Hertener Wochenmarkt

Wenig Resonanz auf Umfrage

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HERTEN - Eine Umfrage unter den Markthändlern sollte Ideen für Verbesserungen bringen. Doch die Mehrheit der Befragten zeigte der Stadt Herten die kalte Schulter.

Ende November hatte die Stadtverwaltung an 47 Beschicker des Wochenmarktes in der Innenstadt Fragebögen verteilt. Man erhoffte sich Aufschluss darüber, wo aus Sicht der Händler Stärken und Defizite des Wochenmarkts liegen und in welchem Maße sich die Gewerbetreibenden bei Aktionen selbst einbringen würden. Sie sollten Ideen einbringen, wie die Attraktivität gesteigert werden könnte.

Hintergrund der Aktion: Die Marktbeschicker hatten sich 2018 heftig gegen die Privatisierung des Wochenmarktes gewehrt. Viele wollten ihre Vorstellungen lieber eigenverantwortlich umsetzen und selbst Aktionen zur Belebung des Marktes veranstalten. „Sie haben deutlich gemacht, dass Sie über eine Menge Ideen und Einsatzbereitschaft verfügen, um gemeinsam mit uns den Wochenmarkt nicht nur dauerhaft zu stabilisieren, sondern zu stärken und auszubauen“, hatte Bürgermeister Fred Toplak im Anschreiben an die Markthändler geschrieben.

Ergebnisse der Umfrage

Die erhoffte rege Beteiligung der Händler sei aber leider ausgeblieben, erklärte nun Annegret Sickers im Ausschuss für Ordnungswesen und Feuerschutz. Die Fachbereichsleiterin der Stadt stellte Ergebnisse der Umfrage vor. Nur zwölf der 47 befragten Händler – also ein Viertel – hätten den Fragebogen ausgefüllt. Ihre Rückmeldungen fasste Sickers so zusammen:

  1. Die Händler bewerten den Markt meist positiv, loben die zahlreiche Kundschaft, das gute Angebot, den Standort, die kompakte Aufbauform und die kurzen Wege. Den städtischen Marktmeister finden alle Händler gut.
  2. Bemängelt wurde von manchen, dass der Markt schon um 13 Uhr endet und einige Händler sogar noch früher einpacken. Als Manko wurde auch zu wenig Parkraum im Umfeld genannt.
  3. Sich an Aktionen zur Belebung des Marktes finanziell oder persönlich beteiligen, wollen nur sechs Händler, sich zur Planung an einen „runden Tisch“ setzen neun.
  4. Angeregt wurden kostenlose Parkplätze, Sitzgelegenheiten im Sommer, Attraktionen für Kinder, Wohltätigkeitsveranstaltungen.
  5. Die Händler wünschen, dass Angebotslücken auf dem Markt geschlossen werden. Tipps, welche Beschicker die Stadt dafür anschreiben könnte, gab es keine.

Annegret Sickers zog daraus das Fazit: „Der Markt ist nach Meinung der Befragten offenbar gut, so wie er ist. Wir sollten aber noch Händler hinzugewinnen.“

Kritik vom Bürgermeister

Uwe Kochanetzki (SPD) regte an, auch die Bürger nach ihrer Meinung zum Wochenmarkt zu fragen. „Der Markt ist ein positives Element. Wir müssen dran bleiben – mit unseren Möglichkeiten, in Eigenregie.“ Martina Ruhardt (Die Linke) unterstützte diese Idee. „Es sollte ein Fragebogen entwickelt und auf dem Markt verteilt werden. Die Menschen, die dort einkaufen, können am besten sagen, was ihnen fehlt.“

Bürgermeister Fred Toplak kritisiert, dass die Bereitschaft zur Mitwirkung bei den Händlern, anders als erwartet, offenbar sehr gering sei. Durch die Zusammenarbeit mit der „Marktgilde“ (sie sollte den Markt privatwirtschaftlich organisieren, wurde aber vom Rat der Stadt nach kurzem Wirken letztlich abgewiesen) war herausgekommen, dass die Nutzflächen vieler Händler falsch bemessen waren. Nun hat die Stadt neu gemessen, und die Händler zahlen teils deutlich höhere Standgebühren.

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