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Hier planen die Edelweißpiraten ihren Widerstand. Die Gymnasiasten beeindrucken mit ihrem Bühnenspiel.

Holocaust-Gedenken

Mächtiges Zeichen gegen das Vergessen

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HERTEN - Zweimal 300 Schülerinnen und Schüler im Glashaus und alle sind mucksmäuschenstill: Das Geschehen auf der Bühne zum Holocaust-Gedenken erschütterte die jungen Leute aus allen weiterführenden Schulen Hertens genauso wie später am Abend die Eltern. In diesem Jahr war das Gymnasium an der Reihe mit einem Beitrag zum Holocaust-Gedenktag.

Mit Zitaten aus dem Tagebuch des Reichspropaganda-Ministers Joseph Goebbels, den erbärmlichen Rechtfertigungsversuchen von Kriegsverbrechern, der Aufzählung der menschenverachtenden Gesetze und in kurzen Spielszenen setzten mehr als 30 Schüler und Schülerinnen ein mächtiges Zeichen gegen das Vergessen. In den beiden Vormittagsvorstellungen lieh Schauspieler Martin Brambach in beeindruckender Weise dem Goebbels-Tagebuch und den unsäglichen Rassengesetzen seine Stimme. Brambach ist seit Jahren Pate des Projekts „Schule ohne Rassismus“ des städtischen Gymnasiums. Er bedauerte es, den Abendtermin nicht wahrnehmen zu können, und überließ Lehrer Johannes Schwill seine Rolle.

"Schockierend"

Seit Ende November, so erzählt die 15-jährige Anika, haben sie recherchiert, Texte geschrieben und geprobt. Die Arbeit blieb bei allen nicht folgenlos. Anika: „Man muss weiter aufklären, damit jeder begreift, wie schlimm das war und alles dafür tut, dass es sich nicht wiederholt.“

Auch Sarah (16) möchte sich jetzt noch stärker für Demokratie und Menschenrechte einsetzen: „Obwohl mir das meiste schon vorher bekannt war, hat mich meine Recherche zu den Nürnberger Gesetzen fassungslos gemacht. Einfach schockierend, was da alles verboten wurde. Es fing im Kleinen an und wurde immer größer.“

Dickes Lob an alle Beteiligten

Chrisoula Liakou ist die Mutter eines der Mitspieler und lobt nicht nur die Schüler: „Als Griechin bin ich fasziniert, wie die Deutschen ihre Geschichte aufarbeiten, nicht vergessen, was passiert ist und die Verbrechen der Nazis nicht leugnen. Natürlich wird es immer solche Menschen wie die der AfD geben. Ich glaube aber, dass die Mehrheit stärker ist und damit richtig umgeht.“

Ein dickes Lob für ihre Schülerinnen und Schüler kam auch von den Lehrerinnen Petra Müller und Tanja Mathea. So sei die Teilnahme der jungen Leute an allen Vorbereitungen und Proben freiwillig gewesen und habe in ihrer Freizeit stattgefunden. Alle waren mit Begeisterung und großem Engagement dabei.

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