Motoren, quietschende Reifen, laute Musik - und am nächsten Morgen: reichlich zurückgelassener Müll. Unserer Redaktion liegen Videos vor, die die Situation dokumentieren.

Getränkeflaschen und -dosen sowie Essenskartons liegen auf dem Parkplatz am Copa Ca Backum.

Platzverweise der Polizei wirken nicht lange

Aber auch am Copa ist die Szene offenbar nicht homogen. Unsere Zeitung traf dort am Sonntagnachmittag einige junge Männer an, die zwar einräumten, in der Nacht zuvor reichlich Abfall hinterlassen zu haben. Aber sie seien am Sonntag zurückgekommen, um aufzuräumen. Und sie würden sich bemühen, wenig Lärm zu machen. Es gebe aber nunmal auch andere Gruppen, die keine Rücksicht nähmen. Zwar habe die Polizei am Samstagabend alle Autofahrer aufgefordert, den Copa-Parkplatz zu verlassen. Doch nicht wenige seien ein paar Stunden später wiedergekommen.

Eines hat das Wochenende also auf jeden Fall gezeigt: Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Polizei und den verschiedenen Gruppen der Auto-Szene ist jetzt um mindestens zwei Schauplätze erweitert worden.

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