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Fred Toplak, Bürgermeister der Stadt Herten

Kommunalwahl 2020

Hertens Bürgermeister Toplak kommentiert die Gegenkandidatur seines langjährigen Bekannten

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Wie sieht der Amtsinhaber die Kandidatur seines langjährigen Bekannten? Wir haben Hertens Bürgermeister Fred Toplak um ein Statement gebeten.

Caritas-Geschäftsführer Matthias Müller (61) will bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 als unabhängiger Bewerber für das Amt des Bürgermeisters kandidieren.
Einen Bericht dazu (mit Video-Interview) lesen Sie hier.

Welche Parteien können es sich vorstellen, Matthias Müller zu unterstützen? Wir haben dazu zahlreiche Parteien befragt. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Montag in der Hertener Allgemeinen (Druckausgabe/ePaper).

Toplak über Müller: "Ein lieber, netter Kerl"

Bürgermeister Fred Toplak (60) und Matthias Müller (61) kennen sich seit vielen Jahren persönlich, sind „per Du“. Jetzt sind sie aber auch Gegner im Wettstreit um den Chefsessel im Rathaus.

Wie sieht der Amtsinhaber die Kandidatur seines langjährigen Bekannten? Unsere Zeitung hat Fred Toplak um eine Stellungnahme gebeten. Diese veröffentlichen wir im Folgenden im Wortlaut:

"Persönlich kenne ich Matthias Müller schon sehr lange und schätze ihn als Mensch. Er ist ein lieber netter 'Kerl' wie ich finde, er ist in Herten das Gesicht der Caritas.

So wie nichts anderes ist, wie eine Stadt zu lenken, ist auch ein Sozialverband nicht im Ansatz mit einer Stadt vergleichbar. Eine Stadt finanziert sich nicht über Sozialleistungen, sowie eine Verwaltung auch kein Orchester ist, sondern ein komplexer Motor, der aus vielen Motoren besteht, die zusammen eine Stadt mit 62.500 Menschen kompetent in die Zukunft fahren.

Dass Matthias Müller als Bürgermeister gegen mich kandidieren wird, wurde von den beiden 'Volksparteien' nun lange vorbereitet, begleitet und war so zu erwarten. Sie sehen mich also in keinster Weise überrascht, sondern vorbereitet und mit einer klaren Haltung zu dem, was da noch kommt.

"Furcht, in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden"

Wenn man nun sogar nach 20-jähriger CDU Mitgliedschaft, plötzlich "parteilos" (Anmerkung d. Redaktion: Müller tritt nicht "parteilos", sondern "unabhängig" an) antreten kann, dann drückt das meiner Meinung nach bei den stützenden Parteien deren Furcht aus, in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. In meinen Augen wird der gute Ruf des Matthias Müller damit mehr beschädigt, als das ihm diese verzweifelte Unterstützung als Mensch hilfreich sein könnte. Die Bürgerinnen und Bürger werden da genau hinsehen, da mache ich mir keine Sorgen, zumal hier eine andere Erwartung der Veränderung klar hörbar wurde, wenn man nahe bei den Bürgerinnen und Bürgern ist.

"Mehr Haltung gewünscht"

Erste Anzeichen erfreulicher Veränderungen in den jeweiligen politischen Lagern wurden zumindest in meinem Umfeld sehr positiv begrüßt, aber noch nicht als abgeschlossen angesehen. Für eine fällige 'Grunderneuerung' und wieder Erkennbarkeit der 'Volksparteien', reicht es meines Erachtens auch noch nicht aus. Im Hintergrund alles so zu belassen und nur vorne eine 'neue Galionsfigur' hinzustellen, funktionierte schon 2016 nicht. Was man mit mir scheinbar nicht geschafft hat, versucht man meiner Meinung nach nun neu zu inszenieren. Wie es ankommt, dass sich hier eine Seite zudem komplett den Schneid abkaufen lässt, beinahe aufgibt, wage ich mir gerade nicht vorzustellen. Speziell gegen dem Ansinnen einer Person, die sich gerade aufmacht einer schlechten 'Alternative' das Hertener Tor zu öffnen, hätte ich mir mehr Haltung gewünscht. Denn genau dafür bin ich vor drei Jahren angetreten.

"Alte Machtverhältnisse wieder herstellen"

Es geht hier nicht um die Person Matthias Müller, es geht um eine Inszenierung der beiden sogenannten Volksparteien, ihre alten Machtverhältnisse wieder herstellen zu wollen, koste es, was es wolle. Dafür verzichten die Mitglieder scheinbar auf ihre eigene Identität und öffnen nach meiner Einschätzung dem extremen linken und rechten Rand weiteren Zulauf. Und Matthias Müller riskiert, seinen Ruf in dieser Gemengelage zu gefährden. Sicher auch ein Grund für seine lange Bedenkzeit.

Wenn man in der eigenen Partei niemanden mehr findet, der den Mut hat, sich für die eigene Ausrichtung an die Spitze zu stellen und das den Menschen vermitteln kann, ist das die Antwort darauf, ob diese Parteien wirklich für Herten stehen sollten. Mit wem auch immer an der Spitze..."

Caritas-Geschäftsführer Matthias Müller (61) will bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 als unabhängiger Bewerber für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Einen Bericht dazu (mit Video-Interview) lesen Sie hier.

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