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Gutachter sind am Hertener Busbahnhof im Einsatz. 

Sperrung in Herten

Nach Betonbrocken-Sturz am Busbahnhof: Das sagen die Gutachter

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  • Anna Lisa Oehlmann
    Anna Lisa Oehlmann
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Der Busbahnhof Herten-Mitte war zur Hälfte gesperrt, weil aus einem Dach ist ein Betonbrocken herausgebrochen war. Jetzt gibt es Gutachten.

  • Am Busbahnhof Herten-Mitte sind Stücke aus einer Betondecke herausgebrochen.
  • Es gab keine Verletzten, aber Sachschäden.
  • Wegen weiterer Risse bleibt der Busbahnhof vorerst zu einem großen Teil gesperrt.
  • Gutachter haben die Lage untersucht.

Update 19. April: Vor zwei Wochen brach ein Betonstück aus der Überdachung am Busbahnhof. Das Teil zertrümmerte die Scheibe einer Fahrplanvitrine. 

Daraufhin wurde der Busbahnhof halbseitig gesperrt. Nun liegen laut Stadtverwaltung die Bewertungen von insgesamt drei Gutachtern vor.

Fachleute: Dach am Hertener Busbahnhof ist in gutem Zustand

Das betroffene wolkenförmige Dach sei in einem guten Zustand, so das Urteil der Fachleute. 

Die Anlage sei standsicher und könne von städtischer Seite aus ab sofort wieder freigegeben werden, urteilten die Sachverständigen laut Stadtverwaltung. 

Absperrungen wurden entfernt

Die Absperrungen wurden daher bereits entfernt, letzte Elemente werden noch abgeholt. 

Insgesamt seien bei einem Ortstermin nur wenige Schäden gefunden worden, heißt es in den Gutachten.

Sanierungskonzept wird entwickelt

Die Verkehrssicherheit sei nicht gefährdet und die Standsicherheit der Dächer nicht beeinträchtigt. Die Gutachter gehen von einem Planungs- oder Ausführungsschaden beim Bau des Busbahnhofs aus. Das müsse jetzt im Nachgang untersucht und geklärt werden. 

Zusammen mit den Gutachtern entwickelt die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen ein Sanierungskonzept, heißt es abschließend.

Update: Dienstag, 14. April, 14 Uhr: Gutachter klettern am Dienstag (14.4.) auf der Leiter und am Baugerüst am Hertener Busbahnhof in der Innenstadt herauf und herunter. Sie begutachten die Beschaffenheit und die bereits aufgetretenen Schäden am ganzen Bauwerk und an der Überdachung im Besonderen.

Am Wochenende soll alles fertig sein, so lautet das Ziel der Hertener Stadtverwaltung. Sollte das klappen, soll die Sperrung aufgehoben und der Busbahnhof wieder normal genutzt werden. 

Externe Architekten und Statiker untersuchen den Busbahnhof in Herten

Update: Montag, 6. April, 18.28 Uhr Am Montagnachmittag kamen etwa 15 Vertreter von Stadtverwaltung, Immobilienbetrieb, ZBH, der Vestischen sowie externe Architekten und Statiker zu einem Ortstermin am Busbahnhof zusammen.

Der Busbahnhof wurde zu einem großen Teil abgesperrt.

Eine erste Prüfung durch Fachleute hat ergeben, dass die Statik der Überdachungen nicht grundsätzlich beeinträchtigt ist. Es bestehe keine Einsturzgefahr, betont Stadt-Sprecherin Calina Herzog auf Nachfrage unserer Redaktion.

Eine Betrachtung der Dachflächen von oben und unten hat ergeben, dass offenbar kein Schaden durch Feuchtigkeit besteht. Es könnte stattdessen sein, dass die Risse durch die Setzung des Betons, durch Wind oder durch Temperaturschwankungen entstanden sind. Doch das sind zunächst nur Vermutungen.

Gutachten soll am Ende der Osterferien vorliegen

Ein Gutachter soll noch vor Ostern mit der Prüfung des gesamten Busbahnhofs beginnen. Dafür wird später auch die andere Hälfte gesperrt. Am Ende der Osterferien soll das fertige Gutachten vorliegen. Erst dann sind auch Angaben zur Schadenshöhe möglich.

Eine ausführliche Berichterstattung - auch mit Hintergründen zum Architektenwettbewerb und zur Kostenexplosion während der Planungsphase - lesen sie am Dienstag in der Druckausgabe und im ePaper der Hertener Allgemeinen.


Update: Montag, 6. April, 11.28 Uhr: Seit Montagmorgen sind Ordnungsamt, Bauamt, die Vestische und weitere Beteiligte in Gesprächen. Die Stadt Herten hat externe Statiker und Architekten angefordert, die die Ursache und das Ausmaß der Schäden begutachten sollen. Diese werden am Montagnachmittag zu einem Ortstermin nach Herten kommen. Gegen Abend soll feststehen, ob eine Ausweitung der jetzigen Absperrung nötig ist. Das könnte nach Angaben der Stadt Herten bedeuten, dass kurzfristig an anderer Stelle ein Behelfs-Busbahnhof eingerichtet werden muss. Derzeit ist in dieser Hinsicht aber noch nichts spruchreif.

Busverkehr mit geringen Einschränkungen 

Der Busverkehr läuft zunächst einmal vom Grundsatz her weiter. Jedoch sind die Bussteige 1 und 4 mit allen dazu gehörenden Haltebuchten und Wartebereichen gesperrt. Somit müssen Fahrgäste und Busse auf die Bussteige 2 und 3 ausweichen. Betroffene Fahrgäste müssen sich also vor Ort neu orientieren, wo ihr gewünschter Bus jetzt abfährt.

Unser bisheriger Bericht von Samstag, 4. April:

Vor genau sechs Jahren wurde der Hertener Busbahnhof eingeweiht. Jetzt ist er zum großen Teil abgesperrt. Am Samstagabend stürzte ein Betonbrocken von der Decke. An weiteren Stellen sind Gefahren nicht auszuschließen.

Der Busbahnhof Herten-Mitte wurde von November 2012 bis April 2014 zusammen mit dem Innenstadt-Kreisverkehr gebaut. Die Eröffnung war am 26. April 2014. Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro.

Der Busbahnhof war von Anfang an umstritten. Während der Planung bereits wegen der gewaltigen wolkenförmigen Dächer aus grauem Beton, die manch einer als trist und allzu wuchtig empfand. Später im Betrieb kritisierten Fahrgäste dann den geringen Wetterschutz bei Wind und Regen.

Betonbrocken zertrümmert Glasscheibe

Am Samstagabend (4.04.) passierte nun das Unfassbare: Im Bereich einer der Stahlstangen, die die Betondecke stützen, platzte ein großes Stück von der Betondecke ab und krachte zu Boden. Es hielten sich dort keine Fahrgäste auf, sodass niemand verletzt wurde. Der Betonbrocken zertrümmerte jedoch eine Glasscheibe - genau dort, wo gewöhnlich die Fahrgäste warten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich der Vorfall tagsüber ereignet hätte.

Im Bereich einer Stahlstange - oben im Bild zu erkennen - ist ein Betonbrocken von der Decke abgestürzt.

Weitere Risse entdeckt

Die Hertener Berufsfeuerwehr eilte herbei und sicherte die Schäden. Auch Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofes kamen herbei. Die Einsatzkräfte entdeckten an weiteren Stellen Risse in der Betondecke. Weitere Gefahren sind daher nicht auszuschließen.

Der Busbahnhof wurde zu einem großen Teil abgesperrt.

Der Busbahnhof wurde vorsichtshalber großflächig abgesperrt. Welche Auswirkungen das auf den Busverkehr haben wird, ist noch nicht klar. Normalerweise nutzen täglich mehr als 10.000 Menschen Busbahnhof. Er ist das Hertener Drehkreuz für ca. 15 Buslinien. Wegen der Corona-Krise ist der Busverkehr aktuell aber stark eingeschränkt.

Die Covid-19-Infektionsrate in Herten liegt aktuell deutlich über dem Durchschnitt des Kreises Recklinghausen.

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