Hier soll das „Café am Schacht“ eröffnen: Patrick Barciaga, Bürgermeister Fred Toplak, Ursula Mehrfeld, Paul-Walter Georgi (Stiftung Industriedenkmalpflege).
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Hier soll das „Café am Schacht“ eröffnen. Betrieben wird es von Patrick Barciaga (l.). Darüber freuen sich (v.l.) Bürgermeister Fred Toplak sowie Ursula Mehrfeld und Paul-Walter Georgi (Stiftung Industriedenkmalpflege).

Auf Zeche Schlägel&Eisen

Neues Café im Bergbau-Ambiente: Jetzt stehen Größe, Angebot und der Name fest

  • Danijela Budschun
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  • Anna Lisa Oehlmann
    Anna Lisa Oehlmann
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Bisher versorgte der „Imbiss am Schacht“ auf Schlägel & Eisen in Herten die Passanten an der Allee des Wandels mit Essen und Getränken. Nun soll dort zusätzlich ein Café entstehen.

Update 1. Oktober: Noch kommt einem im Erdgeschoss des Maschinenhauses von Schlägel & Eisen dieser typische Geruch eines kalten, leer stehenden Raumes entgegen. Doch das wird sich ändern: Im Frühjahr 2021 wollen Jasmin und Patrick Barciaga in dem etwa 50 Quadratmeter großen Raum das „Café am Schacht“ eröffnen. Das Ehepaar betreibt bereits erfolgreich den „Imbiss am Schacht“. Das wird auch so bleiben, allerdings soll dieser ein bisschen näher an das Gerüst von Schacht 4 heranrücken.

Dass neben dem Imbiss demnächst auch ein Café entsteht, dürfte nicht nur die Beschäftigten aus den umliegenden Betrieben, sondern auch Ausflügler freuen, die zum Beispiel bei einer Radtour entlang der Zechenbahntrasse eine Pause auf Schlägel & Eisen einlegen. Dort bekommen sie dann künftig nicht nur Bratwurst und Pommes sondern auch Kaffee und Kuchen.

4,7 Mio Euro wurden auf Schlägel & Eisen in Herten investiert

Das „Café am Schacht“ wird in dem ehemaligen Aufenthaltsraum der Schachthauer entstehen. „Hier haben sie ihr Material aufbewahrt und sich aufgehalten, bevor sie angefahren sind“, erzählt Paul-Walter Georgi, Technischer Leiter der Stiftung für Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Der gehört nicht nur die Maschinenhalle, sie ist auch Eigentümerin der Gerüste von Schacht 3 und 4.

Rund 4,7 Millionen Euro aus dem Programm der Städtebauförderung des Bundes und des Landes hat die Stiftung für die Sanierung der Gebäude und der Fördergerüste erhalten und auf Schlägel & Eisen investiert. Die künftigen Café-Gäste werden von historischem Ambiente buchstäblich umgeben sein: „Die Steine, die man hier sieht, sind wirklich alt“, sagt Paul-Walter Georgi mit Blick auf das freigelegte Mauerwerk im Innern des künftigen Cafés.

Auch ein kleiner Biergarten ist eingeplant

Das Maschinenhaus, das eine Zwillingsdampffördermaschine der Eisenhütte Prinz Rudolph in Dülmen beherbergt, wurde 1896/97 erbaut. Auch die Original-Flügelfenster, die in der Ursprungsfassade eingebaut waren, jedoch dem Geschmack des Zeitgeistes entsprechend in den 1950er-Jahren vom Architekten Fritz Schupp eingeschalt wurden, sind zu sehen.

Das Maschinenhaus, das eine Zwillingsdampffördermaschine der Eisenhütte Prinz Rudolph in Dülmen beherbergt, wurde 1896/97 erbaut.

„Wir werden hier hauptsächlich Kaffee und Kuchen anbieten und Getränke“, kündigt Patrick Barciaga an. Das Café soll gemütlich werden und Bergbaucharme versprühen. In den Sommermonaten soll zudem eine Außengastronomie unter dem Gerüst von Schacht 3 angeboten werden: „Ein kleiner Biergarten, in dem die Leute verweilen können. Das ist unser Ziel“, so Barciaga. Das mehr an Besuchern und sozialer Kontrolle werde hoffentlich dann auch zu weniger Vandalismus und Vermüllung führen. Bis das „Café am Schacht“ seine Pforten öffnet, ist noch einiges zu tun – sanitäre Anlagen und eine Küche müssen eingebaut, Wände und Fußböden aufbereitet werden. Die Arbeiten teilen sich die Stiftung und die Barciagas.

Zu einer Landmarke, wie Schlägel & Eisen eine ist, gehöre eine Gastronomie, findet Fred Toplak. „Ich freue mich richtig, dass das jetzt was wird“, sagt der Bürgermeister von Herten. Die Stadt verfolge das Ziel, das Zechengelände weiter zu beleben, das Café sei ein weiterer Schritt.

Mehr zu dem neuen Café lesen Sie auch in der Dienstagsausgabe (1.10) der Hertener Allgemeine und im ePaper.

Unsere bisherieg Berichterstatung:

Außer zu besonderen Anlässen wie der Extraschicht - Nacht der Industriekultur - war das Maschinenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen in Herten in den vergangenen Jahren nicht zugänglich. Das soll sich künftig ändern. Wie die Stadt Herten mitteilt, soll in dem Gebäude rund um die mächtige Zwillingsdampffördermaschine aus dem Jahr 1897 ein Café entstehen.

Neues Café im Maschinenhaus auf Zeche Schlägel&Eisen in Herten

Das Maschinenhaus gehört der Stiftung Industrie und Denkmalpflege. Das Café soll das Ehepaar Patrick und Jasmin Barciaga betreiben. Aktuell versorgen die Hertener auf dem Gelände hungrige und durstige Besucher am Imbiss am Schacht in Herten. Dort gibt es übrigens laut einer Abstimmung der Hertener Allgemeinen Zeitung die beste Currywurst in ganz Herten.

Das Ehepaar Barciaga kämpft gegen den Müll auf Zeche Schlägel&Eisen, der dort beinahe täglich an den Tischen, auf dem Rasen und an den Wegen, statt in den Müllbehältern, liegen bleibt.

Historisches Gebäude auf Zeche Schlägel & Eisen in Herten

Das Maschinenhaus im Stil des Historiusmus entwarf nach Auskunft der Stiftung Industrie und Denkmalpflege Werner Gellhorn. Eine Hälfte des Maschinenhauses ist ab 1951 als Waschkaue genutzt worden. Im Inneren des südlichen Teils des Hauses wurde die ursprüngliche architektonische Gestaltung bewahrt. Neben der Fördermaschine können nach Angaben der Stiftung auch Reste der ursprünglichen Wandbemalung bestaunt werden, die von einer Restauratorin freigelegt und behutsam restauriert wurden.

Sobald die genauen Pläne vorgestellt sind, halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

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