Andreas Hebestreit (57) im August 2020 bei einem Auftritt mit dem Poetry Pub auf dem Hof Wessels. Sein Ziel: Der Bauch muss weg!
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Andreas Hebestreit (57) im August 2020 bei einem Auftritt mit dem Poetry Pub auf dem Hof Wessels. Sein Ziel: Der Bauch muss weg!

Erkenntnis nach Blaulicht-Fahrt ins Krankenhaus

Der Bauch muss weg - Andreas Hebestreit will sein Leben ändern

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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Bewegungsmangel, zu viel Stress, hoher Blutdruck, der Bauch zu dick – Andreas Hebestreit weiß, dass das nicht ewig gut gehen kann. Er denkt jedoch erst um, als er mit Blaulicht ins Krankenhaus kommt.

Es ist der erste Arbeitstag des Jahres: Auf dem Schreibtisch von Rechtsanwalt Andreas Hebestreit stapeln sich nach zwei Wochen Weihnachtsferien die Akten. Nachmittags fühlt er sich unwohl: ein Druckgefühl in der Brust, Atemnot und kalter Schweiß auf der Stirn. Als die Schmerzen schlimmer werden und der Atem schnell und flach, wählt er die 112. Fünf Minuten später ist der Krankenwagen da – Verdacht auf Herzinfarkt.

Die Notärztin sucht ein Bett auf der Intensivstation, doch im St.-Elisabeth-Hospital und im Gertrudis-Krankenhaus sind nicht zuletzt wegen der vielen Corona-Patienten alle Plätze belegt. Nur in Recklinghausen findet sich ein freies Intensivbett im Prosper. Die Katheter-Untersuchung ergibt: Es war ein akuter Anfall von Angina Pectoris. Brustenge und Schmerzen, die entstehen, weil ein Teil des Herzmuskels nicht genügend Sauerstoff erhält. „Die Ärzte erklärten mir, dass mein Hauptproblem der hohe Blutdruck sei.“ Mit einer Kollektion neuer Medikamente wird er nach drei Tagen entlassen: Zwölf Tabletten pro Tag.

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung

„Es war erschreckend und mir wurde schlagartig klar: Die Lage ist ernst, ich muss mein Leben umkrempeln.“ Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung: „So krank zu werden ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis einer falschen Lebensweise.“ Der Arbeitsalltag des Anwalts ist stressig. Vormittags Gerichtstermine, anschließend Aktenarbeit und am späteren Nachmittag Mandantenbesprechungen. „Das kostet Nerven, es wird meist spät und selten hat die Arbeitswoche weniger als 50 Stunden.“

Falsche Ernährung und Mangel an Bewegung

Die Ernährung ist unregelmäßig, vitamin- und nährstoffarm und zu fett. Morgens nimmt er sich keine Zeit für ein Frühstück, mittags gibt es Fast Food, Schokoriegel oder nichts. Und abends wird dann im Übermaß geschlemmt. „Man will sich ja belohnen für den stressigen Tag.“ Sport ist kein Thema – aus Faulheit, wie er einräumt und wegen anderer Einschränkungen: Mit zuletzt 107,4 Kilo Körpergewicht bei 1,85 Meter Größe ist Joggen wegen der Kniegelenke keine Option. Schwimmen vielleicht? „Auf keinen Fall. Ich habe doch keine Bikinifigur.“ Bei allen Versuchen siegt der innere Schweinehund.

Optische Täuschung: Im Maßanzug sieht Andreas Hebestreit schlanker aus, als er ist.

Dieser Lebenswandel bleibt nicht ohne Folgen. Als Andreas Hebestreit 2012 merkt, dass es seinem Herz schlecht geht, hört er immerhin mit dem Rauchen auf. Doch die gesundheitlichen Probleme bleiben: zu hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, bisweilen Enge in der Brust und Kopfweh.

Jetzt soll alles anders werden

Jetzt aber soll alles anders werden. Das Erlebnis im Krankenhaus ist ein Schuss vor den Bug. „Es ist noch mal gut gegangen. Dafür bin ich dankbar und will nun die Herausforderung annehmen und mein Leben ändern.“ Dabei geht es ihm einerseits um die Gesundheit, aber auch andere Faktoren zählen: „Ich bin unzufrieden mit meinem Äußeren. Wenn Frauen Bärchen zu mir sagen, hat das Gründe.“

Andreas Hebestreit hat seine Ziele klar definiert: Ich will mein Gewicht reduzieren auf unter 90 Kilo, zu einem Blutdruck von 120:80 kommen – und ich will weg von den Tabletten. Erreichen möchte der 57-Jährige seine Ziele durch eine neue Alltagsstruktur und ein gesünderes Leben: richtig essen, körperliche Bewegung, Verzicht auf Alkohol. All das mit Augenmaß und realistischen Zielen.

Unsere Zeitung wird den Anwalt auf seinem Weg begleiten. Wir lassen Ärzte und Physiotherapeuten zu Wort kommen und holen uns Tipps für eine gesunde Ernährung. Aber auch die psychischen Aspekte wollen wir mit Fachleuten ergründen und herausfinden, wie man lernt, sich selbst so zu lieben, dass man entsprechend gut auf sich acht gibt. Stichwort: Selbstfürsorge.

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