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Mit bunten Taschen machen sich die Schüler – hier von der Rosa-Parks-Schule und vom Städtischen Gymnasium– für die Aktion „Herten ohne Rassismus“ stark. Unterstützt werden sie dabei von Anne Schwarte von der Martin-Luther-Schule (r.) und Zühtü Baritoglu vom „Haus der Kulturen“ (2. v. r).

Aktion am 22. März

Für eine „Stadt ohne Rassismus“

HERTEN - Die Ergebnisse sind bunt und können sich sehen lassen: Rund 150 Leinentaschen besprühen Schüler derzeit mit dem Logo „Herten gegen Rassismus“. Am 22. März möchten sie die Taschen in der Fußgängerzone verteilen – und dabei mit Passanten ins Gespräch kommen. Ihr Ziel: Die Bürger für das Thema zu sensibilisieren, damit Herten den Titel „Stadt ohne Rassismus“ erhält.

Rund 20 Schüler der Rosa-Parks-Schule (RPS), des Städtischen Gymnasiums, der Martin-Luther-Schule und der Achtenbeckschule machen mit. Sie alle kennen „Schule ohne Rassismus“, tragen diesen Gedanken in ihr Alltagsleben. Dieses Ansinnen jetzt auf die ganze Stadt auszuweiten, finden sie gut. Und vor allem sehr, sehr wichtig.

Bürger aufklären, Betroffenen helfen

„Ausländer raus!“, das hat Mohammad (17) schon oft gehört. „Als ich noch klein war, hat mich das sehr getroffen“, sagt der Gesamtschüler. Er ist in Deutschland geboren, seine Eltern stammen aus dem Libanon. Wenn ihm das heute passiert, ignoriert er es einfach. „Aber wenn ich mitbekomme, dass jemand anderes so angegangen wird, dann sage ich etwas“, plädiert er für mehr Zivilcourage. „Selbst ein Prozent Rassismus ist zu viel“, sagt er.

Herten soll das Zertifikat „Stadt ohne Rassismus“ erhalten, dafür machen sich die Schüler stark. „Es gibt bundesweit nur neun Kommunen, die sich so nennen dürfen. In Nordrhein-Westfalen ist es nur Unna“, sagt Zühtü Baritoglu vom „Haus der Kulturen“, der die Aktion begleitet.

„Wir machen auf jeden Fall weiter“

Mit ihrem Info-Stand, der einen Tag nach dem „Internationalen Tag gegen Rassismus“ aufgestellt wird, wollen die Schüler Zweierlei bewirken. „Wir möchten die Bürger über dieses Thema aufklären. Aber wir möchten auch als Ansprechpartner für Betroffene da sein, ihnen helfen“, sagt Dana (19) von der RPS. „Die Taschen verteilen wir an diesem Tag gegen eine kleine Spende. Darin liegt übrigens ein Zettel mit unserer Charta, die wir formuliert haben. Und noch etwas anderes wie zum Beispiel ein Kugelschreiber“, erklärt Michelle (17), ebenfalls von der RPS.

Derweil sprühen fünf Gymnasiasten aus der Klasse 9d auf dem Balkon des „Hauses der Kulturen“ weiter das Logo auf Leinentaschen. Auch sie sind mit Eifer bei der Sache. „Es ist doch wichtig, dass man sich nicht nur in der Schule mit dem Thema Diskriminierung auseinandersetzt, sondern alle Bürger mit einbezieht“ meint Gymnasiast Johannes (15).

Aktion „Herten ohne Rassismus“, Freitag, 22. März, 10 bis 13 Uhr, Fußgängerzone in der Hermannstraße (vor dm)

„Wir machen mit unseren Aktionen auf jeden Fall weiter, auch wenn Herten den Titel hat“, sagt Dana. Sie wollen Rassismus keine Chance geben – zu keinem Zeitpunkt.

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