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Die Attacke in der Hertener Kaufland-Filiale ist kein Einzelfall.

Eklat im Supermarkt

Spuck-Attacke in Hertener Kaufland-Filiale ist kein Einzelfall - das sagt die Polizei

Ohne Maske betrat eine Kundin am Montag (11.5.) die Kaufland-Filiale in Herten-Mitte. Als sie von Mitarbeitern darauf  angesprochen wurde, eskalierte die Situation. Die Attacke ist aber kein Einzelfall.

  • Ohne Schutzmaske, die Mund und Nase bedeckt, darf momentan niemand einen Supermarkt betreten.
  • Das gilt auch für die Kaufland-Filiale in Herten-Mitte.
  • Als eine Kundin jetzt auf die fehlende Maske von Mitarbeitern angesprochen wurde, eskalierte die Situation.
  • Die Attacke in Herten ist aber kein Einzelfall.

Update 15. Mai: Attacken wie die in der Kaufland-Filiale in Herten-Mitte sind kein Einzelfall, wie ein Blick in andere Städte zeigt. 

So kam es laut Medienberichten am vergangenen Wochenende in Troisdorf ebenfalls in einer Kaufland-Filiale zu einem Angriff, bei dem zwei Polizisten teils schwer verletzt wurden. 

Die Polizisten wollten zunächst einen Streit im Eingangsbereich des Supermarkts schlichten. Zwei Männer aus Bonn und Troisdorf hatten zuvor das Geschäft ohne die erforderlichen Gesichtsmasken betreten und wollten diese auch nach eindringlicher Aufforderung nicht anziehen.

Gesichtsfraktur und schwere Prellungen

Die Situation geriet außer Kontrolle, die Männer griffen plötzlich die Beamten an. Einer der Polizisten musste mit einer Gesichtsfraktur ins Krankenhaus. Sein Kollege erlitt schwere Prellungen im Gesicht, die ebenfalls behandelt werden mussten.

Mittlerweile haben sich die Hinweise verdichtet, dass die Polizisten in eine Falle gelockt wurden. Die Ermittlungen dauern an.

64-jähriger beleidigt 

Ein weiterer Fall ereignete sich am Mittwoch (13.5.) in Bochum: Die dortige Polizei berichtete, dass ein 64-Jähriger einen Supermarkt ohne einen Mund-Nasen-Schutz betreten wollen. 

Als ein 21-jähriger Security-Mitarbeiter den Bochumer auf die Maskenpflicht aufmerksam machte, sei er von dem Tatverdächtigen rassistisch beleidigt worden. 

Daraufhin sei der 64-Jährige von dem 36-jährigen Angestellten gebeten worden, das Geschäft zu verlassen. Der 64-Jährige habe diesem dann „gezielt ins Gesicht gespuckt“, so die Polizei. Auch der Polizei gegenüber habe sich der Mann aggressiv verhalten.

Polizeisprecher: Vorfälle können als Körperverletzung eingestuft werden

Polizeibeamte sind bei ihrer Tätigkeit in Zeiten von Corona vermehrt fiesen Angriffen ausgesetzt. Es habe Fälle gegeben, in denen Menschen unter Vorgabe einer „Covid-19“-Erkrankung Polizisten bespuckt hätten, berichtet auch Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher des auch für Herten zuständigen Polizeipräsidiums Recklinghausen gegenüber der Hertener Allgemeinen Zeitung.

Derlei Vorfälle könnten als Körperverletzung eingestuft und strafrechtlich verfolgt werden, so der Sprecher weiter. 

Zur Beratung der betroffenen Beamten stünde der polizeiärztliche Dienst bereit. Es könnten Corona-Tests angeordnet und/oder der Polizist aus dem Dienst genommen werden.

Unsere bisherige Berichterstattung:

Ohne eine Schutzmaske, die Mund und Nase bedeckt, kommt in Zeiten der Corona-Pandemie niemand zum Einkauf in einen Supermarkt hinein. Das gilt auch für die Kaufland-Filiale in den Rathaus-Galerien in Herten-Mitte. 

Dort aber verweigerte jetzt eine Kundin das Tragen einer solchen Maske. Die Situation eskalierte, am Ende wurde eine Kaufland-Mitarbeiterin sogar verletzt.

Diskussion mit zwei Angestellten im Kaufland in Herten-Mitte

Folgendes soll sich laut Zeugen und der Polizei zugetragen haben: Am Montag, 11. Mai, kam gleich nach der Öffnung um 7 Uhr eine 27-jährige Frau aus Gelsenkirchen in den Supermarkt.

In der Kaufland-Filiale in Herten-Mitte kam es zu einem Zwischenfall.

Sie nahm sich einen Einkaufswagen, trug jedoch nicht die vorgeschriebene Maske. Deshalb kam es zu einer Diskussion mit zwei Angestellten: einem 52-jährigen Hertener und einer 49-jährigen Gelsenkirchenerin. 

Herten: 49-jährige Mitarbeiterin stürzt und verletzt sich 

Auf die fehlende Maske angesprochen, spuckte die Frau den 52-Jährigen an und rammte die 49-Jährige so heftig mit dem Einkaufswagen, dass diese stürzte und sich verletzte. 

Die herbeigerufene Polizei erteilte der renitenten Kundin einen Platzverweis. Zudem kassierte die 27-Jährige eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.

Kaufland äußert sich nicht zu konkretem Fall 

Der Kaufland-Konzern wollte sich auf Rückfrage der Hertener Allgemeinen Zeitung zu dem Vorfall am Montag nicht äußern. 

Eine Sprecherin betonte aber, dass in den Filialen die behördlich auferlegten Verordnungen zeitnah und pragmatisch umgesetzt würden. Da das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen Vorschrift sei, würden Kunden, die keinen Mundschutz trügen, freundlich auf die Verordnung hingewiesen. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden richte sich nach dieser Verordnung und trage eine Mund-Nasen-Bedeckung, heißt es weiter.

Mit welchen Problemen Beschäftigte im Lebensmittel-Handel noch zu kämpfen haben, was ein Verstoß gegen die Maskenpflicht kostet und wie zum Beispiel Polizisten in der Corona-Krise Angriffen ausgesetzt sind, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (14. Mai) der Hertener Allgemeinen Zeitung und ePaper.

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