Das Ordnungsamt kontrolliert in Herten die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.
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Das Ordnungsamt kontrolliert in Herten die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Pandemie-Bekämpfung

Noch keine Lösung zur Kontrolle der Ausgangssperre

  • Sebastian Schneider
    vonSebastian Schneider
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Die Einhaltung der Ausgangssperre wird weiterhin vom Ordnungsamt nicht überwächt. Eine einfache und schnelle Lösung des Problems gibt es nicht.

Seit im Rahmen der „Bundesnotbremse“ die Ausgangssperre auch in Herten in Kraft getreten ist, wird sie nicht vonseiten des Ordnungsamtes kontrolliert - es fehlt an Personal dafür. Der 1. Mai und das Wochenende sind nur noch wenige Tage entfernt. Manch ein Hertener kommt dann vielleicht auf den Gedanken, auch spät abends oder nachts mal etwas zu unternehmen. Er hätte gute Chancen, dabei nicht aufzufallen.

Denn zur Kontrolle der Ausgangssperre durch das Ordnungsamt gebe es noch keinen neuen Stand, teilte die Stadt Herten gestern auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Man beratschlage jetzt auf höherer Ebene: „Zum jetzigen Zeitpunkt wird das Thema ,Kontrolle der Ausgangssperre’ auf Kreisebene diskutiert“, sagt Stadt-Sprecherin Corina Plötz. Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) nachts kontrollieren zu lassen, scheide jedenfalls aus, weil dadurch Personal fehlen würde, das tagsüber zum Beispiel die Einhaltung von Quarantäne-Anordnungen oder Kontaktbeschränkungen überwacht.

Anwohner zählt auf Ewald 309 Menschen

Kann das Personal nicht anderweitig aufgestockt werden? Jein. Mitarbeitende der Stadt aus anderen Bereichen müssten erst geschult werden, so Corina Plötz. Und ein privater Wachdienst dürfe im Stadtgebiet nicht alleine kontrollieren, da ihm wichtige Befugnisse fehlen. Das Fazit, so Plötz: „Eine schnelle Lösung für die Kontrolle der Ausgangssperre gibt es leider nicht.“

An einem Ort zumindest zeigt die Ausgangssperre auch ohne Kontrollen Wirkung: Auf dem Ewaldgelände hat sich der Beginn der allabendlichen Szene-Treffs nach vorne verschoben. „Am Dienstag kamen ab 17 Uhr Menschen, hörten laut Musik und feierten“, berichtet ein Anwohner. Dafür sei nun aber ab 22 Uhr Ruhe: „Da kann man mal wieder ein Fenster aufmachen.“

Das ist ein Lichtblick für die Anlieger, aber mehr auch nicht. Die Nacht von Freitag auf Samstag – also unmittelbar vor Inkrafttreten der Ausgangssperre – war für die Ewald-Anwohner eine Belastung. Die Polizei musste eine große Menschenmenge auflösen, Beamte schrieben 59 Anzeigen wegen fehlenden Abstands (wir berichteten).

Ein Anwohner begab sich selbst auf die Straße und zählte die Menschen. „Es waren 309. Keiner trug eine Maske, auf Abstand wurde nicht geachtet“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Er hätte sich ein früheres und stärkeres Eingreifen der Behörden gewünscht. Das Treffen sei schließlich sogar in sozialen Medien angekündigt worden.

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