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Sorgen im Rathaus: Die Corona-Krise reißt ein Loch in Millionenhöhe in den Hertener Haushalt.

Sorgen wegen Schieflage 

Finanzexperte: So groß ist das Loch, das Corona in den Hertener Haushalt reißt

In der Corona-Krise reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Die städtischen Finanzen sind in Herten in Schieflage geraten. Ein Experte macht sich Sorgen.  

  • Die Corona-Krise reißt ein großes Loch in den städtischen Haushalt. 
  • Die Gewerbesteuer ist massiv eingebrochen.
  • Finanz-Experten sind in großer Sorge

Wegen der Corona-Krise ist der städtische Haushalt in Schieflage geraten. Im Haushalt klafft ein massives Loch. Er sei „in großer Sorge“, sagt Hermann Pieper, Leiter des städtischen Fachdezernats Finanzen auf Nachfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung. 

Aktuell macht der Finanzexperte folgende Rechnung auf:

  • 76 Hertener Betriebe haben eine grundsätzliche Herabsetzung der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen beantragt. Dadurch fehlen der Stadt 900.000 Euro.
  • 17 weitere Betriebe haben eine Stundung beantragt. Das heißt, dass sie zwar eine Gewerbesteuer-Vorauszahlung leisten wollen, aber mit drei Monaten Aufschub. Insgesamt 665.000 Euro erhält die Stadt nicht im Mai, sondern erst im August.
  • 100.000 Euro pro Monat verliert die Stadt bei Vergnügungssteuer-Einnahmen, solange Spielhallen u.Ä. geschlossen sind.
  • Die Elternbeiträge für Kita- und OGS-Betreuung werden für die Monate April und Mai nicht eingezogen. Die Stadt verliert dadurch insgesamt 350.000 Euro. Das Land NRW hat jedoch angekündigt, die Hälfte des Ausfalls zu ersetzen.
  • Verluste gibt es auch an anderen Stellen, etwa im April 23.000 Euro bei der Musikschule, weil kein Unterricht stattfand. Ab Mai wird aber wieder kassiert.
  • 100.000 Euro zusätzlich für „Corona-Ausgaben“ hat der Hertener Rat bewilligt. Die Stadtverwaltung benötigt das Geld für Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel, Reinigungsleistungen usw. 

Hoffnung, dass Herten noch die Kurve kriegt

Der Haushalt der Stadt Herten befindet sich durch die wegbrechenden Gelder in Schieflage. Für 2020 war ein Jahresüberschuss von 560.000 Euro eingeplant. 

Finanz-Experte Hermann Pieper hofft, dass die Stadt noch die Kurve kriegt. Für 2021 sei das Risiko deutlich größer. 270.000 Euro beträgt der geplante Überschuss im nächsten Jahr, es gibt also quasi keinen Puffer. 

Bürgermeister: Herten steht noch vergleichsweise gut da

Da es allen Städten in NRW ähnlich schlecht oder noch schlechter geht, sei vom Land eher weniger als mehr Geld zu erwarten. Man hoffe auf Unterstützung des Bundes. Bürgermeister sieht auch positive Aspekte 

Bei aller Dramatik merkt Bürgermeister Fred Toplak an, dass Herten noch vergleichsweise gut dastehe. Branchen wie Schwerindustrie oder Automobilzulieferer, die besonders gebeutelt sind, gebe es in Herten nicht.

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