Carsten Schad ist einer von sieben Desinfektoren bei der Hertener Feuerwehr.
+
Carsten Schad im Schutzanzug bei der Desinfektion eines Einsatzwagens: Diese Prozedur muss teils mehrfach am Tag erfolgen, sie ist bei weitem nicht die einzige Aufgabe der Desinfektoren bei der Hertener Feuerwehr.

Feuerwehr

Hygiene beim Rettungsdienst - eine Aufgabe für den Desinfektor

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
    schließen

Die Desinfektoren kümmern sich um die Hygiene beim Rettungsdienst der Feuerwehr. Carsten Schad ist einer von ihnen.

Der 51-jährige Carsten Schad ist sehr erfahren und achtet zusammen mit sechs seiner Kollegen darauf, dass der Infektionsschutz beim Rettungsdienst stimmt. Als Jugendlicher sei er schon zur Jugendfeuerwehr gekommen, erzählt Schad. Seitdem ist er dabei geblieben, hat den klassischen Weg über die Freiwillige Feuerwehr genommen und ist seit 1991 hauptberuflich bei der Feuerwehr. Später hat er sich weiterbilden lassen, unter anderem zum Notfallsanitäter. „Das ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst“, sagt Schad. Irgendwann bestand Bedarf an neuen Desinfektoren, und Schad absolvierte die Zusatzausbildung am Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst in Münster.

Zu Beginn war Carsten Schad bei der Hertener Feuerwehr als Desinfektor allein. „Ich war lange der einzige Desinfektor, aber dann haben die Kollegen nachgezogen“, sagt der 51-Jährige. „Mittlerweile sind wir zu siebt.“ Dass er selbst die Einsatzfahrzeuge desinfiziert, kommt zwar auch vor, ist aber bei weitem nicht seine einzige Aufgabe. Rund 30 Minuten sei er mit der Reinigung eines Rettungswagens beschäftigt, dazu kämen noch einmal 30 Minuten zum Einwirken des Desinfektionsmittels.

Wagen werden mehrfach am Tag gesäubert

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war die Arbeit der Desinfektoren schon wichtig, schließlich gab es immer schon gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel Durchfallerkrankungen (Norovirus) oder den Klinikkeim, vor denen es sich zu schützen galt. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie seien die anderen Gefahren aber in den Hintergrund getreten, sagt Schad. „Weil wir mehr Abstand halten und Masken tragen.“

Seit dem vergangenen Frühjahr haben die Rettungsdienste deutlich mehr Kontakt zu Corona-Patienten. „Es gibt einen, zwei, drei oder auch mehr Menschen mit Corona oder Corona-Verdacht am Tag, die wir fahren.“ Daher werden die Fahrzeuge auch in der Regel häufiger als nur bei der routinemäßigen wöchentlichen Reinigung gesäubert: nach jedem Transport eines infizierten Patienten, also manchmal sogar mehrfach am Tag. Wenn Carsten Schad und seine Kollegen Corona-Patienten transportieren, fährt trotz aller Vorkehrungen auch die Sorge im Wagen mit. „Dann habe ich Bedenken: Hoffentlich fange ich mir das nicht ein“, sagt er. „Denn auch die Desinfektion und die Schutzkleidung schützen nicht zu 100 Prozent.“

Abstand und Maske sind Gewohnheit geworden

Wenn die Corona-Pandemie besiegt oder zumindest so stark eingedämmt sein sollte, dass die meisten Menschen wieder ansatzweise normal leben können, freut sich der Desinfektor wieder auf eigentlich völlig normale Ausflüge: „Vielleicht mal in den Schnee nach Winterberg oder einfach in den Zoo – das wäre schön“, sagt der Vater einer elfjährigen Tochter. „Ich denke aber auch, dass es irgendwie seltsam sein wird, wenn wir wieder alles machen können – schließlich haben wir uns in dem Jahr seit Ausbruch der Pandemie sehr stark daran gewöhnt, auf Kontakte weitgehend zu verzichten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach Real-Schließung: Betrieb erhält Kündigung, Inhaber fühlt sich im Stich gelassen
Nach Real-Schließung: Betrieb erhält Kündigung, Inhaber fühlt sich im Stich gelassen
Nach Real-Schließung: Betrieb erhält Kündigung, Inhaber fühlt sich im Stich gelassen
Corona-Pandemie:  Herten bleibt kreisweit Inzidenz-Spitzenreiter - Mehr akut Infizierte
Corona-Pandemie: Herten bleibt kreisweit Inzidenz-Spitzenreiter - Mehr akut Infizierte
Corona-Pandemie: Herten bleibt kreisweit Inzidenz-Spitzenreiter - Mehr akut Infizierte
Hoffnung für Real-Gelände - diese Lebensmittelkette hat offenbar Interesse
Hoffnung für Real-Gelände - diese Lebensmittelkette hat offenbar Interesse
Hoffnung für Real-Gelände - diese Lebensmittelkette hat offenbar Interesse
Schwer verletzt ins Krankenhaus: E-Bike-Fahrerin wird von Auto angefahren
Schwer verletzt ins Krankenhaus: E-Bike-Fahrerin wird von Auto angefahren
Schwer verletzt ins Krankenhaus: E-Bike-Fahrerin wird von Auto angefahren
Corona in Herten: Inzidenzwert steigt an
Corona in Herten: Inzidenzwert steigt an
Corona in Herten: Inzidenzwert steigt an

Kommentare