Almir Bajrami in seinem Salon „Bajrami Friseure“.
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Der Friseur-Salon von Almir Bajrami ist im Lockdown geschlossen. Der Ratschlag von Bajrami und seinen Kollegen ist zurzeit sehr gefragt.

Kundenservice

Friseure im Lockdown: Ratgeber und Warner

Im Lockdown selbst Hand an den Haarschnitt legen? Bloß nicht, sagen die Friseure. Sie bieten ihren Kunden Beratung an, auch wenn ihre Salons geschlossen sind.

Draußen scheint die Welt stillzustehen, aber die Haare wachsen weiter. Und der Gang zum Friseur scheidet im Lockdown aus. „Bei Linus war wirklich nur noch Chaos auf dem Kopf. Wir haben es leider nicht mehr vor dem Lockdown zum Friseur geschafft“, erklärt Mutter Monika Merz, „Da haben wir dann den Rasierer von Papa geliehen und alles abrasiert.“ An dem Kahlschlag stört sich Linus (7) aber nicht: „Ich find’s cool“, lautet sein Urteil. Seine ältere Schwester Laura ist da etwas anspruchsvoller: „An meine Haare lasse ich nur den Friseur meines Vertrauens.

Über Lauras Einstellung freut sich sicherlich auch Thomas Schmid, der Inhaber von „Tom’s cuT“ in Herten Mitte: „Nach dem ersten Lockdown war ich schon ein bisschen erschrocken“, erzählt er von einigen Kunden und Kundinnen, die selbst zur Schere gegriffen hatten. „Ich rate davon ab. Das kann immer schieflaufen. Die Leute haben ja auch nicht das Werkzeug wie wir hier im Salon.“ Thomas Schmid ist Optimist: „Mein Motto ist: Alles wird gut. Kopf hoch und Krone richten.“ Aber er fügt hinzu: „Den Laden habe ich schon zehn Jahre. Daher hatte ich Rücklagen, um den ersten Lockdown zu überstehen. Aber jetzt wird es eng.“

Angebot „to go“ kommt gut an

Um weiterhin für seine Kundinnen und Kunden da zu sein, hat der Salon-Inhaber ein „Friseur-to-go“-Angebot. Er verkauft Gutscheine, Pflegeprodukte und Färbemittel auf Nachfrage: „Es wird sehr gut angenommen. Überwiegend von unseren Stammkunden. Wenn es ums Nachfärben geht, geben wir Pinsel, Handschuhe und eine genaue Anleitung natürlich mit.“

Almir Bajrami, Inhaber von „Bajrami Friseure“, sagt: „Vor dem zweiten Lockdown hatten wir einen riesigen Andrang. Es war schön, alles voll zu haben.“ So erklärt sich der Friseur auch die ausbleibende Nachfrage nach Farbmischungen, die im ersten Lockdown sehr nachgefragt waren: „Die Kunden gewöhnen sich daran, seltener zu kommen.“ Doch kurz darauf klopft doch eine Stammkundin an die Glastüre und fragt nach Färbemitteln. Der Friseur versichert, ihr für den nächsten Tag ein Paket vorzubereiten.

Die anhaltende Ungewissheit bereitet dem Geschäftsführer Sorgen: „Meine Mitarbeiter sind safe. Ich habe Niemanden entlassen. Aber was ist mit uns Unternehmen? Es wäre schade, wenn wir zumachen müssten.“ Almir Bajrami geht davon aus, nur noch ein paar Wochen Lockdown mit seinem Salon zu überstehen.

Auch wenn Schwarzarbeit-Angebote möglicherweise nett gemeint sind, ist der Friseur strikt dagegen: „Wir bekommen viele Anfragen für Hausbesuche. Aber ich bitte alle, das nicht zu machen. Wir haben nicht umsonst einen Lockdown. Das Problem wird immer größer, wenn es noch länger so weitergeht.“ Dennoch hat er auch etwas Positives aus der schwierigen Zeit mitnehmen können: „Wir Friseure bekommen sehr, sehr große Wertschätzung. Und das war nicht immer so. Dafür möchte ich echt Danke sagen.“

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