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Britta Ortmans und Egon Köller

Heiligabend in St. Antonius

Gemeinsam statt einsam feiern

HERTEN - Heiligabend ist ein besonderer Abend. Viele Menschen, die das ganze Jahr über gut allein verbringen können, fühlen sich am 24. Dezember einsam. Das muss nicht sein: Seit mehr als 30 Jahren gibt es in der St.-Antonius-Gemeinde die Aktion „Gemeinsam feiern“. Auch in diesem Jahr können alleinstehende Menschen wieder zusammen essen, Lieder singen, Geschichten hören.

Zum zweiten Mal findet die Feier in den Räumen der Familienbildungsstätte statt. War das im vergangenen Jahr noch notwendig, weil das Kaplan-Prassek-Heim wegen Umbaus nicht zur Verfügung stand, ist es diesmal eine bewusste Entscheidung der Organisatoren. „Die Küche ist dort größer, das ist für das Helferteam einfacher“, sagt Pastoralreferentin Britta Ortmans.

Zehn bis 15 Freiwillige aus der Gemeinde sind an Heiligabend im Einsatz statt bei ihren Familien zu sein. Marianne Berse ist von Anfang an dabei. Auch Egon Köller gehört dazu. Er möchte die Aktion nicht missen. „Ich habe dabei so viel Berührendes erlebt. Wenn ich zufriedene Menschen mit Strahlen in den Augen sehe, dann weiß ich, warum ich diesen Dienst mache“, sagt er.

Was ursprünglich vor allem als Angebot für Obdachlose gedacht war, hat sich im Laufe der Jahre für viele bedürftige und alleinstehende Hertener zu einem festen Termin entwickelt. Es gibt Essen aus der Küche des St.-Elisabeth-Hospitals. „Unser Dank gilt Küchenleiterin Elisabeth Paul, die über Jahre diese Lieferung organisiert hat und dies in diesem Jahr zum letzten Mal macht“, sagt Britta Ortmans.

Stimmungsvolle Musik

Aber nicht nur zusammen zu essen, sondern auch in der Gemeinschaft zu feiern, ist an diesem Abend ein wichtiger Aspekt. Wie im vergangenen Jahr spielen wieder die Musiker Erxhan Minaj (Geige), Serxhio Minaj (Darbuka) und Wladislaw Bohdanov (Akkordeon) auf. „Es war eine so tolle, ausgelassene Stimmung“, erinnert sich Britta Ortmans. Gemeinsames Singen, viele Geschichten, darunter auch einige von den Besuchern verfasste, bringen eine besinnliche Stimmung.

Den Organisatoren ist es wichtig zu betonen, dass eine Anmeldung aus organisatorischen Gründen zwar erwünscht, aber jeder, der an Heiligabend spontan kommen möchte, willkommen ist.

Willkommen ist jeder, das Angebot ist konfessionsoffen. Einige Muslime sind dabei. Auch Obdachlose kommen, und nicht nur ältere, auch jüngere Menschen nutzen das Angebot. Die Besucher gehen nicht mit leeren Händen nach Hause. Es gibt für jeden noch eine prall gefüllte Tüte. Und wenn von dem Essen etwas übrig bleibt, darf es mitgenommen werden.

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