In Herten wurde in eine Apotheke eingebrochen. 
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Auch in Hertens Apotheken sollen Corona-Schnelltests durchgeführt werden.

Start am Montag?

Kostenlose Corona-Schnelltests: So sieht es in Hertens Apotheken aus

  • Danijela Budschun
    vonDanijela Budschun
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Die Corona-„Teststrategie“ der Bundesregierung stellt Apotheken vor eine weitere Herkulesaufgabe - auch in Herten.

Schon ab Montag (8.3.) soll es für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit kostenloser Schnelltests geben – so haben es Bund und Länder nach dem Corona-Gipfel von Mittwoch (3.3.) verkündet. Doch ganz so einfach ist es auch dieses Mal nicht, und es sind wieder einmal viele Fragen offen.

Laut Online-Informationen der Bundesregierung gebe es drei Möglichkeiten, wo und durch wen die kostenlosen Schnelltests durchgeführt würden, erklärt Jan Forster, Inhaber der Bären-Apotheke in der Hertener Innenstadt: „Erstens in einem staatlichen oder kommunalen Testzentrum, zweitens durch beauftragte Dritte – das wären dann wohl wir Apotheken – und drittens in Arztpraxen.“

„Können nicht alle Bewohner von Herten einmal die Woche testen“

Doch ob die Stadt Herten die Apotheken damit beauftragt, ist unklar. Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden könne. „Zunächst muss die neue Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen abgewartet werden. Es ist davon auszugehen, dass es zu diesem Beschluss noch überregionale Vorgaben geben wird, die ein genaueres Vorgehen definieren“, heißt es aus dem Rathaus. Wahrscheinlich werde dann ohnehin der Kreis Recklinghausen zuständig sein.

Und auch wenn der Auftrag kommt: „Wir können nicht alle Bewohner von Herten einmal die Woche testen“, stellt Jan Forster klar. „Wir arbeiten schon an der Auslastungsgrenze.“ Die Ausgabe der kostenlosen FFP2-Masken war bereits eine Herkulesaufgabe, die Schnelltests seien eine weitere – und die Informationen kämen erneut „sehr, sehr kurzfristig“. Gleichwohl: Vorbereitet hat man sich in der Bären-Apotheke. „Wir haben Mitarbeiter befähigt und geschult, Räumlichkeiten dafür leer geräumt, Testkits und Schutzkleidung beschafft. Alles, was dazu gehört.“ Wann es losgehen könnte, wisse er aber noch nicht.

Räumliche Fragen spielen auch eine Rolle

Beate Bußmann reagiert eher verhalten auf die Ankündigungen aus Berlin. Um die kostenlosen Corona-Schnelltests durchführen zu können, müssten ihrer Ansicht nach mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. „Das muss Fachpersonal machen und das muss geimpft sein. Eine meiner Mitarbeiterinnen ist geimpft, weil sie im Impfzentrum in Recklinghausen mithilft“, berichtet die Inhaberin von Bußmanns Barbara-Apotheke in Scherlebeck.

Wann die übrigen Apotheken-Mitarbeiter an der Reihe sind, weiß Beate Bußmann nicht. Sie bräuchte zusätzliches Personal für das Testen: „Wir haben nicht eine Hand übrig. Ich kann nicht einfach eine Mitarbeiterin abstellen, die das dann zusätzlich macht.“ Auch räumliche Fragen spielen eine Rolle, denn die Corona-Schutzverordnung regelt die Zahl der Kunden pro Quadratmeter: „Wir dürfen nur vier Menschen reinlassen.“ Um Schnelltests durchzuführen, müsste die Apothekerin eine andere Lösung finden.

Ein weiterer Baustein der „Teststrategie“ der Bundesregierung sind die Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch. Discounter wie Aldi wollen sie schon ab Samstag (6.3.) anbieten, Drogerieketten wollen folgen. Auch in Apotheken soll es die Selbsttests zu kaufen geben. Sowohl die Bären-Apotheke als auch Bußmanns Barbara-Apotheke haben geordert. „Wir haben bereits vor zwei, drei Wochen beim Großhandel bestellt“, berichtet Beate Bußmann. „Wir wissen aber noch nicht, ob und wann und wie viele wir bekommen.“

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