Ein Schüler sitzt in seinem Zimmer am Schreibtisch und erledigt Aufgaben im Rahmen des Homeschooling.
+
In Herten bleibt es bis auf Weiteres beim Homeschooling.

Hohe Inzidenz

Es ist entschieden: Hertener Schulen bleiben im Distanzunterricht

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Herten und im gesamten Kreis Recklinghausen ist hoch. Nun musste entschieden werden, ob es für Hertener Schüler ab Montag (19.4.) wieder in die Schule geht oder ob es beim Distanzunterricht bleibt. Jetzt herrscht Klarheit.

Update 17.4., 11.30 Uhr: Die offizielle Mitteilung der Kreisverwaltung: Im Kreis Recklinghausen wird es in der nächsten Woche weiterhin Distanzunterricht geben. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) hat sein Einvernehmen zur Allgemeinverfügung erteilt, die der Kreis Freitagabend auf den Weg gebracht hatte.
Zwar liegt die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz auch heute noch knapp unter dem Grenzwert 200, in den meisten großen kreisangehörigen Städten lag sie schon in den vergangenen Tagen darüber. Am Ende geht es aber nicht nur um diesen Wert, sondern auch um die Zahl der Infektionen in der Altersklasse der Schüler. „Aufgrund der deutlich höheren Ansteckung gerade bei Jüngeren ist der weitere Distanzunterricht geeignet, um das Infektionsrisiko zu reduzieren“, heißt es in der Allgemeinverfügung, „Bei Kindern unter 10 Jahren liegt die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Recklinghausen trotz der Osterferien und der Schulschließung in dieser Woche bei 204,7 und bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-19 bei 298,8.“
Darum wird die vom Land ursprünglich für Montag vorgesehene Einführung des Wechselunterrichts an Schulen im Kreis Recklinghausen vorerst nicht stattfinden. Lediglich Abschlussklassen und die Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe, des beruflichen Gymnasiums und der Bildungsgänge der Weiterbildungskollegs können am Präsenzunterricht festhalten. Die Pflicht von zwei Selbsttests pro Woche bleibt dabei erhalten. Die Schulen bieten eine Notbetreuung gemäß §1 Absatz 10 und 11 der Coronabetreuungsverordnung an.

Update, 17.4., 10.43 Uhr: Endlich Klarheit! Das Land hat am Samstagmorgen dem Wunsch der Kreisverwaltung Recklinghausen entsprochen, wonach die Schulen am Montag weiter im Distanzunterricht verbleiben. Landrat Bodo Klimpel (CDU) hatte nach einem Hinweis aus dem Schulministerium am Freitagabend eine  Allgemeinverfügung mit der Bitte um Genehmigung an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) geschickt, damit alle Schulen am Montag kreisweit einheitlich im Distanzunterricht bleiben. Am frühen Freitagabend war dies noch fraglich. Das Gesundheitsministerium hatte 13 Städte und Kreise benannt, in denen es keine Rückkehr zum Wechselunterricht geben wird – weil sie den kritischen Inzidenzwert von 200 bereits überschritten hatten. Der Kreis Recklinghausen mit seinen zehn Städten gehörte nicht dazu: Zum einen war dieser Wert noch nicht erreicht; zum anderen war ein Schreiben, das Klimpel am Donnerstag an das Bildungsministerium geschickt hatte, dort erst Freitagvormittag eingetroffen. Es stützte sich auf ein Bundesgesetz, das aber nach Ansicht der Landesregierung für den Kreis Recklinghausen nicht griff. Ohne die Entscheidung des Ministeriums abzuwarten hatte der Landrat bereits Freitagvormittag mitgeteilt, dass die Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs weiter Distanzunterricht erhalten; zudem hatte er den Bürgermeistern empfohlen, dies in den übrigen Schulen ebenfalls so zu handhaben. Nur die Abschlussklassen sollten in die Schulen kommen dürfen, außerdem sollte Notbetreuung angeboten werden. Einige Bürgermeister, darunter der Recklinghäuser Christoph Tesche (CDU), hatten dies zum Anlass genommen, öffentlich mitzuteilen, dass die Schulen ab Montag weiter Distanzunterricht haben. Im Bildungsministerium war dies mit Verwunderung aufgenommen worden. Staatssekretär Mathias Richter (FDP) hatte Klimpel daraufhin empfohlen, den Weg über die Allgemeinverfügung zu gehen. „Der haben wir Samstagmorgen umgehend entsprochen“, sagt der Recklinghäuser. „Ich lasse mir ungern nachsagen, dass wir Entscheidungen nicht zeitnah treffen. Entscheiden können wir aber nur über das, was uns vorliegt.“

Unsere Erstmeldung: Bleiben die Schulen in Herten nun am Montag, 19. April, im Distanzunterricht oder kommt wieder tageweise Präsenzunterricht hinzu? Darauf gab es im Verlauf des heutigen Freitags (16.4.) noch keine klare Antwort. Hertens Bürgermeister Matthias Müller hat aber eine Empfehlung ausgesprochen.

Aber der Reihe nach: Am Vormittag war Landrat Bodo Klimpel für die Berufskollegs in Trägerschaft des Kreises Recklinghausen vorgeprescht und meldete, dass dort ab Montag weiterhin auf Distanz unterrichtet wird – bis auf die Abschlussklassen. Zugleich empfahl er den Bürgermeistern der zehn Kreisstädte, dies auch an ihren Schulen umzusetzen.

Am Freitagnachmittag meldete dann die Pressestelle der Stadtverwaltung Herten auf Nachfrage: „In Absprache mit dem Landrat, der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern des Kreises Recklinghausen hat Bürgermeister Matthias Müller gegenüber den Schulleitungen in Herten die Empfehlung ausgesprochen, ab Montag, 19. April, weiterhin Distanzunterricht für die Schülerinnen und Schüler durchzuführen.“ Abschlussklassen könnten durch individuelle Regelungen eventuell davon abweichen.

„Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt keine rechtsverbindliche Entscheidung vorliegt, sehen die Stadtoberhäupter angesichts steigender Corona-Zahlen und Inzidenzwerte die Empfehlung als notwendig an“, hieß es aus dem Hertener Rathaus. Und weiter: „Ob und wie ab Montag der Unterricht auf Distanz durchgeführt werde, liegt im Ermessen der Schulleitungen.“

Mehrere Schulen informierten bereits am späten Freitagnachmittag über ihre Homepages oder im Internet-Netzwerk Facebook, dass sie entsprechend der Empfehlungen des Hertener Bürgermeisters und der Bürgermeister aller Städte im Kreis Recklinghausen sowie Landrat Bodo Klimpel bis auf die Abschlussklassen zunächst bis auf Widerruf weiter im Distanzunterricht verbleiben.

Der Kreis RE lag gestern mit einer Inzidenz von 199,1 knapp unter dem Wert von 200. Ist die Inzidenz drei Tage in Folge über 200, ist laut NRW-Corona-Betreuungsverordnung Distanzunterricht angezeigt. Letztendlich entscheidet darüber aber eigentlich das Land.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona-Pandemie: 68-jähriger Mann verstirbt
Corona-Pandemie: 68-jähriger Mann verstirbt
Corona-Pandemie: 68-jähriger Mann verstirbt
Verdächtige Anrufe: Stadtwerke Herten warnen ihre Kunden
Verdächtige Anrufe: Stadtwerke Herten warnen ihre Kunden
Verdächtige Anrufe: Stadtwerke Herten warnen ihre Kunden
Eichenprozessionsspinner: so sieht in Herten der Kampf gegen die Raupen aus
Eichenprozessionsspinner: so sieht in Herten der Kampf gegen die Raupen aus
Eichenprozessionsspinner: so sieht in Herten der Kampf gegen die Raupen aus
Lösung für Kontrolle der Ausgangssperre gefunden
Lösung für Kontrolle der Ausgangssperre gefunden
Lösung für Kontrolle der Ausgangssperre gefunden
Egli im Arm, Santos überflügelt: Steven Loyd startet neuen Angriff auf die Charts
Egli im Arm, Santos überflügelt: Steven Loyd startet neuen Angriff auf die Charts
Egli im Arm, Santos überflügelt: Steven Loyd startet neuen Angriff auf die Charts

Kommentare