Am Waldfriedhof in Herten wurden schon einige Nester entdeckt.
+
Am Waldfriedhof in Herten wurden Nester entdeckt.

Stadt zieht Zwischenbilanz

Eichenprozessionsspinner in Herten: Stadt zieht Bilanz

  • Daniel Maiß
    vonDaniel Maiß
    schließen

Im Frühjahr haben Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs Herten 410 Bäume mit Spritzbrühe behandelt. Jetzt zieht die Stadt eine Bilanz zum Befall in diesem Jahr.

  • Im gesamten Stadtgebiet von Herten mussten Nester des Eichenprozessionsspinners entfernt werden.
  • Die Haare der Raupen können Allergien verursachen.
  • In Wäldern ist besondere Vorsicht geboten.

Update 10. September: Die diesjährige Saison der Eichenprozessionsspinnerraupen ist vorbei - im August sind die Falter aus den verpuppten Raupen geschlüpft. Im Herbst entwickeln sich die Embryos der Eichenprozessionsspinner, die den Winter in Larven überdauern. Rückblickend auf die vergangenen Monate ist die Stadt Herten im Kampf gegen die Raupen mit den giftigen Härchen vor allem mit dem Einsatz von Spritzbrühe zufrieden. Im Frühjahr hat man auf die Blätter frisch ausgetriebener Eichen ein Extrakt aus dem Neembaum gesprüht. Fressen die Raupen die Blätter, kommt es bei ihnen zu einer Entwicklungsstörung und das verhindert, dass die allergieauslösenden Brennhaare überhaupt wachsen.

522 Bäume wurden behandelt

Die Raupen sterben laut Stadt letztlich durch den Verzehr der mit dem Neembaumöl getränkten Blätter. Insgesamt wurden 522 der rund 1000 im Baumkataster vermerkten Eichen behandelt, im Vorjahr waren es 378 Bäume. Da sich der Einsatz bewährt hat und ein Befall in den behandelten Bereichen vonseiten der Stadt nicht feststellbar war, ist ein erneuter Einsatz im kommenden Frühjahr geplant.

Dennoch hat es nach Auskünften der Verwaltung auch in diesem Jahr zahlreiche befallene Bäume gebeben – an Straßen, an Schulen und Kindergärten sowie in Grünanlagen, Wäldern und auf den Friedhöfen. Im Vergleich zu 2019 seien die Stärke des Befalls und der Zeitraum auch gleich geblieben, heißt es weiter. Insgesamt seien 40 Meldungen durch Bürgerinnen und Bürger eingegangen.

Update 12. Juli: Auf Rückfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung heißt es von der Stadt Herten, dass die aktuelle Situation vergleichbar mit der aus 2019 sei. 

Da sich die Eichenprozessionsspinner (EPS) im Larvenstadium befänden, nehme auch die Zahl der Meldungen zu, da man die Nester nun deutlich besser sehen könne. 

Offiziell wurden bei der Stadt bisher EPS-Nester in rund 60 Bereichen gemeldet. Dort sind Einzelbäume betroffen, aber zum Teil auch gesamte Bestände.

900 Eichen sind in Herten erfasst 

Im Baumkataster des ZBH sind ca. 900 Eichen erfasst, von denen laut Stadt mittlerweile rund 50 Prozent befallen sind. Hierbei handelt es sich allerdings ausschließlich um Straßenbäume, Bäume auf Spielplätzen und Schulen. 

Der eigentliche Befall ist wahrscheinlich noch um einiges größer, da viele Eichen in den Wäldern nicht erfasst sind, heißt es von der Stadt. Viele Nester wurden bereits und werden noch entfernt.

In Wäldern in Herten werden Nester meist nicht entfernt

Priorität haben dabei öffentliche Gebäude, Schulen, Kindergärten, Sport- und Spielplätze. Zudem werden auch alle Nester entlang von Straßen entfernt, wenn diese an „neuralgischen Punkten“ stehen, also wenn die Gefahr besteht, dass Menschen dort in Kontakt mit den Haaren der Raupen kommen. 

In Parkanlagen und Grünzügen werden Nester oftmals nicht entfernt. Stattdessen werden die Areale mit Flatterband abgesperrt. In städtischen Waldgebieten würden Nester generell nicht beseitigt, so die Stadt.

An 130 Bäumen in Herten wurden Nester entfernt

Bei Berührung mit der menschlichen Haut führen die Haare der Raupen zu stark juckenden Ausschlägen. Am Auge löst das Gift schmerzhafte Bindehautentzündungen aus. 

Werden die Härchen eingeatmet, können sie zu Atemnot, Asthma-Anfällen oder sogar lebensgefährlichen allergischen Schocks führen. Laut Stadt wurden bereits bei 130 Bäumen die Gespinstnester inklusive Raupen, Gifthaaren und Häutungsresten mit speziellen Hochleistungssauggeräten von einer Fachfirma entfernt und entsorgt. 

Die Stadt weist erneut darauf hin, dass man Nester nicht selbst entfernen soll, weil die Kontakt-Gefahr zu groß sei. Nester sollten stattdessen per Mail an eps@herten.de oder unter Tel. 02366/303107 gemeldet werden.

Unsere bisherige Berichterstattung: 

In den vergangenen Tagen mussten ZBH-Mitarbeiter zahlreiche Nester des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet entfernen – an öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kindergärten, Sport- und Spielplätzen.

Zudem werden laut Stadt Herten momentan auch alle Nester entlang von Straßen entfernt, wenn diese an „neuralgischen Punkten“ stehen, also wenn die Gefahr besteht, dass Menschen dort in Kontakt mit den Haaren der Raupen kommen. Denn das kann zu teils starken allergischen Reaktionen führen. 

In Waldgebieten in Herten werden die Nester nicht beseitigt

In Parkanlagen und Grünzügen sperre man die betroffenen Bereiche zum Beispiel eher mit Flatterband ab, als dass man die Nester beseitige, so die Stadt weiter. In städtischen Waldgebieten würden die Nester generell nicht beseitigt.

Mit der Spritzbrühe hat man in Herten bisher gute Erfahrungen gemacht

Die verwendete Spritzbrühe enthält Margosa-Extrakt. Der Wirkstoff des Neembaums sorgt dafür, dass die noch jungen Raupen nicht mehr fressen und so auch nicht weiterwachsen. „Wir haben damit im Vorjahr gute Erfahrungen gemacht“, erklärte Jan-Tobias Welzel, Bereichsleiter Grün des ZBH, in einem Gespräch vor gut vier Wochen. Schon da mutmaßte er aber auch, dass der Befall mit den Raupen in diesem Jahr ähnlich stark werde wie 2019. Nach den bisherigen Rückmeldungen lag Welzel wohl richtig.

In Waltrop geht man einen anderen Weg im Kampf gegen die Raupen.

Dieser Weg ist wieder frei: Seit Kurzem ist die Schlachthofbrücke in Recklinghausen wieder für den Verkehr freigegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Corona in Herten: Einschränkungen bei Trauungen; neue Zahlen für den Kreis RE
Corona in Herten: Einschränkungen bei Trauungen; neue Zahlen für den Kreis RE
Corona in Herten: Einschränkungen bei Trauungen; neue Zahlen für den Kreis RE
Stadtwerke Herten richten Baustelle an einer Hauptstraße ein
Stadtwerke Herten richten Baustelle an einer Hauptstraße ein
Stadtwerke Herten richten Baustelle an einer Hauptstraße ein
Wasserkocher, Wasserschaden, Autobahn-Unfall: Die Feuerwehr Herten rückt mehrfach aus
Wasserkocher, Wasserschaden, Autobahn-Unfall: Die Feuerwehr Herten rückt mehrfach aus
Wasserkocher, Wasserschaden, Autobahn-Unfall: Die Feuerwehr Herten rückt mehrfach aus
AfD-Stammlokal: Umstrittene Gaststätte hat einen neuen Besitzer
AfD-Stammlokal: Umstrittene Gaststätte hat einen neuen Besitzer
AfD-Stammlokal: Umstrittene Gaststätte hat einen neuen Besitzer
Maskenpflicht in der Fußgängerzone: Das ist passiert und das wird zudem vorgeschlagen
Maskenpflicht in der Fußgängerzone: Das ist passiert und das wird zudem vorgeschlagen
Maskenpflicht in der Fußgängerzone: Das ist passiert und das wird zudem vorgeschlagen

Kommentare