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Parallel zur Turnhalle sollen auf dem Schulhof der Augustaschule die Module für die neue Kita aufgestellt werden.

An der Augustaschule

Container-Kita kommt – trotz Kritik

HERTEN - Auf dem südlichen Teil des Schulhofs der Augustaschule soll eine provisorische Kita aus Raummodulen errichtet werden. Das hat der Schulausschuss in seiner Sitzung am Dienstag (12.2.) beschlossen. Allerdings mit einer Gegenstimme von der Linkspartei.

Deren Fraktionsvorsitzende Martina Ruhardt übte heftige Kritik an dem Beschlussvorschlag, den die Verwaltung den Politikern vorgelegt hatte. Ruhardt fehlten wesentliche Informationen, die sie mehrfach eingefordert hatte: „Wie werden die Module aufgestellt? Welche Auswirkung hat das auf den Schulablauf? Welche Flächen stehen den Kita-Kindern, welche den Schulkindern zur Verfügung?“

Auch zur Verkehrssituation gebe es keine Infos – etwa, wo die Eltern parken sollen, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. „Ich kann dieser Vorlage ernsthaft nicht zustimmen“, sagte Ruhardt.

Fünf Bäume werden gefällt

Sebastian Scholz von den Hertener Immobilien Betrieben (HIB) verdeutlichte die Planungen daraufhin anhand einer Grafik. Demnach sollen die Module parallel zur Turnhalle aufgestellt werden. Dafür werden etwa fünf Bäume im hinteren Schulhofbereich gefällt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestfläche pro Kind (10 Quadratmeter) würden sogar „übererfüllt“, sagte Scholz.

Zur Parkplatzsituation erklärte Peter Brautmeier, Leiter des städtischen Fachbereichs Schule, es gebe Stellplätze im Bereich der Schule, zusätzlich habe die Verwaltung vom Betreiber des Restaurants Katzenbusch eine temporäre Genehmigung erhalten, dass die Parkplätze am Pferdestall morgens zum Bringen und mittags zum Abholen der Kita-Kinder genutzt werden können.

Investitionskosten: 1,5 Mio. Euro

Wenn der Rat in seiner nächsten Sitzung (20. Februar, 17 Uhr, öffentlich) ebenfalls für die Module stimmt, sollen diese bis spätestens August angeschafft werden. Eröffnet werden soll die Kita voraussichtlich im letzten Quartal dieses Jahres. Die Investitionskosten kalkuliert die Verwaltung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro.

Mit der viergruppigen Kita können 80 zusätzliche Plätze geschaffen werden: zwei Gruppen für je 25 Kinder von drei bis sechs Jahren, eine Gruppe für 10 Kinder unter drei Jahren und eine Gruppe für 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren.

Fast 100 Plätze fehlen

Damit würde der große Mangel an Kita-Plätzen in Herten-Süd zumindest etwas gelindert. Darauf hob Felizitas Reinert ab: „Wir brauchen doch diese Plätze“, sagte die SPD-Ratsfrau. Die Verkehrssituation in Herten-Süd sei schwierig, räumte sie ein. „Aber wir müssen jetzt tätig werden.“ Der Bedarf an Kita-Plätzen sei „enorm groß“. Folgt man der Rechnung der Verwaltung, fehlen allein im Hertener Süden fast 100 Plätze.

Die Module sollen nur für etwa zweieinhalb Jahre als Kita genutzt werden: Sobald die neue Kita an der Wörthstraße fertig ist, ziehen die Kinder dorthin um. Einen Träger für die neue Einrichtung gibt es noch nicht. Später sollen die Module genutzt werden, um die Feigeschüler auszulagern, wenn voraussichtlich in den Jahren 2022 bis 2024 die Feigeschule abgerissen und neu gebaut wird.

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