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Karl Ludwig Schweisfurth ist verstorben.

Herten/Herrmannsdorf

Karl Ludwig Schweisfurth ist verstorben – er wurde 89 Jahre alt

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Die traurige Nachricht kam überraschend: Nach Informationen unserer Zeitung ist der ehemalige Wurstfabrikant aus Herten verstorben. Karl Ludwig Schweisfurth wurde 89 Jahre alt. Er hinterlässt drei Kinder.

  • Karl Ludwig Schweisfurth ist in der Nacht zu Samstag, 15. Februar, verstorben.
  • Er hinterlässt zwei Söhne und eine Tochter.
  • Der gebürtige Hertener wurde 89 Jahre alt.

Die Stadt Herten hat einen ihrer prominentesten und prägendsten Söhne verloren. Der Unternehmer, der zu einem Pionier der ökologischen Lebensmittelherstellung wurde, hat in der Stadt auf vielerlei Weise Spuren hinterlassen. 

Metzger-Handwerk gelernt

Karl Ludwig Schweisfurth wurde am 30. Juli 1930 in Herten in eine Metzger-Familie geboren. Sein Vater Karl Schweisfurth führte die Metzgerei in zweiter Generation. Sohn Karl Ludwig lernte das Metzer-Handwerk und absolvierte Praktika in den großen Schlachthöfen in den USA. Seine Erfahrungen setzte er der Fleischverarbeitung in Herten und den anderen Werken um. Er entwickelte den Familienbetrieb unter dem Namen Herta zum größten Fleisch verarbeitenden Unternehmen Europas. 

Herta an Nestlé verkauft

1984 verkaufte Schweisfurth sein Unternehmen mit damals 1200 Mitarbeitern an den Konzern Nestlé. Mittlerweile befindet sich das Herta-Werk mehrheitlich in spanischer Hand.

Schweisfurth wurde vom Industriellen zum Öko-Landwirt. Auf dem Gut Herrmannsdorf bei Glonn (Landkreis Ebersberg) südöstlich von München hielt er Schweine nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft. 

Als bahnbrechend zeigte sich Karl-Ludwig Schweisfurth stets auch auf einem anderen Gebiet: der Verknüpfung von Lebens- und Arbeitswelt mit der Kunst. Er holte Kunst schon in den 70er-Jahren in Verwaltungs- und Produktionsräume des Hertener Herta-Werks, und auch Herrmannsdorf war für ihn ohne Kunst nicht denkbar.

Verbindung zu Herten riss nie ab

Die Verbindung zu Herten haben Karl Ludwig Schweisfurth und seine Familie nie abreißen lassen. Ihr finanzielles Engagement ist an mehreren Stellen sichtbar: Seien es Kunstobjekte im öffentlichen Raum, wie die Schweinegruppe in der Innenstadt, die Vegetative Säule vor dem Copa Ca Backum oder Großprojekte wie das Glashaus. Karl Ludwig Schweisfurth spendete damals eine Million Mark und gab damit den Anstoß für den Bau des Glashauses. 

Schweisfurth unterstützte Projekte des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, er gab den Anstoß für die Hertener Bürgerstiftung. Viele Schüler aus Herten haben seine Herrmannsdorfer Landwerkstätten kennengelernt, wohin er sie jährlich in Zusammenarbeit mit der Stiftung eingeladen hat. Karl Ludwig Schweisfurth lebte zuletzt in Herrmannsdorf.

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