Polizei ermittelt

Misshandelte Fledermaus: So geht es „Fräulein Cookie" - Naturschützer haben schlimmen Verdacht

  • Daniel Maiß
    vonDaniel Maiß
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Die Hertener Feuerwehr rückte am Montagmittag (7.9.) in den Schlosspark aus. Dort hatte ein Passant eine Fledermaus entdeckt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Update 14. September: Es gibt Neuigkeiten von der Fledermaus, die von Unbekannten misshandelt und an einem Ast an einem der Hertener Schlossteiche aufgehängt worden war. Das Tier war am Montag (7.9.) von einem Passanten im Schlosspark entdeckt und von der Feuerwehr gerettet worden. Im Anschluss wurde die Fledermaus an Mirjam Gördes übergeben. Die Vorsitzende des Nabu Herten machte sich auf den Weg zu Hannelore Eisenberg nach Gladbeck. Dort befindet sich die „Fledermaushilfe für verirrte oder verletzte Tiere“.

Schnell stellten die beiden Naturschützerinnen fest, dass „Fräulein Cookie“ - so hatte Eisenberg die Fledermaus kurzerhand genannt - schwer misshandelt worden war. Die beiden Expertinnen befürchteten, dass einige Finger sogar gebrochen sein könnten. Das hätte im Zweifel dazu geführt, dass die Fledermaus über den Winter hinweg in Gladbeck hätte bleiben müssen, bis die Brüche ausgeheilt gewesen wären.

Es geht zurück nach Herten

Hannelore Eisenberg begann sofort damit, das Tier aufzupäppeln und von Hand zu füttern. Zudem wurde „Fräulein Cookie“ mit Schmerzmitteln und schmerzstillender Salbe behandelt. Der Erfolg stellte sich schnell ein, dem noch sehr jungen Fledermaus-Weibchen ging es von Tag zu Tag besser. Der Verdacht, dass einige Finger gebrochen sein könnten, bestätigte sich nicht. „Zum Glück waren es nur schwere Prellungen“, erklärt Mirjam Gördes im Gespräch mit der Hertener Allgemeinen Zeitung.

Noch ist „Fräulein Cookie“ eingekuschelt, kurz darauf dreht die Fledermaus in Herten wieder ihre Runden.

Am späten Freitagabend (11.9.) ging es dann mit Anbruch der Dämmerung für „Fräulein Cookie“ von Gladbeck aus wieder zurück in Richtung Heimat. Am Waldfriedhof in Herten wurde das Fledermaus-Weibchen schließlich freigelassen und drehte sofort einige Runden.

War die Fledermaus ein Köder?

Mittlerweile laufen die Nachforschungen beim Fledermausschutz weiter, wie es zu dem Vorfall gekommen ist. „Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Fledermaus als Lebendköder für das Hechtangeln benutzt werden sollte“, sagt Mirjam Gördes. So könnte sich die Schnur dann beim Auswerfen im Baum verfangen haben, vermuten die Tierschützer. Aber das gilt es noch zu beweisen. „Im Moment wird noch geprüft, ob die verwendete Schnur diese mögliche Erklärung untermauert“, sagt Mirjam Gördes.

Unsere bisherige Berichterstattung:

Zunächst war vermutet worden, dass sich die Fledermaus unglücklich in einer Angelschnur verfangen haben könnte. Nachdem dann aber zwei Expertinnen das Tier untersuchten, kam ein böser Verdacht auf: Jemand hatte die Fledermaus ganz bewusst gefangen, mit einer Art Garn verschnürt, fest verknotet und dann an einem Ast am Teich aufgehängt. Wegen Tierquälerei wurde deshalb Anzeige der Polizei erstattet.

Laut Feuerwehr waren deren Einsatzkräfte am Montag (7.9.) gegen 13.10 Uhr am Montag (79.) zum Schlosspark ausgerückt. Dort hatte ein Passant die Fledermaus entdeckt, die in ungefähr 2,50 Meter Höhe an einem Ast über einem der Schlossteiche hing. Ausgerüstet mit einer „Zugsäge“ an einem Teleskop-Stiel und wasserfester Kleidung begab sich dann einer der Feuerwehrmänner in den Teich. Dort schnitt er den Ast ab, an dem die Fledermaus hing und übergab das Tier an Miriam Gördes.

Fledermaus wird von Herten nach Gladbeck gebracht

Die Vorsitzende des Naturschutzbunds (NABU) Herten machte sich sofort auf den Weg nach Gladbeck. Dort betreibt Hannelore Eisenberg die „Fledermaushilfe für verirrte oder verletzte Tiere“. Als die beiden Naturschützerinnen das Tier näher untersuchten, erhärtete sich ihr schlimmer Verdacht bezüglich der Tierquälerei.

Hannelore Eisenbereg befürchtet, dass mehrere Finger gebrochen sein könnten. „Zumindest gibt es starke Blutergüsse.“ Durch das Einschnüren sei einer der Flügel massiv verdreht worden, Eisenberg gab dem Tier Schmerzmittel und behandelte es zudem mit einer schmerzstillenden Salbe. Die junge Zwergfledermaus wird mindestens noch eine Woche bei ihr bleiben. Frühestens dann kann sie zurück nach Herten gebracht werden

Hinweise zu dem Fall nimmt die Polizei unter Tel. 0800/2361111 entgegen.

Rubriklistenbild: © Privat

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