Die Kripo ist derzeit bei einer Baustelle im Einsatz.
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Die Polizei sucht nach Zeugen für eine Kindesmisshandlung.

Mutmaßlicher Kindesmissbrauch

Vorwurf unterlassene Hilfeleistung: Zeugin erstattet Anzeige gegen Polizei

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
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Im Fall einer mutmaßlichen Kindesmisshandlung an der Ewaldstraße erstattet die Zeugin Anzeige. Die Polizei soll zunächst nicht auf ihre Meldung eingegangen sein.

Update 30. März: Die Polizei hat noch keine neuen Erkenntnisse zu der mutmaßlichen Kindesmisshandlung, die sich am vergangenen Freitag an der Ewaldstraße abgespielt haben soll. Bislang ist lediglich bekannt, dass eine Zeugin beobachtet hat, wie eine Frau einen etwa drei Jahre alten Jungen an der Ewaldstraße gegen Kopf und Oberkörper getreten haben soll. Die Polizei hielt sich am Montag bedeckt. „Die Ermittlungen gehen weiter“, sagte Sprecher Andreas Lesch. Über das konkrete Vorgehen macht er keine Angaben.

Dennis Engelmann, der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Kinderseelenschützer“, hatte sich bereits am Freitag, dem Tag der mutmaßlichen Tat, eingeschaltet. Er ist überzeugt davon, dass die Angaben der Zeugin stimmen. „Ich kenne sie seit sieben Jahren“, sagt der Bochumer. Die schwangere 23-Jährige, ein Gründungsmitglied des Vereins, habe nicht eingreifen können, da sie mit ihrem einjährigen Sohn auf der anderen Straßenseite gewesen sei. „Sie hat Zivilcourage bewiesen – im Gegensatz zu einer Männergruppe in der Nähe“, sagt Dennis Engelmann.

Die Frau habe die Polizei angerufen, nachdem sie in die Mutter-Kind-Einrichtung zurückgekehrt sei, in der sie wohne. „Ich habe die Verbindungsdaten“, sagt Engelmann. „Das Gespräch dauerte keine zwei Minuten.“ Der Polizist habe gesagt, er könne nichts machen, weil die Polizei nicht direkt gerufen worden sei. Erst als die Zeugin ihn kontaktiert habe, so Dennis Engelmann, und er dann eine Mail an die Polizei geschrieben sowie der Verein den Vorfall in den sozialen Netzwerken publik gemacht habe, seien die Ermittlungen angelaufen.

Am Montag habe die Zeugin „wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung gegen die Polizei Herten und insbesondere gegen den diensthabenden Polizisten“ Anzeige erstattet, heißt es vom Verein „Kinderseelenschützer“. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen.

Der ursprüngliche Text von Sonntag, 28. März: Am Freitag, 26. März, beobachtete eine 23-Jährige zwischen 10.30 und 11 Uhr an der Ewaldstraße, wie eine Frau im Bereich einer Bushaltestelle einen kleinen Jungen zu Boden riss und ihn anschließend gegen den Kopf und den Oberkörper trat. Die Frau und das Kind entfernten sich kurz darauf in Richtung Wiesenstraße in Herten.

Die Frau wird wie folgt beschrieben: ca. 155-160 cm groß, höchstens 30 Jahre alt, normale Statur, schwarze Haare, die zum Dutt gebunden waren. Zur Tatzeit trug sie ein Sweatshirt und eine Hose. Der Junge soll ungefähr 3 Jahre alt sein und kurzes schwarzes Haar haben.

Die Polizei bittet um Hinweise: 0800/2361111.

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