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Auch das – überwiegend weibliche – Publikum feiert ausgelassen.

Karneval bei den Siebenbürgern

Karin bringt die Jecken in Bewegung

HERTEN - Schon seit 55 Jahren ist das Siebenbürger Haus der Jugend an der Hermannstädter Straße für zahlreiche Närrinnen die erste Adresse für eine ausgelassene Weiberfastnacht – und das ganz ohne Männer.

Wieder einmal schienen die Frauen in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal beweisen zu wollen, dass es sich ohne Männer fröhlicher und in jedem Fall mit deutlich mehr Beweglichkeit feiern lässt. Denn still auf dem Stuhl zu verharren war hier keine Option. Zum Schunkeln, Klatschen, Wippen und Tanzen brauchte es für die närrische Frauenschar keine Einladung.

Organisatorin Karin Roth und ihrem Team gelingt es regelmäßig, den Närrinnen ein unterhaltsames Programm zu bieten, ohne die Zuschauerinnen dabei zur Passivität zu verdammen. Als vier Männer in roten Bademänteln auf die Tanzmariechen folgten, gab es zum ersten Mal kein Halten. Zu erschöpft von ihrem erotischen Tanz waren die Herren der Schöpfung leider nicht mehr in der Lage, den begeistert vorgetragenen Wunsch nach Zugabe zu erfüllen.

KAB-Frauen im knallroten Gummiboot

Seit Jahren regelmäßig zur Weiberfastnacht der Siebenbürger gehören die KAB-Frauen. Sie kamen dieses Mal mit dem Gummiboot und rissen ihr Publikum mit Gesang und Tanz zum fröhlichen Mittun hin. Die Verbindung von Show-Einlagen und die aktive Einbeziehung der Närrinnen in das Programm waren erneut die Garanten für eine von Beginn bis Ende andauernde Bombenstimmung.

Den Damen mit dem (fast) knallroten Gummiboot standen die Frauen aus der Nachbarschaft in nichts nach. Im vergangenen Jahr hatten sie ihr Debüt als „flotte Lappen“. Diesmal zogen sie in Bergmannskleidung und mit dem Steigerlied ein. Mit laszivem Tanz entledigten sie sich ihrer Püttjacken und zogen die Närrinnen bei fetziger Musik auf die Tanzfläche. Statt mit altbackenen Karnevalsliedern wusste dabei der Mann am Plattenteller mit Westernhagen und anderen Krachern deutscher Popmusik zu begeistern.

Wenn Bianca trällert, und die Lokusfrau klagt

Die Animation des Publikums war auch das Anliegen der Jugendtanzgruppe der Siebenbürger bei ihrer spritzigen Show. Nach ihnen bot Bianca live deutsche Schlager zum Mitsingen und Tanzen dar. Auch Bianca ist seit Jahren bei der Weiberfastnacht im Siebenbürgerhaus nicht mehr wegzudenken. Von ihrem beschwerlichen Arbeitsalltag berichtete eine Lokusfrau vom Recklinghäuser Hauptbahnhof, bevor die Siebenbürger Auslese als sehr eigenwillig gekleidete Playmates einen noch eigenwilligeren Tanz an der Stange boten. Nach kurzweiligen zweieinhalb Stunden endete das tolle Mitmachprogramm. Tanzfläche und Bühne gehörten nun den Närrinnen ganz alleine.

Vera ist eine von ihnen und „jedes Jahr dabei“. Für sie ist das Erfolgsrezept der Siebenbürger Weiberfastnacht ganz offensichtlich: „Unsere Karin quält uns nicht mit Dickebackenmusik und endlosen Tanzvorführungen, sondern lässt uns von Anfang an ran. Da ist absolut kein Platz für Langeweile.“

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