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Mit solchen Schildern an den Verkaufswagen protestierten die Markthändler im September 2018 gegen die Privatisierung.

Gescheiterte Privatisierung hat finanzielles Nachspiel

Marktgilde fordert 21.357 Euro von der Stadt Herten

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    Daniel Maiß
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HERTEN - Die geplante Privatisierung des Hertener Wochenmarktes war eines der großen Reizthemen im vergangenen Jahr. Während die Stadtverwaltung die Organisation gerne in fremde Hände gelegt hätte, sträubten sich die Markthändler mit Händen und Füßen dagegen – und fanden Gehör bei der Lokalpolitik.

Mehr noch: Parteiübergreifend wurde Bürgermeister Fred Toplak vorgeworfen, er habe den Rat absichtlich zu spät und falsch informiert, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Einen solch massiven Vorwurf gegen ein Stadtoberhaupt hatte es in Herten zuvor wohl noch nicht gegeben.

Der Rat der Stadt entschied jedenfalls am 18. September 2018 einstimmig, dass die Stadtverwaltung den bereits geschlossenen und gültigen Konzessionsvertrag mit der Genossenschaft Deutsche Marktgilde kündigen solle. So geschah es dann auch – inklusive der Aufforderung an die Gilde, jegliche Handlungen auf dem Hertener Wochenmarkt zu unterlassen. Während die Gilde den gültigen Vertrag erfüllen wollte, hatte die Stadt Herten damit einen Vertragsbruch begangen, denn die getroffene Vereinbarung kannte keine Ausstiegsklausel.

Bei einer Klage hätte die Stadt keine Chancen

Von vornherein war somit klar, dass Schadensersatzforderungen in unbekannter Höhe gegen die Stadt möglich sind. Noch im Frühjahr dieses Jahres sah es so aus, als habe die Marktgilde der Stadt Herten sang- und klanglos den Rücken gekehrt. Doch jetzt traf im Rathaus eine Forderung in Höhe von 21.356,99 Euro ein. Damit sollen die bereits erbrachten Leistungen (z.B. Vermessung der Marktstände) und entgangene Einnahmen abgegolten werden. Nach Auskunft der städtischen Rechtsdirektorin Annegret Sickers hat die Führungsspitze der Stadtverwaltung bereits entschieden, die 21.356,99 Euro zu zahlen.

Denn würde die Marktgilde den Betrag einklagen, hätte die Stadt Herten wohl keine Chancen. Schließlich war sie es, die den Vertrag gebrochen hat. Sickers: „Letztlich ist es zudem aus unserer Sicht auch eine moderate und in der Höhe gerechtfertigte Forderung.“ Damit dürfte das Kapitel Marktgilde nun aber auch ein Ende haben.

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