Am Busbahnhof in Herten wurden Netze gegen herabstürzende Betonbrocken installiert.
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Am Busbahnhof in Herten wurden Netze gegen herabstürzende Betonbrocken installiert.

Sicherung gegen stürzende Betonbrocken

Ein Provisorium für die Ewigkeit? Das sagt die Stadt zur Notlösung am Busbahnhof Herten

  • Carola Wagner
    vonCarola Wagner
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  • Anna Lisa Oehlmann
    Anna Lisa Oehlmann
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Einmal krachte ein Betonbrocken in eine Vitrine am Busbahnhof in Herten. Dann stürzten lose Klumpen herab. Jetzt wird provisorisch für Sicherheit gesorgt.

Update 22. November: Die Stadt Herten hat sich zu dem Provisorium an der Decke des Busbahnhofes in Herten geäußert. Dort hängen - wie berichtet - jetzt Netze. Diese Netze sollen die gröbsten Betonbrocken, die in regelmäßigen Abständen von der wolkenförmigen Decke abbröckeln, auffangen.

Provisorien am Busbahnhof in Herten und am Horizont Observatorium auf der Halde Hoheward

Einige unserer Leser vergleichen dieses Provisorium zum Beispiel mit den provisorischen Stützen am Horizont Observatorium auf der Halde Hoheward, die dort bereits seit mehr als zehn Jahren stehen. Andere merken an, dass an der Süder Grundschule seit sechs Jahren Netze gegen herunterfallende Klinker hängen. Sind die Netze am Busbahnhof ein weiteres Provisorium für die Ewigkeit?

Netze an 18 Pfeilern am Busbahnhof in Herten befestigt

Die sogenannten Netz-Kragen säumen nun die Säulen im oberen Bereich der sechs Jahre alten Busbahnhof-Decke. An insgesamt 19 Pfeilern wurden sie angebracht. Mit Dübeln haben die Handwerker sie im Beton der Dachscheiben befestigt.

Wer ist für die Mängel an der Busbahnhof-Decke in Herten verantwortlich?

Der Gutachter, den die Stadt Herten bereits nach dem ersten Vorfall beauftragt hatte, hat vorerst nur ein Sicherheitskonzept erstellt. Eine ganze Weile werden die Hertener noch mit den Netzen leben müssen. Denn laut Stadt müsse zunächst geklärt werden, wer für die Mängel in der Decke verantwortlich zeichnet und wie es dazu gekommen sei. Dies wird im Moment vorbereitet. Danach erst werde ein Sanierungskonzept erstellt.

Gutachter beteuert: Standsicherheit des Busbahnhofs in Herten ist nicht gefährdet

Das Dach muss laut Gutachter nicht abgestützt werden. Die Standsicherheit sei nicht gefährdet.

Das hatten wir am zuvor berichtet: Der Busbahnhof in Herten ist kein wirklich sicheres Pflaster. Mehrmals haben sich Betonbrocken aus der Wolkendecke gelöst. Die zerstörerische Kraft des Gesteins wurde deutlich sichtbar: Zum Beispiel wurde eine Vitrine der Vestischen getroffen und zerbarst in Scherben. Zum Glück standen gerade keine Menschen an den Stellen, an denen die Teile herabfielen.

Gutachter soll ein Sanierungskonzept für den Busbahnhof in Herten erstellen

Die Stadt Herten hatte gleich beim ersten Mal einen Gutachter zum Busbahnhof bestellt. Der sollte die Ursache für das Bröckeln des Betons herausfinden und ein Sanierungskonzept erstellen. Der Experte entfernte lockere Betonteile. Um vorerst Schlimmeres zu verhindern und wartende Fahrgäste nicht zu gefährden, riet er zur Absicherung der Betonbereiche um die statischen Stützen herum und zu weiteren Maßnahmen.

Wie es mit den Betonwolken in Herten weitergeht ist unklar

Ein Teil dieses Plans wurde jetzt in die Tat umgesetzt: Handwerker spannten rings um alle Stützen Netze, die sich lösende Betonteile auffangen sollen. Offenbar sich speziell diese Ansatzstellen neuralgische Punkte der Konstruktion. Wie es weiter geht mit den Betonwolken ist unklar. Von einem abschließenden Gutachten des beauftragten Experten und einem Sanierungskonzept ist bislang nichts bekannt geworden.

Auch das Horizontobservatorium in Herten ist ein Sanierungsfall

Dieser Sanierungsfall ist nicht der einzige in Herten: Das Horizont-Observatorium auf der Halde Hoheward wird seit nunmehr elf Jahren durch zwei Stützen daran gehindert, irgendwann zu kollabieren. Der Rechtsstreit zwischen dem Regionalverband Ruhr, den Architekten und der Stahlbaufirma ist bis heute nicht entschieden.

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