Der Vergewaltigungsprozess läuft vor dem Bochumer Landgericht.
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Der Vergewaltigungsprozess läuft vor dem Bochumer Landgericht.

Prozess in Bochum

Mutmaßliche Vergewaltigung: WhatsApp-Sprachnachricht belastet Angeklagten

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer jungen Hertenerin im Anschluss an eine Disko-Nacht hat eine Sprachnachricht die Glaubwürdigkeit der Schülerin erheblich gestützt.

  • Am Landgericht Bochum läuft der Prozess wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung.
  • Angeklagt ist ein 30-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel.
  • Durch eine Sprachnachricht aus der Nacht gerät der Mann nun unter Druck 

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer jungen Hertenerin im Anschluss an eine Disko-Nacht hat eine Sprachnachricht die Glaubwürdigkeit der Schülerin erheblich gestützt.

 „Er hat mein ‚Nein‘ nicht akzeptiert. Ich bin voll fertig. Ich fühle mich so eklig und habe Schmerzen.“ Diese und weitere verzweifelte Sätze hatte die Nebenklägerin in der fraglichen Nacht einer Mitschülerin in einem WhatsApp-Chat aufgesprochen.

Tondokument aus der Nacht dauert eineinhalb Minuten

Das knapp eineinhalb Minuten dauernde Tondokument wurde jetzt am Bochumer Landgericht vorgespielt. Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer hatte sich in der fraglichen Nacht sogar schon aus einer Disko in Recklinghausen bei der Schulfreundin gemeldet. 

Der 30-jährige Angeklagte und ein Freund hatten die Hertenerin und eine Freundin dort am 31. März 2019 kennengelernt. 

Frau aus Herten fühlte sich übertölpelt

„Uff, wir stehen mit den Kerlen am Ausgang. Ich glaube, die wollen jetzt alle mit dem Taxi zu mir. Die wollen ‚Alk‘ kaufen“, hatte die Teenagerin um 3.10 Uhr an ihre Freundin getextet. 

Dass der Disko-Abend in ihrer Wohnung fortgesetzt werden sollte, gefiel der Frau aus Herten offensichtlich ganz und gar nicht. Warum sie sich trotzdem darauf eingelassen hat? „Ich habe mich so übertölpelt gefühlt, dass ich einfach nachgegeben habe“, sagte das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer.

Hertenerin: "Habe ihm gesagt, ich will das nicht" 

Auch dass ihr der Angeklagte im Verlauf der Nacht in ihrer Wohnung in ihr Schlafzimmer gefolgt und immer zudringlicher geworden ist, habe ihr gar nicht gefallen. 

„Ich habe ihm gesagt, ich will das nicht. Aber er fing immer wieder an, mich zu bedrängen“, erinnerte sich die Schülerin. „Ich bin mir ganz sicher, dass ich mehrfach ‚Nein’ und auch zu 1000 Prozent gesagt habe, dass ich Schmerzen habe.“ 

Angeklagter stellt Abend anders dar 

Doch der Angeklagte habe jedes „Nein“ wortlos ignoriert. „Ich konnte auch nicht um Hilfe rufen, weil ich wie in einer Starre war“, erklärte die Hertenerin. 

Der Angeklagte aus Castrop-Rauxel hatte den Abend völlig anderes dargestellt: Danach soll angeblich sogar die Initiative für das Weiterfeiern nach der Disko von der Schülerin ausgegangen sein. 

Der 30-Jährige ist bei Vergewaltigungsvorwürfen kein unbeschriebenes Blatt, vorbestraft und steht unter Bewährung. Die Fortsetzung des Prozesses ist für den 9. Juni angesetzt.

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