Apothekerin Beate Bußmann (re.) und ihre Mitarbeiterin Christiane Schröder (Pharmazeutisch-technische Assistentin) sind gut vorbereitet auf die steigende Nachfrage nach FFP2-Masken.
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Kein Mangel: Apothekerin Beate Bußmann (re.) und ihre Mitarbeiterin Christiane Schröder (Pharmazeutisch-technische Assistentin) sind gut vorbereitet auf die steigende Nachfrage nach FFP2-Masken.

Nach Corona-Gipfel

FFP2-Masken: So sieht es in den Apotheken aus

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
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Die Ausgabe an Risikogruppen läuft, jetzt sollen die Masken auch zur Pflicht zum Beispiel beim Einkauf werden. Droht ein Engpass?

FFP2-Masken sind seit Dezember ein großes Thema. Damals hieß es kurzfristig, die Apotheken seien für die Ausgabe von FFP2-Masken an Menschen über 60 Jahren oder mit chronischen Krankheiten zuständig. Die Apotheker mussten sich selbst um die Bestellung kümmern, manche waren für den ersten Ansturm aus der Risikogruppe nicht gerüstet waren.

Aktuell läuft die zweite Ausgabephase, in der die Kunden Coupons abgeben müssen, die von ihrer Krankenkasse kommen. Aber die Gutscheine kommen nur schleppend an. „Es fragen viele Kunden nach, wie sie an die Masken kommen“, sagt Dorothea Winter von der Heide-Apotheke in Süd. „Ich verweise sie an ihre Versicherung.“ Wo die Ursache für die Verspätung liegt, ist unklar. Aus Sicherheitsgründen drucken nicht die Versicherungen die Gutscheine. Die Bundesdruckerei stellt sie her, damit sie fälschungssicher sind.

Die Preise sind deutlich gesunken

Ob die Coupons schon bei den Menschen angekommen sind, sei von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich, sagt Beate Bußmann, Inhaberin von „Bußmann’s Barbara-Apotheke“ in Scherlebeck. „Die ersten Berechtigungsscheine haben wir am Montag vergangener Woche von Kunden bekommen, andere haben noch keine.“ Für Privatversicherte sei die Lage besonders verzwickt: „Sie fragen sich, ob sie in Vorkasse gehen müssen und den Betrag zurückbekommen, wie bei Medikamenten.“

Nach dem Willen von Bund und Ländern sollen die FFP2-Masken in Zukunft im öffentlichen Personenverkehr und anderen hochfrequentierten Bereichen zur Pflicht werden. Die Nachfrage dürfte also weiter steigen. Wer Sorge hat, er könnte keine Maske mehr bekommen, den beruhigt Beate Bußmann. Ihre Apotheke habe zwischen 5000 und 10.000 Masken auf Lager. „Und die Lieferzeit beträgt nur ein bis zwei Tage.“ Es gebe mittlerweile viel mehr Produzenten als im vergangenen Jahr. Angenehmer Nebeneffekt: Die Preise sind gesunken. „Vergangenes Jahr haben wir teils einfach keine Masken mehr bekommen“, sagt sie. „Ich kann mich erinnern, dass wir mal für 19,95 Euro das Stück eingekauft haben.“ Aktuell müsse man mit einem Preis von 2,50 bis 4 Euro für eine sichere Maske rechnen.

Auf Aufschrift und Zertifizierung achten

Die Kehrseite des vielfältigen Angebots sei, dass man mehr Recherche zur Seriosität der Anbieter betreiben müsse. „Es sind viele Scharlatane unterwegs. Wir haben die Lieferanten behalten, mit denen wir positive Erfahrungen gemacht haben“, sagt Beate Bußmann. Und worauf sollten Kunden beim Kauf von Masken achten? „Es sollte unbedingt FFP2 auf der Maske, nicht nur auf der Verpackung stehen.“ Zudem sei das CE-Zeichen für die Zertifizierung zu beachten. Mit diesem erklärt der Hersteller, dass das Produkt europäischen Anforderungen genügt.

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