Für ehrenamtliches Engagement

Erfkemper erhält Bundesverdienstmedaille

HERTEN - Kaum ein Scherlebecker, der ihn nicht kennt: Jahrzehntelang hat sich Wilhelm Erfkemper als ehrenamtlicher Feuerwehrmann und Schiedsmann engagiert. In einer Feierstunde wurde er dafür mit Heinz Enxing, einem verdienten Gladbecker, von Landrat Cay Süberkrüb mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Süberkrüb, der die Medaille im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab, betonte: „Es ist bei Ihnen beiden spürbar der Wunsch, unmittelbar zu helfen und etwas zu bewirken, einen direkten und persönlichen Beitrag für Ihre Mitmenschen, Ihre Region, Ihre Umwelt zu leisten.“

In seiner Laudatio erklärte der Landrat, warum dem Scherlebecker der Orden gebührt: „Wilhelm Erfkemper hat durch sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich der Rechtspflege sowie im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr auszeichnungswürdige Verdienste erworben.“ Und führte weiter in persönlichen Worten aus: „Lieber Willi, wir ehren Dich für Deinen unermüdlichen Einsatz für die Schlichtung von Streitigkeiten, den Einsatz für Menschen in Not, aber auch für die Bereitschaft, das eigene Wissen weiterzugeben, in die Ausbildung von Nachwuchs zu investieren.“

250 Schlichtungsverfahren durchgeführt

Als man vor 28 Jahren auf ihn zukam, gab es für Wilhelm Erfkemper kein Zögern: „Das Schiedsamt ist ein bürgerliches Ehrenamt. Man kann das nicht ablehnen“, sagte der Hertener einmal. 25 Jahre lang schlichtete er bei Nachbarschaftsärger, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen. Rund 250 Schlichtungsverfahren hat er in seiner 25-jährigen Tätigkeit durchgeführt. Mit dieser Zahl liegt er weit über dem durchschnittlichen Arbeitsaufkommen bei Schiedspersonen in Nordrhein-Westfalen.

In Schiedsleute-Kreisen genießt der 82-Jährige hohes Ansehen. Er war stets bereit, Neulinge einzuarbeiten und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Durch seine Umsicht und Empathie erwarb er sich ein hohes Maß an Vertrauen – sowohl bei den Antragstellern als auch bei den Antragsgegnern. 2016 legte Wilhelm Erfkemper das Amt des Schiedsmannes schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Recyclinghof mitaufgebaut

Seit 1954 engagierte sich Wilhelm Erfkemper ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 1991 übte er das Amt des stellvertretenden Stadtbrandmeisters aus – seinerzeit war das ebenfalls ein Ehrenamt.

Die fünfköpfige Familie ernährte er übrigens zunächst durch seine Arbeit auf der Zeche: Er war 18 Jahre lang auf Schlägel & Eisen. Weitere 30 Jahre stand Wilhelm Erfkemper im Dienst der Stadt Herten: Er war Müllwagen-Fahrer und baute den Recyclinghof mit auf.

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