Auch vor der Bären-Apotheke in der Innenstadt gab es Warteschlangen.
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Auch vor der Bären-Apotheke in der Innenstadt gab es Warteschlangen.

Ausgabe von FFP2-Masken

Apotheken meistern einen Kraftakt

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
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Die Apotheken in Herten haben bereits tausende FFP2-Masken an Menschen aus den Risikogruppen abgegeben. Einfach war das nicht.

Als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ankündigte, die Risiko-Patienten sollten mit FFP2-Masken versorgte werden, versetzte das die meisten Apotheker auch in Herten in helle Aufregung: Woher sollten die riesigen Mengen kommen, wie sollte die Ausgabe organisiert werden?

„Normalerweise wird eine Verordnung veröffentlicht und tritt 24 Stunden später in Kraft“, sagt Jan Forster, Inhaber der Bären-Apotheke in der Innenstadt. „Diesmal wurde die Verordnung dienstagabends veröffentlicht, wir sollten aber schon ab dienstagmorgens die Masken ausgeben. Daher gab es bei den Kunden schon eine Erwartungshaltung“, so Forster.

„Wir haben es wie die Patienten aus der Zeitung erfahren“, sagt Apotheker Karsten Junge von der Distel-Apotheke in Disteln. Und zunächst war gar nicht so klar, woher die Masken kommen sollen. „Wir haben zuerst gedacht, wir bekommen sie direkt vom Ministerium“, sagt Michael Schulz von der Glückauf-Apotheke in Langenbochum. Es ist dann aber doch anders gekommen.

Großer Ansturm der Masken-Abholer

Der Ansturm auf ihre Apotheken, berichten Karsten Junge, Michael Schulz und Jan Forster unisono, sei am Anfang immens gewesen. „Ich habe noch nie so viele Kunden hier gesehen“, sagt Junge. Um der Menge an Besuchern Herr zu werden und dabei auch dem Infektionsschutz Rechnung zu tragen, haben sich alle Apotheker etwas einfallen lassen. In der Distel-Apotheke hat Karsten Junge die Ausgabe der Masken aus dem Verkaufsraum verbannt. „Wir machen das jetzt über ein Seitenfenster“, sagt er.

Michael Schulz nutzt in der Glückauf-Apotheke beide Eingänge: einen für den regulären Publikumsverkehr, den anderen für Masken-Abholer. Die Bären-Apotheke hatte zunächst einen eigenen Tisch für Maskenabholer im Verkaufsraum, mittlerweile ist der ganz große Andrang aber vorbei, sodass die Maskenausgabe ins reguläre Geschäft eingebettet ist. Tausende Abgaben haben die Apotheken jeweils bisher geleistet, die erste Ausgabe läuft noch bis zum 6. Januar. Einfach war es aber nicht.

Nicht nur, dass die Bestellung zum alltäglichen Geschäft dazukommt. Es gebe zig Parameter zu prüfen, um sicher zu sein, dass die Abgabe dieses speziellen Produkts auch durch die Bezirksregierung genehmigt werde, sagt Jan Forster. Dazu habe er die Erfahrung gemacht, dass manche Anbieter tricksen. „Ich habe einmal 10.000 Masken bestellt, die Bestellung ist dann aber auf 140 Stück zusammengestrichen worden“, sagt er.

Ein riesiger Aufwand

Auch wenn die Masken angekommen sind, ist noch viel Arbeit notwendig. „Manche Masken sind einzeln verpackt, davon packen wir dann drei zusammen“, sagt Karsten Junge. „Manchmal sind aber auch zehn bis 20 in einem Paket, da müssen wir umpacken. Das ist alles sehr aufwendig.“ Das war schon nach der Ankündigung der Maskenausgabe so. „Da hat das Telefon nicht stillgestanden“, so Karsten Junge. „Die Leute wollen wissen, wann sie ihre Maske nun abholen könnten. Aber ich hatte gerade erst welche bestellt.“

Die Maskenausgabe erzeugt Aufwand, bindet Personal und beinhaltet das Risiko, dass die Bestellung nicht geliefert wird. Und dann gibt es auch noch Kunden, die die Apotheken auf der Suche nach Masken abklappern. „Ich lasse mir den Personalausweis zeigen und die Kunden unterschreiben“, sagt Karsten Junge. „Aber kontrollieren kann ich das nicht.“

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