Frauenfrühstück mit Kultur

Lecker frühstücken, lauthals lachen

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HERTEN-INNENSTADT - Beim „Frauenfrühstück mit Kultur“ geht beides: lecker frühstücken und lauthals lachen. 200 Frauen erleben im Glashaus im Rahmen der 33. Frauenkulturtage einen unterhaltsamen Sonntagvormittag zwischen Brötchen, Rührei und lustigen Geschichten aus einem Pflegeheim im Schwäbischen.

Für Letztere zeichnet Ramona Schukraft alias Sybille Bullatschek verantwortlich. Die „Pflägefachkraft“ arbeitet im fiktiven Örtchen Pfleidelsheim im „Haus Sonnenuntergang“. Das ist unlängst erneut mit der „Goldenen Bettpfanne“ ausgezeichnet worden. „Dort leben die meisten 100-Jährigen im ganzen Umkreis“, berichtet Bullatschek, was an der Luft liege, denn das Heim befinde sich in einer Schneise zwischen A81 und Müllverbrennungsanlage. Die Geburtstage würden groß gefeiert, nachdem die Jubilare sich folgende Fragen beantwortet hätten: „Wen lade ich ein? Wer lebt noch? Mit wem habe ich keinen Streit? Und wer kann sich noch an mich erinnern?“

Den Lieblingssenior glatt vergessen...

Auch mit Lachern auf eigene Kosten spart die „Pflägefachkraft“ nicht, etwa wenn sie erzählt, dass sie ihren bettlägerigen Lieblingssenior, Herrn Kämmerer, doch glatt bei Schichtende auf dem Balkon vergessen hatte, wo der Arme von einem Gewitter überrascht wurde und sich beim Erblicken einer Sternschnuppe nichts sehnlicher wünschte, als dass sie zurückkehrt – was sie auch tat. Später versuchte sie, sich mit Toffee-Pralinen zu entschuldigen. Keine gute Idee: Karamell und dritte Zähne... Sybille Bullatschek meistert auch diese Situation und im Glashaus den Spagat zwischen Unterhaltung und dem sensiblen Thema Altenpflege.

Mehrere Generationen an einem Tisch

Unter den Zuschauerinnen sitzen an einem langen Tisch Frauen und Freundinnen der Familie Rahn. Gertrud Rahn besucht das Frauenfrühstück seit vielen Jahren. „Meine Schwiegertochter ist dabei, meine Schwägerin, meine Enkelinnen, die haben ihre Freundinnen mitgebracht. Auch die Freundin von meinem Enkelsohn ist hier und sie hat ihre Familie mitgebracht“, freut sich die 79-Jährige. „Es ist schön hier. Das Essen, die Show. Und wir verbringen Zeit mit Oma“, erzählt Enkeltochter Ricarda Rahn (18). „Man trifft hier auch immer Leute, die man lange nicht gesehen hat“, sagt Inge Mews (83).

Apell, wählen zu gehen

Zum Auftakt des Frühstücks thematisiert Sabine Weißenberg vom städtischen Kulturbüro das Frauenwahlrecht. „Enttäuschen Sie die Frauen nicht, die vor hundert Jahren dafür gekämpft haben“, appelliert sie, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. Am Tisch der Rahns stößt sie damit auf offene Ohren. Das Recht zur Mitbestimmung gelte es zu nutzen, finden Ricarda Rahn und ihre Freundin Sophia Frank. Beide wählen in diesem Jahr zum ersten Mal. Ingrid Kramus (79) hat schon oft ihr Kreuzchen gemacht und wird das auch bei der Europawahl tun, denn: „Der Zusammenhalt in Europa ist wichtig.“ Den will sie mit ihrer Stimme stärken.

Rubriklistenbild: © Danijela Budschun

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