Der Real-Markt in Herten-Bertlich nach der Schließung: Die Leuchtreklame auf dem Dach und alle anderen Schilder wurden entfernt.
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Der Real-Markt in Herten-Bertlich nach der Schließung: Die Leuchtreklame auf dem Dach und alle anderen Schilder wurden entfernt.

Nach der Schließung

Hoffnung für Real-Gelände - diese Lebensmittelkette hat offenbar Interesse

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  • Frank Bergmannshoff
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Auf dem Gelände des früheren Real-Marktes in Herten-Bertlich herrscht nach der Schließung gähnende Leere. Doch jetzt deutet sich eine Perspektive an. Es gibt Interessenten für eine neue Nutzung.

Update 28. Februar: Die Entwicklung des Real-Geländes ist offenbar auf einem guten Weg. Einen Monat nach der Schließung des Warenhauses gibt es inzwischen Hinweise, dass sich dort in absehbarer Zeit wieder Lebensmittel-Einzelhandel ansiedeln könnte.

In Bertlich und in lokalen Facebook-Gruppen macht aktuell die Information die Runde, dass sich die zur Edeka-Gruppe gehörende Supermarkt-Kette „Marktkauf“ am Hoppenwall ansiedeln möchte. Dafür spricht, dass in den Wochen vor der Real-Schließung Fahrzeuge auf dem Parkplatz gesichtet wurden, die erkennbar zur Edeka-Gruppe gehörten.

Kommt ein Edeka-Tochterunternehmen nach Herten?

In Herten ist die Kette „Marktkauf“ bisher ein unbeschriebenes Blatt. Es gibt allerdings eine Filiale in Gelsenkirchen. Auch die Konzernmutter Edeka bemüht sich seit Jahren, in Herten Fuß zu fassen, ist zum Beispiel als Ankermieter im geplanten neuen Herten-Forum in der Innenstadt angedacht. Doch bisher ist auch dort keine konkrete Entwicklung in Sicht. Auch aus dieser Perspektive wäre eine Marktkauf-Ansiedlung am Hoppenwall durchaus plausibel.

Auf Nachfrage unserer Zeitung will Edeka die Ansiedlung weder bestätigen noch dementieren, „da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“, wie es in der knappen Antwort heißt. Die Bertlicher, die aktuell kein Lebensmittelgeschäft im Ortsteil haben, dürften diese vage Formulierung bereits als Hoffnungsschimmer werten.

Update 2. Februar: Am Samstag, 30. Januar, gingen im Real-Markt in Herten-Bertlich endgültig die Lichter aus. Das Warenhaus schloss. Doch es gibt Hoffnung. Wie vonseiten der Stadt Herten zu hören ist, hat ein „solider Investor“ Pläne für die Weiter-Nutzung des Geländes.

Geschäft für Lebensmittel soll in ehemaligen Real-Markt am Hoppenbruch ziehen

Der Investor plane, auf dem Gelände am Hoppenwall ein Geschäft für Lebensmittel anzusiedeln. Die Gespräche seien fortgeschritten, aber noch nicht besiegelt. Es müsse viel Geld investiert werden, um das ehemalige Real-Hauptgebäude zu sanieren. Eine Eröffnung - sofern alles glatt läuft - ist im ersten Quartal 2022 denkbar.

Update 26. Januar: Die Schließung des Real-Marktes hat sich lange hingezogen. Auf das bange Warten, ob das Bertlicher Warenhaus eine Zukunft hat, folgte am 29. Juni 2020 die große Ernüchterung. Im September waren erste leere Regale zu sehen. Als wenig später eine Glastür des Nebengebäudes beschädigt wurde, ließ man die Öffnung direkt zumauern. Inzwischen ist dieser Trakt, in dem Elektronik, Spielzeug, Getränke, Baumarkt-Artikel usw. angeboten wurden, komplett geschlossen.

Mitte Oktober gab Claudia Mehls ihre Lotto-Annahmestelle mit Reisebüro neben dem Haupteingang auf. Nach und nach schlossen auch die übrigen kleinen Geschäfte in der angrenzenden Ladenzeile.

Die kleinen Geschäfte in der Ladenzeile vor dem Real-Eingang in Herten sind leergeräumt.

Die letzten Tage des Real-Marktes sind angebrochen, der besonders für ältere Bertlicher der einzige gut erreichbare Supermarkt ist. Künftig müssen sie zum Einkaufen nach Westerholt, Buer oder Hassel. Doch auch aus anderen Teilen Hertens und aus Marl kamen Kunden. Denn die Werbung entsprach durchaus der Wahrheit: „Einmal hin, alles drin.“

„Wenig drin, alles muss raus“ – unter diesem Motto läuft jetzt der Abverkauf in Bertlich. Lange haben die Beschäftigten trotz der näher rückenden Schließung erhobenen Hauptes ihre Arbeit gemacht. Doch jetzt stehen sie wortwörtlich geknickt zwischen den Regalreihen, um die verbliebenen Dosen, Gläser, Päckchen, Tüten und Tuben immer weiter zusammenzuschieben, während die Kunden ständig neue Lücken verursachen. Mit Rabatten zwischen 10 und 40 Prozent wandern auch die letzten Backmischungen, Kaffee-Kapseln, Handy-Hüllen und Herrenschuhe nach und nach in die Einkaufswagen. Die Stimmung ist traurig und gespenstisch zugleich.

Für das Areal gibt es Ideen, aber nichts Konkretes

Im hinteren Teil des Real-Haupthauses ist ein Bereich abgegrenzt worden, in dem sich nicht mehr benötigte Regale, Warenständer und Holzpaletten stapeln. Das endgültige Auf- uns Ausräumen beginnt in der kommenden Woche.

Für die Zeit danach gibt es Wünsche und Pläne, aber nichts Spruchreifes. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Herten und auch sie selbst führen Gespräche, sagt Stadtbaurätin Janine Feldmann auf Nachfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung. Aus der Politik kam bereits der Vorschlag, nur noch auf einem Teil des Gesamt-Areals neuen Lebensmittel-Einzelhandel anzusiedeln und insbesondere im südlichen Bereich zur „Steinacker“-Siedlung hin Wohnbebauung zu ermöglichen.

Mit welchem Tempo und Aufwand eine weitere Entwicklung möglich sein wird, hängt vor allem davon ab, ob sich ein neuer Nutzer für das Real-Hauptgebäude findet oder ob es abgerissen und die Fläche kleinteilig vermarktet werden muss.

„Wir schließen - alles muss raus“ heißt es auf den Schildern am Real-Markt in Bertlich.

Update 4. Dezember: Unter dem Motto „Wir schließen – Alles muss raus“ hat im Real-Warenhaus am Hoppenwall der Ausverkauf begonnen. Anders als zu einem früheren Zeitpunkt von dem Unternehmen mitgeteilt, soll der Geschäftsbetrieb noch bis Samstag, 30. Januar 2021, weiterlaufen. Das sagt Jörg Schweinoch, Geschäftsleiter von Real in Bertlich. Im Zuge des Verkaufs der Warenhauskette an ein deutsch-russisches Konsortium Ende Juni hatte Real zunächst mitgeteilt, es sei bereits Ende 2020 Schluss, da man danach noch Zeit zum Aus- und Aufräumen benötige.

Nun also dauert der Ausverkauf länger. Jörg Schweinoch: „Der Markt steht den Kundinnen und Kunden für den Einkauf des täglichen Bedarfs weiterhin zur Verfügung. Aufgrund der außergewöhnlichen Rabatte rechnen wir damit, dass besonders in den stark nachgefragten Sortimenten die Angebote schnell vergriffen sein werden.“

Angebotsprospekte gelten nicht mehr für Real in Bertlich

Update 16. Oktober: Die Tage des Real-Marktes in Bertlich sind gezählt. Mittlerweile gelten die Angebots-Prospekte für diese Filiale in Herten nicht mehr. Darauf weisen große Plakate hin. Auch Real-Prospekte werden in der Stadt nicht mehr ausgeteilt. Wer diese nutzen möchte, muss zum Beispiel zu Real nach Gelsenkirchen fahren.

Reisebüro und Lottogeschäft bereits geschlossen

Eine weitere schlechte Nachricht gibt es aus Bertlich zu berichten. Eins der Geschäfte aus dem unmittelbaren Real-Umfeld musste bereits schließen. Mit Lotto-Reisen Mehls hat der Stadtteil seine Post-Anlaufstelle verloren, über deren Eröffnung 2018 sich Inhaberin Claudia Mehls und ihr Team noch gefreut hatten. Nun ist das Geschäft mit Lotto-Annahmestelle und Reisebüro Geschichte. Ob die übrigen weiteren kleinen Geschäfte dort durchhalten können, bleibt abzuwarten.

Mitarbeitern von Real in Bertlich gekündigt

Update 21. September: 101 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zumeist sind es Frauen, viele in Teilzeit oder Minijobs, wissen: Ihre Arbeitstage im Real-Markt Bertlich sind gezählt. Was aus ihnen wird, wenn das Kaufhaus Ende des Jahres schließt, wissen sie noch nicht. Perspektive? Unklar. Aber täglich wird es ihnen im Nebengebäude vor Augen geführt: So einige Regal-Reihen stehen dort schon leer.

Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Real zu unterstützen, hat Frank Lelke zusammen mit der Gewerkschaft Verdi ein Bewerbungstraining für sie organisiert. Dazu waren die circa 25 Mitarbeitenden in die Schwarzkaue auf Schlägel & Eisen gekommen.

Geschäfte rund um den Real in Bertlich werden es schwer haben zu überleben

Doch nicht nur für sie wird es künftig kniffelig. Die benachbarten Geschäfte, Bäcker, Friseur, Reisebüro, Lotto-Annahme, Kfz-Reifendienst usw. werden es schwer haben, zu überleben. Die Bertlicher verlieren den wenigen Einzelhandel im Ortsteil.

Stadtbaurätin Janine Feldmann sprach sich dafür aus, dass dort wieder ein Lebensmittelgeschäft angesiedelt werden solle. Ob das jedoch funktioniert, steht noch in den Sternen.

Update 30. Juni 18 Uhr: Von der Real-Schließung in Bertlich sind vor allem Frauen in Teilzeit betroffen. Insgesamt werden 101 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Für die Sozialplan-Verhandlungen, bei denen es zum Beispiel um Abfindungen geht, ist der Betriebsrat des Bertlicher Marktes selbst verantwortlich. Die Arbeitnehmer-Vertreter haben daher einen Rechtsanwalt hinzugezogen, um in den Gesprächen mit den Real-Unternehmensvertretern den nötigen Sachverstand an Bord zu haben.

Kein zweites "Schlecker" bei Real in Herten

Auch die Gewerkschaft Verdi kündigt an, sich für die Mitarbeiter/innen einzusetzen. Bezirksgeschäftsführer Bernd Dreisbusch: „Wir werden kämpfen. Es darf nicht so enden wie bei der Schlecker-Schließung, bei der damals die vielen betroffenen Frauen schlecht weggekommen sind."

Kein Käufer für Real in Bertlich gefunden

Update 29. Juni 2020, 11.45 Uhr: Der Real-Markt in Herten-Bertlich schließt. Das teilt Bürgermeister von Herten - wo nun ein Urteil in einem Vergewaltigungsprozess gesprochen wurde - mit, der gerade im Auslandsurlaub weilt. Die Geschäftsleitung der Real GmbH (Düsseldorf) habe am Montagmorgen mitgeteilt, den Markt am Hoppenwall zum 31. Januar 2021 zu schließen. Fred Toplak: "Ohne Vorwarung, ohne Detail-Infos, außer das kein Käufer gefunden wurde und sich der Markt nicht wirtschaftlich betreiben lässt."

Bürgermeister Fred Toplak: "Nachricht hat mich geschockt"

Fred Toplak macht aus einer Enttäuschung und Überraschung keinen Hehl: "Die Nachricht hat mich geschockt. Wir verfolgen das Geschehen nun seit vielen Monaten und uns wurde immer suggeriert, dass es eine Lösung geben wird. Wir bedauern die Schließung ganz ausdrücklich und sind solidarisch mit den über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marktes."

Wie das "Handelsblatt" berichtet, sollen die aktuell noch 276 Real-Märkte weitgehend an verschiedene Mitbewerber verkauft werden: Demnach will Kaufland 88 Märkte übernehmen. 53 Standorte sollen an Edeka gehen. Die regionale Supermarktkette Globus habe ein Angebot für 16 Real-Standorte abgegeben. Die Online-Verkaufsplattform "real.de" wird dem Vernehmen nach von Kaufland übernommen. Für viele weitere Märkte werden noch Interessenten gesucht.

Insgesamt acht Schließungen angekündigt

Märkte, für die sich kein Interessent findet, werden geschlossen. So gibt Real jetzt die Schließung von acht Standorten bekannt. Neben Herten-Bertlich sind das in NRW auch Duisburg-Süd und Mönchengladbach-Rheydt sowie außerhalb von NRW die Märkte in Berlin-Spandau, Leißling-Weißenfels, Bitterfeld-Wolfen, Frankenthal und Goslar. Betroffen sind insgesamt knapp 700 Mitarbeiter.

Bereits im März hatte Real noch unter dem alten Besitzer Metro die Schließung von sieben Filialen in Bamberg, Deggendorf, Bad Sobernheim, Papenburg, Augsburg, Rheine und in Wildau bei Berlin angekündigt.

Eigentumsübergang am 25. Juni 2020

Update 25. Juni 2020: Am heutigen Donnerstag, 25. Juni, findet der Eigentumsübergang der Warenhauskette Real vom Metro-Konzern auf den Käufer "SCP Group" statt. Die russischen Investoren werden dadurch alleinige Eigentümer des stationären Real-Geschäftes mit 275 Filialen, des Digitalgeschäfts inklusive des Online-Marktplatzes real.de, von 80 Immobilien sowie aller zu Real gehörenden Gesellschaften.

Update 14. Februar, 11.35 Uhr: Jetzt ist es amtlich. Am späten Donnerstagabend (13.02.) hat der Metro-Konzern die Supermarktkette Real offiziell verkauft. Der Vertrag ist jetzt unterschrieben. Die aktuell noch 276 Real-Märkte, darunter jener am Hoppenwall in Herten-Bertlich, werden von dem deutsch-russischen Konsortium aus den Unternehmen "SCP Group" und "X+Bricks" übernommen. Bis in die Nacht hinein hatten die Aufsichtsräte der beteiligten Unternehmen getagt.

Heute findet in Düsseldorf die Hauptversammlung des Metro-Konzerns statt. Real-Mitarbeiter wollen dort demonstrieren. Ob im Zuge der Versammlung auch bekanntgegeben wird, was aus deinen einzelnen Supermärkten wird, ist noch unklar.

Update 11. Februar, 13.05 Uhr:

Der Verkauf der Supermarktkette Real ist offenbar in trockenen Tüchern, auch wenn der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist. Der Mutterkonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf der angeschlagenen Supermarktkette Real, die auch einen Standort in Herten-Bertlich hat, geeinigt. Das teilte Metro am Dienstagmorgen. Es werde jedoch noch über einzelne offene Punkte verhandelt.

Viele der 85 Mitarbeiter des Bertlicher Marktes fürchten, dass ihr Standort geschlossen wird. Der auf zwei Gebäude verteilte Komplex am Hoppenwall ist stark sanierungsbedürftig, stellenweise tropft Wasser durchs Dach. Auch das Umfeld des Marktes ist nicht ansprechend. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld für eine Sanierung in die Hand nehmen.

Bei den Beschäftigten ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes groß, denn die beruflichen Perspektiven im Einzelhandel sind nicht gut.

Update 30. Januar:

Der „Real“-Verkauf steht offenbar kurz bevor. Viele der 85 Mitarbeiter des Marktes in Herten-Bertlich fürchten das Schlimmste.

In Branchenkreisen kursiert der Zeitplan, dass noch in dieser Woche der Vertrag über den Verkauf der Supermarkt-Kette „Real“ unterschrieben werden soll

Herten: Öffentliche Bekanntgabe am 14. Februar?

Die öffentliche Bekanntgabe soll, so heißt es, während der ordentlichen Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro AG am 14. Februar in Düsseldorf erfolgen. 

Eine offizielle Bestätigung durch Real oder Metro gibt es nicht. Metro hatte allerdings wiederholt angekündigt, der Verkauf an das deutsch-russische Konsortium aus den Unternehmen „X+Bricks“ und „SCP Group“ solle bis Ende Januar unter Dach und Fach sein.

Markt in Herten ist sanierungsbedürftig

Die neuen Eigentümer wollen nach derzeitigem Stand etwa 50 Filialen schließen und die übrigen 227 an Konkurrenten weiterverkaufen. Konkret im Gespräch sind Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto sowie die Baumärkte Toom und Obi. 

In der Bertlicher Filiale geht ein großer Teil der Mitarbeiter davon aus, dass es auf eine Schließung hinausläuft. Der auf zwei Gebäude verteilte Komplex ist stark sanierungsbedürftig, stellenweise tropft Wasser durchs Dach.

In Herten arbeiten 85 Menschen 

Auch das Umfeld ist optisch nicht ansprechend. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld in die Hand nehmen. Nach Informationen der Hertener Allgemeinen Zeitung arbeiten 85 Menschen im Bertlicher Real-Markt, darunter 25 Vollzeitkräfte, die übrigen in Teilzeit beziehungsweise auf Mini-Job-Basis. 

Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist groß, denn die beruflichen Perspektiven im Einzelhandel sind nicht gut. Diese Angst führt offenbar auch dazu, dass Mitarbeiter und Betriebsrat den Gang in die Öffentlichkeit bisher scheuen. 

Update 16. Januar:

Der Mutterkonzern Metro will sich künftig auf den Großhandel konzentrieren und seine Einzelhandelstochter Real veräußern, voraussichtlich schon bis Ende Januar. 

Der wahrscheinliche Käufer, ein deutsch-russisches Konsortium aus den Unternehmen „X+Bricks“ und „SCP Group“, will Real inklusive des Online-Shops übernehmen.

227 Filialen sollen an Konkurrenten verkauft werden 

Die bisherigen Überlegungen, eine kleine Anzahl von Filialen unter der Marke „Real“ weiterzuführen, ist offenbar vom Tisch.

Stattdessen deutet alles darauf hin, dass die neuen Eigentümer 50 Filialen schließen und die übrigen 227 an Konkurrenten verkaufen. Konkret im Gespräch sind Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto sowie die Baumärkte Toom und Obi.

Wie Real auf das Gerücht reagiert

Wie die Zukunft des Standortes in Bertlich (Foto) aussieht, ist schwer zu klären. Es steht das Gerücht im Raum, der Verkauf an einen chinesischen Investor sei bereits unter Dach und Fach und das Geschäft werde geschlossen. 

Auf Nachfrage der Hertener Allgemeienn Zeitung teilte das Unternehmen Real jetzt mit, man äußere sich gar nicht zu der aktuellen Entwicklung.

Anfragen bei der Stadt? 

Auskünfte erteile der Mutterkonzern Metro. Dieser wiederum machte keine Angaben zu konkreten Real-Standorten. 

Die Hertener Allgemeine Zeitung fragte daraufhin bei der Hertener Stadtverwaltung nach, ob dort Anfragen von möglichen neuen Eigentümern eingegangen sind. 

Doch sowohl bei Stadtbaurat Christoph Heidenreich als auch bei der Wirtschaftsförderung hat noch kein Investor angeklopft.

Update 14. Januar:

Bis Ende Januar will der Mutterkonzern Metro die Supermarkt-Kette Real an das deutsch-russische Konsortium "X+Bricks" verkaufen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung schlägt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus jetzt Alarm: Bis zu 10.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Betriebsrat: "Es wird ein Drama"

Klockhaus warnt vor einem Kahlschlag beim Personal. "Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen", sagte er in dem Interview. "Das heißt, fast jede dritte Stelle ist in akuter Gefahr. Es wird ein Drama."

Die meisten Mitarbeiter würden durch die Schließung von Filialen ihre Stelle verlieren. Nach Schätzungen sollen rund 50 der über 270 Märkte komplett geschlossen werden. Bei durchschnittlich 120 Mitarbeitern pro Filiale würden allein dadurch etwa 6000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Das Konsortium "X+Bricks" hat das Ziel, Real vom Grundsatz her mit einer überschaubaren Anzahl von Filialen weiterzuführen. Zahlreiche weitere Märkte sollen an Konkurrenten verkauft oder geschlossen werden.

Zwiespältige Situation für Real in Bertlich

Zur Zukunft des Bertlicher Real-Marktes gibt es aktuell keine offiziellen Auskünfte. Die Situation des Standortes ist zweischneidig. Für ihn spricht, dass Real in Bertlich einen besonders hohen Stellenwert hat. Der Markt am Hoppenwall ist der einzige Nahversorger im Stadtteil. Das könnte für einen Käufer wie Edeka durchaus von Interesse sein.

Gegen die Filiale spricht allerdings, dass die bauliche Substanz schlecht und der Standort insgesamt nicht besonders attraktiv ist. Es wären für einen Fortbestand erhebliche Investitionen nötig.

Update 16. Dezember: 

Der Handelsriese Metro geht davon aus, sich Anfang 2020 von der Supermarktkette Real zu trennen. Ende Januar soll der Kaufvertrag mit dem Bieter-Konsortium aus "X+Bricks" und der "SCP Group" besiegelt werden, erklärte jetzt Metro-Chef Olaf Koch in Düsseldorf. 

Das Konsortium werde Real komplett übernehmen, heißt es weiter. Koch geht davon aus, dass es vom Bundeskartellamt aus keine Probleme geben werde. 

Herten: Verhandlungen mit Redos beendet

Das Konsortium hat das Ziel, Real vom Grundsatz her weiterzuführen. Es werde aber auch Filialen der Kette geben, die an Konkurrenten verkauft oder geschlossen werden. 

Bislang sollte Real eigentlich an ein Konsortium um den Investor Redos veräußert werden. Die Verhandlungen mit Redos seien aber beendet wurden, heißt es von Metro-Seite.

Herten: "X+Bricks" arbeitet eng mit Kaufland zusammen

X+Bricks hatte zusammen mit der SCP Group im Juli ein vorher schon unterbreitetes Angebot noch einmal aufgstestockt, um Redos aus dem Rennen zu werfen. 

Metro-Chef Koch hatte sich aber lange geweigert, mit X+Bricks zu verhandeln. Als Grund nannte er mögliche kartellrechtliche Probleme. Der Immobilieninvestor X+Bricks mit Sitz in Frankfurt arbeitet eng mit Kaufland zusammen.

Herten: Unsicherheit für Real-Beschäftigte

Klaus Gehrig (71), Chef des Kaufland-Eigentümers Schwarz Gruppe, zu der auch Lidl gehört, wollte rund 100 Real-Standorte übernehmen, hieß es damals.

Arbeitnehmervertreter bei Real beklagen die seit langem andauernde Unsicherheit für die Beschäftigten,

Update 30. Oktober: 

Laut neuesten Informationen aus Insider-Kreisen will Eigentümer Metro die Supermarkt-Kette an den Immobilieninvestor Redos verkaufen. Der wiederum möchte einen Teil an Edeka weitergeben. 

Der Handelsriese greift somit nach Märkten eines direkten Konkurrenten. 

Herten: 50 Märkte sollen den Namen "Real" behalten

Edeka hat bereits beim Kartellamt Pläne für eine Übernahme von Real-Märkten angemeldet. Kartellamtschef Andreas Mundt: "Es geht um eine hohe zweistellige Anzahl dieser Standorte". 

Es heißt, Redos möchte mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. 

Herten: Kartellamt wird genau hinsehen

Auch die Supermarkt-Kette Kaufland steht der Redos-Gruppe nah.

Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden. Die Kartellwächter prüfen Übernahmen im deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau. 

Inwiefern die neuesen Entwicklungen den Markt in Herten-Bertlich am Hoppenwall betreffen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht exakt gesagt werden,

Für Markt in Herten gibt es mutmaßlich drei Varianten 

Möglich wären demnach, dass der Markt in Bertlich unter dem bisherigen Namen "Real" weitergeführt wird, er zu einem Edeka-Markt umgewandelt wird oder zu einer Kaufland-Filiale. 

Unsere bisherige Berichterstattung:

Gerüchte um einen Verkauf der Real-Kette gab es schon länger. Jetzt wurde bekannt: Das Bundeskartellamt hat den Verkauf der Kette vom Metro an den Investor Redos gebilligt. Auf unsere Anfrage, welche Konsequenzen das für die Bertlicher Filiale und ihre 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, erhalten wir von der Sprecherin der Metro AG keine erhellende Antwort. Sie sagt: „Zu einzelnen Märkten können wir uns aufgrund des laufenden Verkaufsprozesses nicht äußern.“ 

Metro-Chef Olaf Koch erklärte kürzlich in einem Interview, dass ein Großteil der Märkte an die Konkurrenz aus dem Lebensmittel-Einzelhandel übergeht. Auch er will keine Zahlen nennen, solange Verhandlungen laufen. „Wichtig ist das Signal, dass die Marke Real mit einem gesunden Kern erhalten bleibt“, sagt Koch. 

Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter in Herten

Real in Bertlich bietet auf 6500 Quadratmetern neben einem breiten Lebensmittelangebot auch Spielwaren, Heimwerkerbedarf, Sport-, Fahrrad- und Autoartikel etc. Vor Ort ist vom Personal niemand bereit, mit uns über die Hiobsbotschaft zu sprechen. Die Stimmung sei mehr als gedrückt, die Mitarbeiter seien verunsichert, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Auf dem Real-Parkplatz schiebt Herbert Dolega den Einkaufswagen in Richtung seines Autos. „Ich finde es nicht gut, dass Real verkauft wird“, sagt der Polsumer. Den Supermarkt am Hoppenwall in Bertlich steuert er mindestens einmal in der Woche an. „Ich komme relativ schnell hier hin, sei es mit dem Auto oder mit dem Fahrrad.“ Die Parkmöglichkeiten seien gut, findet der Marler. 

Auf dem Parkplatz des Getränkemarktes hat Petra Vukan gerade ihre Einkäufe in den Kofferraum ihres Wagens geladen. Auch sie kommt etwa einmal wöchentlich zum Real-Markt: „Hier bekommt man wirklich alles, von Getränken bis zu Tiernahrung, es gibt einen Metzger, eine Frischetheke.“ Die Langenbochumerin findet es wichtig, dass ein Supermarkt am Hoppenwall bleibt: „Wenn es hier keinen mehr gäbe, wäre das schade.“ Vor allem für die umliegenden Anwohner. 

Für die Anwohner in Herten wäre der Verlust bitter

Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist der Penny-Markt in Marl bzw. die Lidl-Filiale in Westerholt – und die steht derzeit nicht zur Verfügung. Der alte Lidl-Markt an der Bahnhofstraße wurde abgerissen und wird derzeit neu gebaut. Vorerst ist also unklar, was aus dem Bertlicher Real wird. Für die Menschen vor Ort wäre ein Verlust bitter, handelt es sich doch um das einzige relevante Nahversorgungsangebot dort oben im Nordwesten der Stadt. 

Es heißt, dass die Redos-Gruppe, an die Metro verkauft hat, der Supermarkt-Kette Kaufland nahe steht. Gut möglich also, dass Kaufland den Laden am Hoppenwall übernimmt. Dann wäre da noch Edeka – ebenfalls seit langem daran interessiert, in Herten Fuß zu fassen.

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