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Herta-Betriebsrat Carsten Kikillus (r.) und Gewerkschaftssekretär Adnan Kandemir von der NGG zeigen einen Stapel mit mehr als 3000 Unterstützungsunterschriften, die im Herta-Werksladen und im SPD-Bürgerbüro gesammelt worden sind. Letztere brachte der SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Löcker (l.) mit.

Betriebsräte, Gewerkschaften und SPD kämpfen für Herta

Entwicklungchancen für den Standort Herten

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HERTEN - Seit drei Monaten leben die rund 400 Mitarbeiter der Wurstwarenfabrik Herta mit großer Ungewissheit. Der Mutterkonzern Nestlé will das Unternehmen verkaufen, so viel ist sicher. Darüber hinaus sickert nichts nach draußen.

Auf mehreren Wegen versuchen daher die Betriebsräte und die Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten), irgendwie auf das Verfahren Einfluss zu nehmen. Zum Beispiel haben rund 10.000 Menschen bei der Solidaritätsaktion „Ja zu Herta“ unterschrieben. „Allein im Werksverkauf haben 3000 Kunden mitgemacht“, sagt Betriebsrat Carsten Kikillus.

Am Mittwochmittag schaute der Landtagsabgeordnete Carsten Löcker vorbei und brachte weitere 120 Unterschriften mit, die im SPD-Bürgerbüro zusammengekommen waren. Löcker informierte sich über den Stand der Dinge und sagte zu, die Situation bei Herta in der SPD-Landtagsfraktion zu thematisieren.

Entscheidung soll in der zweiten Jahreshälfte fallen

Eine weitere Bemühung, das Verkaufsverfahren positiv zu beeinflussen, zielt auf die umfangreichen Freiflächen auf dem Herta-Gelände ab. Löcker: „Die Wirtschaftsförderung der Stadt Herten muss möglichen Interessenten signalisieren, dass es hier nicht nur um die Sicherung des Herta-Standortes geht, sondern dass hier auch Entwicklungsmöglichkeiten bestehen.“ „Am liebsten hätten wir es natürlich, wenn die Erweiterungsflächen zumindest teilweise für eine Expansion von Herta genutzt würden“, ergänzt Carsten Kikillus.

Doch all das ist Stochern im Nebel, solange keine Interessenten bekannt sind. Die international tätige Rothschild-Bank hat ein Exposé für potenzielle Käufer erstellt. „Aber wir erhalten es nicht, wir dürfen nicht einmal hineinschauen“, beklagt NGG-Gewerkschaftssekretär Adnan Kandemir. Er hofft, dass vielleicht Mitte Juni Details bekannt werden. Dann tagen die Betriebsräte aller europäischen Tochter-Gesellschaften am Nestlé-Sitz in Vevey (Schweiz). Herta steht auf der Tagesordnung.

Eine Verkaufsentscheidung dürfte in der zweiten Jahreshälfte fallen. Bis dahin wolle man den Druck weiter erhöhen, sagt Thomas Prinz vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Groß werde Herta besuchen.

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