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Einbrecherbande vor Gericht

Von der Ewaldstraße aus auf Diebestour

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HERTEN - „Komm, lass uns spazieren gehen“. Wenn dieser Satz fiel, wurde es angeblich gefährlich. Die harmlose Formulierung soll nämlich der Geheimcode einer Einbrecherbande gewesen sein. Fünf der mutmaßlichen Täter stehen seit Dienstag in Bochum vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft gehören die Angeklagten zu einer „weitverzweigten Sippe“ mit verwandtschaftlichen Kontakten nach Serbien, Italien und Frankreich. Für die Wohnungseinbrüche sollen gezielt Jugendliche ohne Deutschkenntnisse angeworben worden sein. Zentrale der Bande war angeblich eine Wohnung an der Ewaldstraße. Dort sollen die Jugendlichen „unter unzureichenden Bedingungen beherbergt“ worden sein.

Einer, der bei den Einbrüchen dabei gewesen sein soll, sitzt nun mit auf der Anklagebank. Wenn seine Angaben stimmen, ist er gestern 16 geworden. Doch das mit den Personalien ist so eine Sache. Mindestens zwei der fünf Angeklagten sind bei den Behörden unter verschiedenen Namen und Geburtsdaten bekannt.

Eine 20-jährige Frau zum Beispiel, die in Rom geboren, in Braunschweig gemeldet und in Herten im vergangenen August in ein Einfamilienhaus am Sperberhorst eingebrochen sein soll. Allein sie hat angeblich gleich mehrere Aliasnamen.

Angeklagte ist hochschwanger

Weil die 20-Jährige hochschwanger ist (das Kind kann nach ihren Angaben jeden Tag kommen), haben die Richter ihr angeboten, im Falle eines Geständnisses ganz schnell ein Urteil zu sprechen. Dazu war sie jedoch nicht bereit.

Die weiteren Tatorte in Herten lagen an der Langebochumer Straße und auf der Falknerstraße. Darüber hinaus sollen die Angeklagten für Einbrüche in Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen und Braunschweig verantwortlich sein. Die Beute bestand laut Anklage aus Bargeld und Schmuck im Wert von mehr als 20.000 Euro.

Zum Prozessauftakt vor der 3. Strafkammer des Bochumer Landgerichts hat sich noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Drei von ihnen sitzen seit dem vergangenen Oktober in Untersuchungshaft. Darunter auch die hochschwangere 20-Jährige und ihr ebenfalls angeklagter Lebensgefährte. Für einen erfolgreichen Beutezug soll es übrigens auch einen Geheimcode gegeben haben. Der lautete angeblich so: „Wir haben gegessen.“

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