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Neu-Mitglied Michael Holtschulte (l.) mit Vertretern der Satire-Partei „Die Partei“ (v. l.): NRW-Generalsekretär Prof. hc Dr. hc (beides humoris causa) Olaf Graf von Kronenberg, Irina Oberpichler, Kreisverbandsvorsitzender Marcus Liedschulte, Fabian Leu und die zweite Kreisverbandsvorsitzende Jana Dembowski.

Holtschulte als Bürgermeisterkandidat?

Satire-Partei plant Stadtverband

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  • Harald Stanberger
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HERTEN - Politisch interessierte Hertener diskutieren aktuell vor allem über die Hertener „GroKo“ oder über Fred Toplaks TOP-Partei. Manch einer wartet auch gespannt auf den Hertener Stadtverband der AfD. In dieser Situation erscheint plötzlich eine Gruppe auf der Bildfläche, die kaum jemand auf der Rechnung hatte: eine Satire-Partei mit dem selbstbewussten Namen „Die Partei“.

Einige Vertreter kamen am Samstag auf den Hof Wessels zur Ausstellung „Cartoons im Pott“, die der prominente Hertener Cartoonist Michael Holtschulte organisierte. Die Kunstformen der Satire und des Cartoons haben durchaus Schnittmengen. Gleiches gilt jetzt auch für die auffällig in Rot, Blau und Grau gekleideten „Partei“-Anhänger und Michael Holtschulte. Er unterschrieb direkt einen Aufnahmeantrag und stellte mit einem Grinsen fest: „Es wurde Zeit, nach den vorhandenen und sich gerade gründenden Spaßparteien endlich auch eine seriöse Partei in Herten zu haben.“

Eine Gründung des Satire-Magazins „Titanic“

Der Name seiner neuen politischen Heimat – „Die PARTEI“ – steht als Abkürzung für „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“. 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins „Titanic“ gegründet, ist „Die Partei“ sogar im Europaparlament durch ihren Bundesvorsitzenden und ehemaligen „Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn prominent vertreten.

Kreisverbandsvorsitzender Marcus Liedschulte kündigte die Gründung eines Hertener Stadtverbandes bis Ende Oktober an. Ginge es nach ihm, wäre Michael Holtschulte ein denkbarer Bürgermeisterkandidat bei der Wahl in zwei Jahren. „Ich will mich noch nicht festlegen, schließe aber nichts aus“, sagte Holtschulte, rührte dann aber doch schon bisschen die Werbetrommel: „Als Bürgermeister hätte ich auf alle Fälle eine hübsche First Lady vorzuweisen, was für mich spräche.“

„Sachliche und konstruktive Arbeit“

Programmatisch steht der erfolgreiche Zeichner für eine parteiübergreifende Wiedereinführung des Filzes: „Das Experiment gegen den Filz ist komplett gescheitert, sodass man besser da weitermachen sollte, wo man vorher war.“ Wie sehr ihm auch die Gleichberechtigung von Frauen am Herzen liegt, beweist die Forderung, den diffamierenden Titel „Bürgermeister“ durch ein klares „Bürger*innenmeister*in“ zu ersetzen. Als bloße Satire will Marcus Liedschulte seine Partei übrigens nicht sehen: „Bei allem Spaß leisten wir überall dort, wo wir in den Parlamenten vertreten sind, eine sachliche und konstruktive Arbeit.“

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