Jasmin und Patrick Barciaga kämpfen seit Langem gegen den Müll auf dem Zechengelände Schlägel & Eisen.
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Jasmin und Patrick Barciaga kämpfen seit Langem gegen den Müll auf dem Zechengelände Schlägel & Eisen.

Zechengelände Schlägel & Eisen

Imbissbude: Im Kampf gegen den Müll gibt es neue Ideen

  • Daniel Maiß
    vonDaniel Maiß
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Jasmin und Patrick Barciaga müssen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen in Herten-Langenbochum ständig den Bereich um ihren Imbiss von Unrat befreien. Jetzt gab es dazu zwei Treffen und einige Ideen.

  • Immer wieder hinterlassen abendliche Besucher ihren Müll auf dem Gelände der Zeche Schlägel & Eisen in Herten-Langenbochum
  • Dort führen Jasmin und Patrick Barciaga den beliebten „Imbiss am Schacht“.
  • Fast täglich müssen sie aufräumen.

Update 25. August: Gleich zwei Mal haben sich mittlerweile Vertreter aus der Hertener Lokalpolitik und ansässige Firmeninhaber wegen der bekannten Müllproblematik auf Schlägel & Eisen vor Ort getroffen. Sie wollten sich einen Überblick über das Gelände verschaffen und beim zweiten Treffen auch mit den jungen Menschen vor Ort ins Gespräch kommen.

Dem Aufruf zum Treffen wegen des Müll-Problems auf dem Schlägel-&-Eisen-Gelände folgten viele politische Vertreter.

Initiator der Treffen war Patrick Barciaga. Zusammen mit seiner Frau Jasmin betreibt er auf Schlägel & Eisen den „Imbiss am Schacht“. Über die Vermüllung hatte er sich im Internet-Netzwerk Facebook vehement beklagt. Daraufhin kamen dann die beiden Treffen zustande.

Dabei wurde einiges angesprochen. So kam die Idee auf, das Gelände am Abend für den Pkw-Verkehr nur für Anlieger zugänglich zu machen. Zudem könnten Streetworker vor Ort den Kontakt zu den jungen Menschen suchen. Darüber hinaus müsse kontrolliert werden, ob die momentanen zeitlichen Abstände der Müllentsorgung auf dem Gelände passend sind oder eventuell enger getaktet werden müssen.

In Herten soll wegen des Mülls eine Gruppe gegründet werden

Um die Ideen voranzutreiben, soll nun eine Gruppe gegründet werden – mit mindestens einem Vertreter aus den beteiligten Parteien. „Ich finde es gut, dass es bisher eine gemeinsame Sache der Parteien ist“, so Patrick Barciaga, „ich hoffe, das bleibt auch so.“

Dennoch gab es auch an diesem Wochenende auch schon wieder Vandalismus auf dem Zechengelände. Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe (25.8.) der Hertener Allgemeinen Zeitung und im ePaper.

Unsere bisherige Berichterstattung:

Fast täglich muss Jasmin Barciaga wahre Müllberge entfernen, die sich am Abend zuvor rund um ihren „Imbiss am Schacht" angehäuft haben. Den führt sie mit Ehemann Patrick seit 2018. Das Müll-Problem auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen existiert seit längerer Zeit, hat sich in den vergangenen Wochen aber so verschärft, dass Patrick Barciaga seinem Unmut Luft verschaffte. Im Internet-Netzwerk Facebook veröffentlichte er einen Text, der deutlich zeigt, wie genervt das Paar von der Situation ist. Dies hat jetzt weitere Folgen.

„Mittlerweile sind drei Müllsäcke pro Tag keine Seltenheit. Ich würde mir wünschen das alle, die so viel auf ihren Plakaten fordern, sich auch mal vor Ort blicken lassen. Vielleicht findet man gemeinsam mit (den Betroffenen) eine Lösung“, schrieb Patrick Barciaga bei Facebook. Die Konsequenz: Viele Lokalpolitiker fühlten sich angesprochen und so gibt es am 20. August ein Treffen am Imbiss mit mehreren Vertretern der hiesigen Parteien.

Zerstörte Flachen, leere Becher, Pizzakartons

Jasmin Barciaga ist frustriert, weil das Schlägel-&-Eisen-Areal ihrer Meinung nach viel zu wenig beaufsichtigt werde. „Die Mitarbeiter des Ordnungsamts sind zwar vormittags und nachmittags hier, der Müll entsteht aber am Abend.“ Sie weiß auch ziemlich genau, ab wann. „Der Imbiss schließt um 19 Uhr, bis 20 Uhr räume ich auf. Gerade bei gutem Wetter sind dann auch schon einige Gruppen da. Die haben Bierkästen dabei, Hochprozentiges, Becher zum Mixen, oft Fast Food und vieles mehr.“

Auf dem Gelände der Zeche Schlägel & Eisen in Herten-Langenbochum liegt viel Müll herum.

Schnell würden beide Parkbänke in der Nähe vereinnahmt, später – wenn Jasmin Barciaga weg ist – auch die Sitzgarnituren des Imbisses. Am darauffolgenden Tag böte sich ihr dann prinzipiell immer das gleiche Bild: Überall zerdepperte Flaschen, leere Becher, Pizzakartons und dergleichen mehr.

Glasscheben sind für Hunde gefährlich

Gerade die Glasscherben bereiten ihr Sorgen: „Wir entfernen die zwar vom Radweg, im Grün sind die aber kaum wegzubekommen und zum Beispiel für Hunde total gefährlich“, so Barciaga.

Mehrfach habe sie die laut ihrer Einschätzung jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren angesprochen, doch bitte ihren Müll zu entsorgen. Mit Blick auf die ständig überfüllten Mülleimer, habe sie den Gruppen sogar Säcke angeboten. Genutzt habe das alles nichts. Barciaga: „Hier müssen zum einen mehr Mülleimer hin, zum anderen am Abend und vor allem am Wochenende irgendeine Art von Kontrolle.“

Was kommt bei dem Termin vor Ort heraus?

Bei ihr ist eine Grenze erreicht. „Ich sehe nicht mehr ein, hier stundenlang den Müll anderer Leute zu entsorgen. Das ist einfach nicht mein Job. Ich frage mich oft, warum ich das überhaupt alles mache“. Nun ist sie gespannt, was bei dem Termin in Herten-Langebochum mit den politischen Vertretern herauskommt. Eins gibt sie zu bedenken: „Man kann sich kaum vorstellen, wie es bereits nach wenigen Tagen aussehen würde, wenn wir hier nicht mehr jeden Tag aufräumen.“

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