Grüne sind "entsetzt"

Gerodeter Wall wird aufgeforstet

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HERTEN-DISTELN - Die Rodung des Lärm- und Sichtschutzwalls zwischen dem Gewerbegebiet Zechenstraße und den Wohnhäusern an der Tiergartenstraße bewegt weiterhin die Anlieger und die Politik.

Wie gestern berichtet, kritisieren die Anwohner nicht nur den Kahlschlag, sondern auch, dass die Öffentlichkeit nicht informiert wurde. Die CDU äußerte bereits in einer Stellungnahme und in einem Brief an Bürgermeister Toplak Kritik an der Stadt Herten.

Inzwischen hat sich auch die Ratsfraktion der Grünen zu Wort gemeldet. „Zuerst war ich entsetzt“, sagt die Fraktionsvorsitzende Martina Herrmann. „Haben wir nicht schon genug Kahlschlag durch Neubauten und Emscher-Renaturierung?“ Herrmann beklagt, dass die Politik nicht informiert wurde.

Kontakt zum ZBH aufgenommen

Sie nahm Kontakt zum Zentralen Betriebshof (ZBH) auf und erfuhr, dass die Rodung notwendig gewesen sei. Die Sträucher und ein Baum drohten, die Fassade eines angrenzenden Gewerbebetriebs zu beschädigen. Beim ZBH habe man ihr jedoch versprochen, so Herrmann, das der nördliche Hang des Walls (zu den Wohnhäusern hin) im Frühjahr mit Hainbuchen aufgeforstet werde. Und die Sträucher, die gekappt worden sind, würden bald wieder austreiben und einen Lebensraum für Tiere bieten. Martina Herrmann kündigt an, dass die Grünen das Gespräch mit dem ZBH suchen werden, „um weitere Kahlschläge auszubremsen“.

Unsere Zeitung hatte die Stadt Herten am Dienstag um Stellungnahme gebeten, aber zunächst keine erhalten. Gestern meldete sich die Stadt und bestätigte die Schilderung von Martina Herrmann. Demnach habe eine Fachfirma im Auftrag des ZBH den Wall gerodet. Wegen des Arbeitsschutzes und aus finanziellen Gründen sei dies nicht in Handarbeit, sondern mit einem Bagger erledigt worden. Es seien vier Bäume entfernt und alle Sträucher zurückgeschnitten worden.

Die Stadt räumt ein, dass sie es versäumt habe, vorher mit den Anwohnern zu sprechen. Als „Entgegenkommen“ werde der nördliche Hang wieder aufgeforstet.

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