Ewaldstraße

Reizgas-Attacke führt zu Großeinsatz

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HERTEN-SÜD - Eine Reizgas-Attacke in einem Mehrfamilienhaus an der Ewaldstraße hat am frühen Montagmorgen (7.05.) zu einem Großeinsatz von Rettungskräften aus der ganzen Region geführt. 17 Menschen, darunter auch Kinder, mussten behandelt werden. Die Ewaldstraße war stundenlang voll gesperrt.

Nach Angaben der Polizei gelangte ein unbekannter Mann etwa um 4 Uhr in ein Mehrfamilienhaus an der Ewaldstraße etwas südlich der Einmündung Nimrodstraße. Hier machte er sich an einer Wohnungstür bemerkbar. Als ihm geöffnet wurde, warf der Mann einen bislang unbekannten Gegenstand in die Wohnung und flüchtete. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnte es sich um eine Beziehungstat handeln. Die weiteren Ermittlungen dauern an, der Täter ist flüchtig. Aus dem Gegenstand verströmte vermutlich Reizgas, das zu Atemwegsreizungen bei den unmittelbar betroffenen Bewohnern und später auch bei Menschen in angrenzenden Wohnungen führte. Die Bewohner alarmierten die Feuerwehr. Diese schickte zunächst unter dem Stichwort „Geruchsbelästigung im Gebäude“ die Hertener Berufsfeuerwehr zur Ewaldstraße. Als die ersten Helfer eintrafen und feststellten, dass eine hohe Anzahl von Verletzten zu befürchten war, löste die Kreisleitstelle Großalarm unter dem Stichwort "Massenanfall von Verletzten" aus. Dadurch wurden neben der gesamten Hertener Feuerwehr automatisch auch weitere Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einheiten aus dem ganzen Kreis Recklinghausen alarmiert, darunter der „Patiententransportzug 10“ des Kreises Recklinghausen. Die Teileinheit des DRK Herten schickte einen Rettungswagen, einen Krankenwagen und einen Einsatzleitwagen. Darüber hinaus eilten Rettungskräfte aus Gelsenkirchen und Herne nach Herten. Nach Angaben der Berufsfeuerwehr Herten wurden 17 Menschen wegen leichter Atemwegsreizungen durch Notärzte, Rettungsdienst-Mitarbeiter und Feuerwehrleute untersucht beziehungsweise behandelt. Die Polizei spricht abweichend von 19 Patienten. Vier Menschen mussten letztlich ins Krankenhaus gebracht werden, darunter zwei Kinder. Alle anderen Betroffenen zeigten später keine Symptome mehr und wollten auch nicht mehr ins Krankenhaus transportiert werden. Feuerwehrleute nahmen im Haus Gas-Messungen vor, konnten aber mit den Meßgeräten keine Gas-Konzentration feststellen. Nach dem Öffnen aller Fenster war auch nichts mehr zu riechen. Die Ewaldstraße blieb mehrere Stunden lang voll gesperrt. Die Busse der Vestischen und der übrige Verkehr wurden über die Schützenstraße umgeleitet.

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