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Der Stadtstreicher hat die  Justizvollzugsanstalt in Gelsenkirchen verlassen.

Ersatzhaftstrafe abgesessen

Hertener Stadtstreicher wieder auf freiem Fuß - so geht die Staatsanwaltschaft nun vor

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Ein 36-jähriger Stadtstreicher steht in Verdacht, seit Monaten grüne Flüssigkeit in Herten zu verschütten. 16 Strafanzeigen lagen vor. Hinter Gittern saß er aber wegen etwas anderem. Jetzt ist er entlassen worden.

Update 9. Januar:

Die letzten Tage des Jahres 2019 verbrachte der Stadtstreicher, der in Verdacht steht, über Monate grüne Flüssigkeit in Banken und Geschäften verschüttet zu haben, in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Gelsenkirchen. 

Dort saß er nicht wegen der jüngsten Strafanzeigen, sondern wegen eines Falls aus 2017 („Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“). Als „Ersatz“ für die nicht geleistete Zahlung von 40 Tagessätzen musste er 40 Tage in der JVA einsitzen.

Herten: 16 Strafanzeigen liegen vor 

Die „Ersatzfreiheitsstrafe“ ist nun abgelaufen. Nach allen Informationen, die der Staatsanwaltschaft Bochum vorliegen, ist der Stadtstreicher daher nun wieder auf freiem Fuß. 

Die Vorfälle der vergangenen Monate liegen weiterhin zur Prüfung bei der Staatsanwaltschaft. 16 Strafanzeigen haben sich angesammelt, ein Teil stammt noch aus dem Jahr 2018.

Herten: Liste der Vergehen ist lang

Die Fälle werden nun gebündelt, erklärt Oberstaatsanwalt Paul Jansen auf Anfrage dieser Zeitung.  Das Verfahren dauere momentan noch an. Was das in der Konsequenz für den Stadtstreicher bedeutet, könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Jansen. 

Die Liste der Vergehen, die dem 36-Jährigen vorgeworfen werden, ist lang: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Bedrohung oder Sachbeschädigung sind da aufgeführt. Dennoch bedeutet das laut Paul Jansen nicht, dass der Stadtstreicher bald wieder verhaftet wird. 

Der Oberstaatsanwalt betont noch einmal, „dass die Hürden in Deutschland für den Freiheitsentzug sehr hoch sind.“ 


Update 12. Dezember:

Trotz 16 Strafanzeigen, unter anderem wegen der verschütteten grünen Flüssigkeit in mehreren Banken und Geschäften, waren die einzelnen Vergehen laut Staatsanwaltschaft Bochum bisher nicht so schwerwiegend, um gegen den in Verdacht stehenden 36-jährigen Stadstreicher aus Herten Haftbefehl zu erlassen. Jetzt sitzt er aber dennoch hinter Gittern.

Herten: Verurteilung am Amtsgericht Recklinghausen

Der Stadtstreicher verbüßt in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen momentan eine sogenannte „Ersatzfreiheitsstrafe“. 

Die kam laut Staatsanwaltschaft Bochum so zustande: Wegen „Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“ wurde der 36-Jährige vom Amtsgericht Recklinghausen am 16. November 2017 zu einer Geldstrafe verurteilt.

Herten: Polizei nimmt Stadtstreicher fest

Er zahlte nicht, ignorierte mehrere Schreiben und so wurde schließlich Strafbefehl erlassen. Dieser wurde dann unlängst auch vollstreckt, indem die Polizei den Stadtstreicher verhaftete.

Wie hoch die Geldstrafe ist, wie lange der Stadtstreicher nun einsitzen muss, was die Staatsanwaltschaft dazu sagt und wie es mit den 16 Strafanzeigen weitergeht: All das lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (12.12.) der Hertener Allgemeinen Zeitung.


Update 26. November:

Die 16 Strafanzeigen richten sich gegen einen polizeibekannten 36-jährigen Obdachlosen, der in Verdacht steht, hinter einem Großteil der Taten zu stecken. 

Auf Rückfrage listet die zuständige Staatsanwaltschaft in Bochum die einzelnen Vergehen auf, die dem Mann vorgeworfen werden: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Herten: Vergehen stehen in Zusammenhang

Bei den Strafanzeigen wurden laut Polizei-Angaben teilweise mehrere Vergehen zu einem Fall zusammengefasst, weil sie in direktem Zusammenhang stehen. 

So soll der Stadtstreicher Hausfriedensbruch begangen haben, weil er in einigen Banken, Sparkassen oder Geschäften Hausverbot hat und in der Folge Sachbeschädigung, weil er zum Beispiel in der Filiale der Volksbank in Langenbochum auch Flüssigkeit in einem Geldautomaten gegossen haben soll. 

Herten: Fahrlässige Körperverletzung

In mindestens einem Fall kam dann auch fahrlässige Körperverletzung hinzu, weil jemand in einer der Pfützen ausgerutscht war und sich beim Sturz verletzt hatte. 

Reste der Flüssigkeit, die überall im Stadtgebiet verteilt wurden. 

Zudem gab es laut Staatsanwaltschaft mehrere Fälle von Beleidigung und Bedrohung. Darüber hinaus habe sich der Stadtstreicher auch schon Polizeibeamten widersetzt.

Warum ein Oberstaatstanwalt dennoch bezweifelt, dass der 36-Jährige demnächst verhaftet wird, welche Alternative es zu einer Verhaftung durch die Polizei gibt und wie es momentan bei der Höhe des Gesamtschadens aussieht: All das lesen Sie in der Mittwochsausgabe (27.11.) der Hertener Allgemeinen.


Update 8. November: 

Bei den letzten bekannten „Stink-Attacken“ war die giftgrüne Substanz sowohl in mehreren Filialen der Sparkasse als auch der Volksbank vergossen worden.

In allen Fällen mussten die Räume erst einmal gründlich gereinigt werden. Der für Herten zuständige Volksbank-Direktor Bernhard Felling beklagt nun aber, dass es längst nicht mehr „nur“ um das Aufwischen der stinkende Flüssigkeit gehe.

In der Volksbank Langenbochum, die aus Selbstbedienungsautomaten besteht, habe der Täter die Flüssigkeit in einen Geldautomaten geschüttet und diesen damit schwer beschädigt. Da sich ein solches Gerät nicht „mal eben“ reparieren oder austauschen lässt, fehlt den Kunden ein wichtiger Service. 

Insgesamt gehe der Sachschaden inzwischen in die Tausende, berichtet Bernhard Felling.


Update: Donnerstag, 7. November, 14.30 Uhr:

In den vergangenen Tagen waren gleich mehrere Filialen der Volksbank und der Sparkasse betroffen, unter anderem erneut die nahe beeinander liegenden Zweigstellen an der Josefstraße in Disteln (siehe Foto).

Am 5. November waren Feuerwehr und Polizei erneut in Disteln im Einsatz.

Hier und bei der Sparkasse und der Volksbank in Herten-Mitte war allerdings eine Flüssigkeit verschüttet worden, die extremer nach Essig stank als noch in den Fällen zuvor.

Herten: Buchhandlung immer wieder Ziel 

Bereits fünf Mal Zielscheibe der "Stink-Attacken" war nach eigenen Aussagen die Buchhandlung Lackmann in Westerholt. 

Das erste Mal war Mitte Oktober, als auch das Wasser im Westerholter Marienbrunnen grün gefärbt war. „Es handelt sich mindestens um einen halben Kanister grüne Flüssigkeit“, so Lackmann.

Herten: 36-Jähriger steht in Verdacht

Weiterhin in Verdacht steht ein polizeibekannter 36-jähriger Stadtstreicher, der stets barfuß in Herten sowie in Recklighausen unterwegs und vermutlich psychisch krank ist.


Update: Sonntag, 3. November, 11.29 Uhr

Die Serie nimmt kein Ende. Im Gegenteil: Immer öfter wird gemeldet, dass eine Person giftgrüne Flüssigkeit verschüttet. Am Halloween-Abend (31. Oktober) war die Berufsfeuerwehr bereits zur Hauptstelle der Sparkasse Vest an der Ewaldstraße gerufen worden. Die Einsatzkräfte untersuchten die Substanz und wischten sie dann auf.

Zwei Quadratmeter Fläche verschmutzt 

Keine 48 Stunden später - am Samstag um 18.41 Uhr - wurden die Einsatzkräfte erneut zum selben Ort alarmiert. Eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern war abermals mit grüner Flüssigkeit bedeckt, von der ein stechender, Essig-ähnlicher Geruch ausging. Messungen der Feuerwehr ergaben keine Gefahr. Also hieß es für die Einsatzkräfte - salopp gesagt - einmal feucht durchwischen. Die grüne Substanz wurde angefeuchtet und dann mit Tüchern aufgesaugt. 

Ob wieder - wie schon in Disteln - der polizeibekannte Stadtstreicher (siehe unten) am Werk war, ist nicht bekannt.


Update: Freitag, 1. November, 15 Uhr

Seit Wochen verteilt eine Person an diversen Stellen im Stadtgebiet giftgrüne Flüssigkeit. So wurde bereits der Marienbrunnen auf dem Westerholter Marktplatz grün eingefärbt, auch die Eingänge von mehreren Westerholter Geschäften waren betroffen, außerdem mehrfach die Filialen von Sparkasse und Volksbank in Langenbochum und Disteln. Des Weiteren wurde beobachtet, dass der Täter die Flüssigkeit in die Kanalisation schüttet. 

Videokomera filmt den Täter

Die Videoüberwachung der Sparkasse in Disteln hat den Täter auch schon gefilmt: Es handelt sich um einen polizeibekannten 36-jährigen Stadtstreicher, der stets barfuß in Herten sowie in Recklighausen unterwegs und vermutlich psychisch krank ist.

Ob ihm die aktuelle Tat zuzuschreiben ist, steht noch nicht fest. Jedenfalls hat es am späten Donnerstagabend (31.10.) nun auch die Hauptstelle der Sparkasse Vest an der Ewaldstraße in Herten-Mitte erwischt. Das Foyer war mit grüner Flüssigkeit verschmutzt. Passanten riefen um 23.52 Uhr vorsichtshalber die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte untersuchten die Substanz. Ergebnis: klebrig, stechender Geruch, aber ungefährlich. Vermutlich handelte es sich - wie bei früheren Fällen - um einen Badezusatz.

Für die Sparkasse endet die Woche also unerfreulich. Am Mittwoch war die Hauptstelle Herten-Mitte schon Tatort eines Banküberfalls gewesen.

Unsere bisheriger Bericht von Sonntag, 27. Oktober, 17.49 Uhr

Eine giftgrüne Flüssigkeit verunzierte am Samstag (26.10.) den Boden im Foyer der Sparkasse Vest. Das fiel einer alten Dame auf, die die Feuerwehr alarmierte. Denn sie konnte sich nicht erklären, was das wohl war - zumal das Zeug stechend roch. Der Test brachte ein überraschendes Ergebnis. 

Grüne Substanz gefunden: Feuerwehreinsatz am 26. Oktober in Disteln an der Josefstraße

Wie die Feuerwehr Herten herausfand, hatte da offenbar jemand ein Erkältungsbad oder eine andere Flüssigkeit mit ätherischen Ölen auf den Boden gespritzt. Es roch jedenfalls nach Eukalyptus oder Menthol. 

Zum Glück keine giftige Substanz in der Sparkasse in Herten

Mit einer gewissen Erleichterung registrierten die Hertener Wehrleute, dass es keine giftige Flüssigkeit war, die sich dort am Boden befand. Übrigens war auch der Boden in der nahen Distelner Volksbank damit beschmiert.

Giftgrüne Flüssigkeit am 26.10.2019 im Foyer der Distelner Volksbank: Feuerwehrleute haben die Substanz mit Papiertüchern bedeckt.

In Herten-Disteln wurden schon öfter Flüssigkeiten verspritzt

Wie es zu der Verunreinigung gekommen ist, weiß bislang niemand. Es gibt aber Gerüchte, dass schon öfter Substanzen auf Flächen in Geschäften in Herten-Disteln verspritzt wurden. 

Am Mittwoch musste die Polizei zur Sparkasse Vest in Herten ausrücken: Grund war ein Überfall. Im Lohbusch-Park am Rathaus in Datteln wurde ein 19 Jahre alter Oer-Erkenschwicker von vier unbekannten Personen angegriffen.

Feuerwehrleute schützen sich durch entsprechende Kleidung vor allen möglichen Einwirkungen. Der Löschzug Hochlar rückte zu einem Einsatz in der Kita St. Suitbert in Recklinghausen aus. In Gelsenkirchen soll ein 30-Jähriger drei Menschen, die in einem Auto saßen, mit einer Stichwaffe angegriffen haben.

Flüchtlingsunterkunft in Oer-Erkenschwick verraucht -Bewohner flüchten auf den Schulhof.

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