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Markus Landwehr vom Bündnis "Herten ist bunt" knibbelt einen Aufkleber von einem Laternenpfahl in der Heinrich-Lersch-Straße. Darauf steht: „Die Indianer konnten die Einwanderung nicht stoppen. Heute leben sie in Reservaten“.

Straftat

Aufkleber mit Hass-Parolen: Bündnis "Herten ist bunt" wird dagegen aktiv

In Herten sind vielerorts Aufkleber mit hetzerischen Sprüchen zu sehen. Die Polizei warnt vor dieser Straftat. Das will die Stadt dagegen tun.

  • Besonders im Hertener Süden sind viele Aufkleber mit Hass-Parolen zu sehen
  • Das Bündnis "Herten ist bunt" zieht durch die Stadt, um diese Sticker zu entfernen
  • Sticker auf Laternen oder Mülleimer zu kleben ist strafbar

Vielerorts tauchen in Herten Aufkleber mit Hass-Parolen auf – vor allem in Herten-Süd. Doch es gibt Menschen, die dagegen aktiv werden. Darunter auch Markus Landwehr vom Bündnis „Herten ist bunt“. Zusammen mit seinen Mitstreitern durchstreift er die Stadt und wird schnell fündig. Das Bündnis spricht sich klar gegen Rassismus aus. 

„Die Indianer konnten die Einwanderung nicht stoppen. Heute leben sie in Reservaten“, steht auf dem ersten Sticker. Offenbar soll der Spruch bei deutschen Bürgern Ängste vor Einwanderung schüren.

Katzenbusch in Herten ist besonders von Stickerflut betroffen

„Der ganze Katzenbusch ist voll davon“, berichtet Dennis Hölker (44), einer der Bündnis-Initiatoren. Auch er war unterwegs, um die Hass-Botschaften, die in an Laternen und auf Mülleimern prangen, zu entfernen. Dabei wurden Hölker und seine Begleitung von einem Passanten angegangen, der Sprüchen wie „Festung Europa – Grenzen dicht“ oder „Schächtverbot ist Tierschutzoffenbar einiges abgewinnen kann.

Die aktuelle Stickerflut im Süden der Stadt ist bei der Stadtverwaltung bislang nicht bekannt gewesen. Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs (ZBH) seien instruiert, auf Bilder oder Schmierereien zu achten, erklärt Stadtsprecherin Anika Meierhenrich. Sie bittet die Bürger, Missstände zu melden. „Handelt es sich um rechte Inhalte, werden wir sofort aktiv!“

Polizei fordert Bürger aus Herten auf, Vorfälle zu melden

Die Sprecherin weist auf einen Umstand hin, der vielen gar nicht klar ist: „Sticker, gleich welchen Inhalts, auf Mülleimer, Laternen etc. zu kleben, ist verboten. Auch wenn es nur ein Schalke-Bildchen ist, handelt es sich um Sachbeschädigung.“ Hass und Hetze sind Fälle für den Staatsschutz. Die Zahl der Straftaten ist in Herten im vergangenen Jahr gestiegen. In Scherlebeck zum Beispiel gibt es immer wieder Fälle von Vandalismus. Die Polizei klärte auch kürzlich in der Innenstadt Bürger auf, wie sie sich gegen Taschendiebstahl schützen können. 

Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber fordert die Bürger auf, nicht zu ignorieren, wenn sie jemanden bei der Verbreitung verbotener Inhalte beobachten. Ansprechpartner ist dann die Polizei ☎ 0800/ 23 61 111. „Personenbeschreibungen und Kfz-Kennzeichen helfen uns bei der Ermittlung der Täter“, sagt Wilming-Weber.

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