Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Herten, der Löschzüge Scherlebeck und Herten sowie der Polizei waren vor Ort. An der Beethovenstraße hatte es in einem Keller gebrannt.
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Die Polizei ermittelte wegen zwei mutmaßlicher Überfälle in einer Mietwohnung am Ostring in Westerholt.

Prozess-Auftakt in Bochum

Brutale Folterszenen und versuchter Mord: Was geschah in der Wohnung am Ostring in Westerholt?

  • Werner von Braunschweig
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Nach zwei mutmaßlichen Überfällen in einer Wohnung am Ostring in Westerholt stehen fünf Männer vor Gericht. Es geht um mafiöse Folterszenen und versuchten Mord.

Nach mutmaßlichen Überfällen in einer Mietwohnung am Ostring müssen sich fünf Männer (20, 25, 27, 29 und 46) aus Gelsenkirchen seit Dienstag (8.12.) in Bochum vor Gericht verantworten. Es geht um mafiöse Folterszenen, ein schwer verletztes Opfer und einen Vater, der seinen eigenen Sohn zum Raubüberfall chauffiert haben soll. Die Anklage lautet: versuchter Mord.

Die Wohnungsüberfälle gehen zurück auf den 10. und 26. Mai. Staatsanwalt Danyal Maibaum wirft den beiden 20 und 27 Jahre alten Hauptangeklagten vor, sie hätten sich jeweils vom mitangeklagten Vater (46) des 20-Jährigen zum Ostring nach Westerholt fahren lassen. Als Lohn für seine Chauffeurdienste soll der Vater 80 Euro aus der späteren Beute eingestrichen haben. Beim ersten Vorfall war laut Staatsanwaltschaft der 25-jährige Angeklagte, beim zweiten der 29-jährige Angeklagte mit dabei.

Hammerschläge gegen Schienbeine

Nachdem die Angeklagten beim ersten Raubzug den Wohnungsinhaber, einen mutmaßlichen Dealer, noch „nur“ mit einem Zimmermannshammer bedroht und ausgeraubt (Beute: Cannabis, Bargeld und Handys) haben sollen, soll der zweite Überfall 16 Tage später mit einer Bluttat geendet haben.

Die maskierten Angeklagten sollen dem Dealer da mit dem Hammer immer wieder brutal auf die Schienbeine eingeschlagen haben, damit er ein Geldversteck preisgibt. Als ein alarmierter Helfer laut Anklage gerade in die Wohnung gelangt war, soll er von dem Hauptangeklagten mit dem Hammer zweimal gegen den Kopf geschlagen worden sein. Dann soll immer wieder mit einem Messer auf den Mann eingestochen worden sein. Rechtsmediziner zählten sieben Stichverletzungen mit Eröffnung der Brustkorb- und Bauchhöhle. Der Mann war später notoperiert worden.

Vier Angeklagte sitzen in U-Haft

Die Suche nach den Tätern gestaltete sich zunächst schwierig, denn der an den Beinen verletzte Dealer hatte nichts gesagt, erst nach dem zweiten Überfall war von einem Täterverdacht die Rede. Danach wurden Telefonüberwachungen geschaltet. Dabei sollen zwei Angeklagte darüber gesprochen haben, dass in einer Zwischenwand in der Wohnung am Ostring in Herten-Westerholt angeblich 100.000 Euro versteckt gewesen sein sollen.

Seit Anfang Juni sitzen vier Angeklagte in U-Haft. Zum Prozessauftakt vor der 3. Jugendstrafkammer hat sich noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert.

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